Ein kritischer Rückblick auf die Kreuzzüge

Von: dö
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Stolberg. Als ein fragwürdiges Unternehmen, das einen tiefen Riss zwischen der islamischen und christlichen Welt hervorgerufen habe, bezeichnete Berthold Drube vom Eschweiler Geschichtsverein die Kreuzzüge.

Sie begannen 1095 und endeten 1291 mit dem Fall von Akkon. Der 75-jährige Hobby-Historiker war einer Einladung des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins gefolgt.

Drube begann seinen Vortrag, indem er die religiösen Motive erläuterte, die Ende des 11. Jahrhunderts zum ersten von insgesamt sieben Kreuzzügen geführt haben. Das ideologische Fundament hatte 1095 auf der Synode von Clermont Papst Urban II. geliefert, der zu einer Befreiung der heiligen Stätten aufgerufen hatte. Demnach waren viele Kreuzfahrer überzeugt, durch die Vertreibung der Muslime aus dem „Heiligen Land” Gottes Willen zu erfüllen und die Erlassung all ihrer Sünden zu erreichen.

„Die Kreuzzüge wurden als bewaffnete Pilgerfahrt angesehen, bei der die Wiederherstellung des freien Zugangs zu den religiösen Stätten und die Befreiung des Kreuzes im Mittelpunkt stehen sollte”, versicherte der Fachmann, der mit Kritik nicht sparte, als er die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründe sowie die Massaker erwähnte, die an der einheimischen Bevölkerung infolge der Kreuzzüge verübt wurden.

„Für den abendländischen Adel waren die Kreuzzüge anfänglich ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Denn sie brachten mit der Gründung von christlichen Kreuzfahrerstaaten gerade den jüngeren, nicht erbberechtigten Adelssöhnen neue Besitztümer.”

Drube unterlegte seinen Vortrag mit zahlreichen Bildern, die 2009 und 2010 anlässlich von Pilgerreisen nach Israel, Jordanien und Syrien entstanden waren.

Seine Ausführungen beendete Berthold Drube mit dem ernüchternden Fazit, dass die Kreuzzüge „außer guten Handelsbeziehungen mit den islamischen Staaten” kein positives Ergebnis hervorgebracht hätten.

Zuvor hatte Helmut Schreiber, Vorsitzender der Stolberger Geschichtsvereins, die Historie des Kupferhofes Rosental erläutert, dessen Ballsaal den Geschichtsfreunden in Zukunft als Versammlungs- und Vortragsstätte dienen soll.
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