Ein Leben im Dienste der Mitmenschen

Von: Christina Handschuhmacher
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Hat nach langjähriger Tätigkeit als Seelsorger in Eschweiler in der Stolberger Tafel eine neue Aufgabe gefunden: Pfarrer Valentin Schmitz feiert heute seinen 80. Geburtstag. Foto: Handschuhmacher

Eschweiler/Stolberg. Der Großvater von Valentin Schmitz sollte Recht behalten: „Du hast so ein lautes Organ. Aus dir kann eigentlich nur ein Pfarrer werden“, sagte er oft zum jungen Valentin. Dass sich Valentin Schmitz schließlich tatsächlich für das Pfarreramt entschieden hat, hat wohl nicht nur an den gut gemeinten Ratschlägen des Großvaters gelegen.

„Unser Pfarrer in meiner Heimatstadt Weeze hat mich auch ein Stück weit inspiriert“, sagt Valentin Schmitz. Fest steht, der Pfarrersberuf war für Schmitz stets weitaus mehr als nur Pflichterfüllung. Das Gesicht von Valentin Schmitz ist für viele Menschen in Eschweiler untrennbar mit der Evangelischen Gemeinde in Weisweiler-Dürwiß verknüpft. 37 Jahre lang hielt Schmitz dort Gottesdienste, spendete Trost in Krisensituationen, taufte, konfirmierte, traute und beerdigte die Menschen in seiner Gemeinde. Am heutigen Mittwoch feiert Schmitz seinen 80. Geburtstag.

Ausbildung in Hünshoven

Am 10. April 1933 kommt Valentin Schmitz in Weeze am Niederrhein zur Welt. 1953 legt er dort sein Abitur ab und verlässt seine Heimatstadt. Er nimmt ein Studium der Evangelischen Theologie auf und studiert an den Universitäten in Wuppertal, Heidelberg und Bonn. Anschließend zieht es Schmitz in Richtung Rheinland. Das Vikariat – die zweijährige praktische Ausbildung zum Pfarrer – absolviert er in der Evangelischen Gemeinde in Geilenkirchen-Hünshoven. Von der Evangelischen Kirche im Rheinland erhält Schmitz 1960 den Ruf nach Weisweiler. Noch gehört Weisweiler zur Kirchengemeinde Eschweiler. Am 1. Januar 1961 werden die Gemeinden getrennt; die Evangelische Gemeinde Weisweiler-Dürwiß wird gegründet. Valentin Schmitz ist ihr erster Pfarrer – und bleibt es bis zum Beginn seines Ruhestands im Jahr 1997. Schmitz hat die Evangelische Gemeinde in Weisweiler-Dürwiß mit aufgebaut und das Leben in seiner Gemeinde entscheidend geprägt. Ein gutes Verhältnis zu den angrenzenden katholischen Pfarrgemeinden ist ihm genauso wichtig wie der enge Kontakt zu den Mitgliedern der Gemeinde.

„Ich habe den Sinn meines Berufes immer darin gesehen, anderen Menschen Hilfe zum Leben zu geben“, sagt Schmitz. Der dreifache Vater engagiert sich zudem jahrzehntelang im Vorstand des Ferienwerks Weisweiler und unterrichtet knapp 30 Jahre lang Evangelische Religion an der Bischöflichen Liebfrauenschule.

Bei fast allen Aktivitäten stets an seiner Seite: Ehefrau Elfriede, die ebenfalls aus Weeze stammt. „Wir kennen uns schon seit wir so klein sind“, sagt Schmitz und hält seine Hand einen Meter hoch über den Boden. „Meine Frau hat in der Gemeinde immer ehrenamtlich mitgearbeitet. Eigentlich haben wir die Arbeit stets zu zweit gemacht.“ Das Paar ist seit 52 Jahren verheiratet und hat eine Tochter, zwei Söhne und drei Enkelkinder.

Seit 15 Jahren befindet sich Valentin Schmitz nun im Ruhestand. Wobei der Begriff Ruhestand in diesem Zusammenhang irreführend ist. Bis heute hält Schmitz vertretungsweise Gottesdienste und springt ein, wenn ein Pfarrer erkrankt oder im Urlaub ist. In Stolberg hat das Ehepaar nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch eine neue Aufgabe. Nahezu jeden Wochentag verbringt Schmitz in der Stolberger Tafel. Er schreibt die Einsatzpläne für die rund 100 Mitarbeiter, kümmert sich um den „Bürokram“ und packt mit an, wo es nötig ist. Ehefrau Elfriede hilft bei der Ausgabe der Lebensmittel.

Aus dem Vorstand der Stolberger Tafel hat sich Valentin Schmitz nach 14 Jahren nun zurückgezogen, aktiv bleiben will er aber weiterhin. Für Valentin Schmitz ist es die logische Konsequenz, die Fortsetzung seines bisherigen Berufslebens: „Meine Arbeit werde ich weitermachen so lange ich gebraucht werde und die Kräfte vorhanden sind“, sagt er.

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