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Ein neues Roma-Mahnmal auf dem Bahnhofsvorplatz

Von: ds
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Der Zahn der Zeit nagte an ihm
Der Zahn der Zeit nagte an ihm: Das alte Mahnmal soll Platz machen für ein neues aus Stein, gefertigt von André Hennecken. Foto: J. Lange

Stolberg. Am Roma-Mahnmal hat der Zahn der Zeit genagt. Im Zuge der Renovierungsmaßnahmen des Hauptbahnhofes musste das Denkmal in Form eines Holzrads weichen, und dabei wurde festgestellt, dass „das eh nicht mehr neue Rad marode war, das Holz also gefault war”, sagt Karen Lange-Rehberg.

Am 2. März 1943 wurden 37 Stolberger Roma vom Hauptbahnhof aus nach Auschwitz deportiert; 20 Kinder und 17 Erwachsene. Zum Gedenken an diese Opfer des Nazi-Rassenwahns wurde das Roma-Mahnmal am Hauptbahnhof eingeweiht. Das war 1995, vor 17 Jahren. Kein Wunder, dass das Holz nach all den Jahren der Witterung nicht mehr standhalten konnte. Lange-Rehberg: „Darum beabsichtigen wir, ein neues, beständigeres herstellen und am Bahnhof errichten zu lassen.”

Die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH als Betreiber des Bahnhofes habe zugesagt, dass das Vorhaben nach Abschluss der Gebäude-Sanierung problemlos möglich sein werde. Freundlicherweise wird sie auch eine Anlage für das Mahnmal herstellen lassen, die die Stadt in Zukunft pflegen wird, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Gruppe Z Stolberg sowie der VVN-BdA Aachen (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten).

Auf Spenden angewiesen

Das Schreiben ist auch von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler unterschrieben, der das Projekt unterstützt und in diesem Zusammenhang um Spenden für das neue Denkmal bittet. Die Kosten werden sich auf etwa 5500 Euro belaufen. Die Einnahmen aus der Broschüre „Nach Auschwitz verzogen”, in der das Schicksal der Roma ausführlich dokumentiert ist, fließen in die Finanzierung ein. Auch einige Sponsoren haben sich eingefunden - doch noch sind die Kosten nicht gestemmt und werden Spenden gerne entgegengenommen. „Wir wollen dieses Projekt natürlich nachhaltig unterstützen”, sagt Stolbergs Erster Bürger. Gatzweiler: „Ich bin sehr froh, dass wir seit vielen Jahren an diese schreckliche Deportation erinnern.” Positiv sieht der Bürgermeister auch die Entwicklung, dass die Beteiligung für das neue Mahnmal so groß sei.

Für die neue Erinnerungsstätte hatten die Initiatoren verschiedene Gestaltungskonzepte entwickelt, sich aber letztlich in Absprache mit der VVN-BdA für eine Steinstele entschieden. „Nach Prüfung mehrerer Angebote gefiel uns der Entwurf des Bildhauers und Steinmetzen André Hennecken am besten, und wir gaben ihm den Auftrag”, erklärt Karin Lange-Rehberg. Die Anlage soll rechts vom Bahnhofsgebäude auf dem Grünstreifen hinter der Bushaltestelle entstehen - und damit wieder direkt am Stolberger Bahnhofsvorplatz. Dieser trägt übrigens den Namen des jüngsten Familienmitgliedes der damals deportierten und ermordeten Roma: Gustav-Wassilkowitsch-Platz.

Spenden sind möglich bei der VVN/BdA Aachen, Postbank, Bankleitzahl 50010060, Konto 15962605
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