Stolberg - Ein „Konkurrenzclub“ wird selbstständig

Ein „Konkurrenzclub“ wird selbstständig

Von: Tom Lammertz
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Norbert Gönnewicht, Senioren-Freundeskreis Stolberg. Foto: D. Müller
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Ludwig Hahn, Senioren-Union Stolberg. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Jetzt haben sie Fakten geschaffen: „Senioren-Freundeskreis Stolberg im Kreisverband Aachen-Land der Senioren-Union“ heißt die Gruppe seit knapp zwei Wochen. 50 Köpfe zähle sie und erwarte zu Jahresbeginn weitere Mitglieder, verrät Agnes Meyer.

Sie war bis 2013 Geschäftsführerin der Stolberger Senioren-Union, deren Vorsitzender seinerzeit noch Norbert Gönnewicht hieß. Bis zur Trennung, aus der der „Freundeskreis der Senioren-Union Stolberg“ erwuchs.

Ende September nun ein weiterer Schritt weg von der Stolberger Senioren-Union, die man jahrelang selbst führte: Formal und einstimmig, lassen Meyer und Gön­ne­e_SDHpwicht wissen, sei der bisherige Freundeskreis aus der Senioren-Union Stolberg ausgetreten: „Das ist das Ergebnis einer nahezu von allen Mitgliedern besuchten Versammlung, die dies durch ihre Unterschrift bestätigt haben.“

Mit dieser Unterschrift und dem Beschluss bekunden die Freundeskreis-Mitglieder, dass sie „in keinerlei Form“ von der Stolberger Senioren-Union „irgendwo vertreten“ werden, wohl aber in der CDU Senioren-Union Deutschlands bleiben und freiwillig ihre Beiträge an Kreis-, Landes- und Bundesverband abführen wollen. Außerdem macht der Freundeskreis deutlich, dass er für Gespräche in alle Richtungen – nur eben nicht mit der Stolberger Senioren-Union – offen sei.

Bis Anfang November solle sich der Kreisvorstand der Senioren-Union zu dem Ansinnen äußern. Unabhängig von dessen Sicht der Dinge habe der Austritt aus der Stolberger Senioren-Union in jedem Fall Bestand. Interessant dabei: Gönnewicht ist selbst Vorsitzender des Kreisverbandes der Senioren-Union, stellvertretender Landesvorsitzender und Mitglied des Bundesvorstands. Schwer vorstellbar, dass er die Schritte nicht bereits mit anderen Entscheidungsträgern im Kreis- und Landesgremium abgestimmt hat.

Derzeit sagt Gönnewicht dazu jedoch nur, der Kreisvorstand habe bereits 2013 akzeptiert, CDU-Senioren, die sich mit der Senioren-Union Stolberg überworfen hatten, weiterhin als Mitglieder der Kreisvereinigung zu führen. Auch im Landesvorstand werde darüber gesprochen, da man kein Mitglied verlieren wolle. Die Hintergründe des Zerwürfnisses will er nicht mehr kommentieren – nur soviel: „Ich habe den Freundeskreis nicht gegründet. Das haben die Mitglieder selbst getan.“ Die – das sind laut Gönnewicht „die Treuesten der Treuen“, die Meyers und seinem Beispiel gefolgt seien und dem Stadtverband den Rücken gekehrt hätten. Nicht ohne sich vorher zu vergewissern, dass auch weiterhin die Organisation für Unternehmungen in bewährter Manier gewährleistet sei.

Dies hat der Freundeskreis bisher geleistet, bietet seinen Mitgliedern weiterhin Fahrten, Vorträge und Veranstaltungen an – neben dem ähnlichen Angebot der Senioren-Union. So geht es diesen Monat noch auf Herbstfahrt Richtung Teutoburger Wald, Anfang November ist der frühere Leiter der Aachener Sternwarte mit einem Dia-Vortrag zu Gast, im Dezember folgt ein Adventsnachmittag, und 2015 soll es fünf Tagestouren geben: zum Niederrhein, Westerwald und Ruhrgebiet, in die Ardennen und an die Mosel.

Und die Senioren-Union? Die erfuhr von dem Austrittsbeschluss erst durch unsere Zeitung. Die Christdemokraten des Freundeskreises seien „offiziell noch Mitglieder“, sagt Senioren-Union-Vorsitzender Ludwig Hahn, der auch nur von 30 bis 35 Abtrünnigen bei 100 bis 110 Mitgliedern ausgeht. Man habe ein gut angenommenes Jahresprogramm und nun eben auch einen „Konkurrenzclub“.

Hahn: „Scha­de, weil wir an der gleichen Sache arbeiten.“ Obwohl er wisse, dass man Reisende nicht aufhalten solle, werde er um jeden „Abspalter“ kämpfen.

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