Ein feines Menü für die Jungs der Hauptwache

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
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Mit Ketten ausgerüstet ist im Moment jedes Fahrzeug der Feuerwehr. So kommt man auch verschneite Straßen mit großer Steigung hinauf. Foto: K. Linden

Stolberg. Nein, gesungen wird an Heiligabend wohl nicht in der Hauptwache der Stolberger Feuerwehr, aber ein bisschen feierlicher als sonst geht es schon zu an der Kesselschmiede. Nicht nur, weil die Wehrleute am Mittwoch zwei Christbäume für die Wache besorgt haben, die morgen Mittag geschmückt werden. Nein, zur Feier des Tages gibt es auch ein festliches Menü für die neun Männer, die in der Weihnachtsnacht Dienst tun müssen.

Wer das sein wird, steht schon seit einem Jahr fest, genau wie jeder Kollege heute schon weiß, ob und wann er im nächsten Jahr ran muss. „Wir machen die Urlaubsplanung ein Jahr im Voraus”, sagt Stadtbrandinspektor Toni Sturz. „Der ganze Dienstplan für 2011 ist schon fertig.”

Dieser besteht auch dann wieder aus drei Dienstschichten mit je 13 Mann, von denen jeweils neun immer vor Ort sein müssen. 51 Leute hat die Stolberger Hauptwache insgesamt, die Dienstschichten - eine Schicht dauert 24 Stunden von 8 bis 8 Uhr morgens - sind eingespielte Teams.

Eine Bescherung gibt es in der Regel nicht, höchstens, wenn mal eine Firma kleine Geschenke vorbeibringt: „Die werden dann verteilt”, sagt Sturz, der seine Männer an den Weihnachtstagen aber ebenso auf der Wache besucht wie der Kreisbrandmeister. Auch der Bürgermeister war schon da, hat sogar mal einen selbst gemachten Braten vorbeigebracht. „Der muss sehr lecker gewesen sein”, berichtet Sturz von den Reaktionen der Kollegen.

Nicht mehr Arbeit als sonst

Mehr Arbeit als sonst hat die Feuerwehr an den Feiertagen seit einigen Jahren übrigens nicht mehr, brennende Weihnachtsbäume gab es schon lange nicht mehr. „Der Tagesablauf ist nicht anders als sonst”, erklärt Sturz. Die Rettungswagen führen mehrmals am Tag raus, doch Brandeinsätze seien selten geworden. „Da wirkt sich wohl die viele Aufklärung aus, die wir betrieben haben.”

Zum Glück, denn „wenn man mal gesehen hat, wie ein trockener Tannenbaum in Flammen aufgeht, dann weiß man: Der brennt wie eine Fackel”, so Sturz. Grund sei die Trockenheit in der Wohnung und das Harz im Baum.

Vor einiger Zeit hat die Feuerwehr das mal im Hof an der Kesselschmiede mit einer Kerze ausprobiert. „Nach zehn Sekunden brannte der Baum lichterloh.”

In solchen Fällen ist nicht nur die weihnachtliche Atmosphäre nicht mehr zu retten, meist ist es für die ganze Wohnung zu spät. „Das geht einfach viel zu schnell”, warnt Sturz. Und wenn man schon echte Kerzen benutzt, dann gilt immer: „Ausmachen, bevor man den Raum verlässt.” Das gilt nicht anders für den Adventskranz mit der großen Kerze, der im Aufenthaltsraum der Wache steht. Es ist die einzige Wachskerze hier, alles andere ist elektrisch und wird ständig kontrolliert.

Besondere Weihnachtstage sieht Toni Sturz auch wegen des Wetters nicht auf seine Jungs zukommen - zumal es ohnehin wieder taut. Bisher jedenfalls hat der Stadtbrandinspektor keine erhöhte Unfallhäufigkeit festgestellt, trotz Schnee und Eis.

Die Schneeketten bleiben erstmal drauf

Auf solche Witterungsverhältnisse ist die Feuerwehr - im Gegensatz zu den meisten Privatautofahrern - schon seit dem Herbst gut vorbereitet. Da haben die Wehrleute Montageringe auf die Felgen an den Antriebsachsen aller Fahrzeuge gesetzt. Damit lässt sich auch ein großes Fahrzeug innerhalb von fünf Minuten mit Schneeketten ausstatten.

Angesichts von Straßen mit Steigungen von bis zu 17 Prozent ist das auch nötig. „Die Ketten, die wir im Moment auf den Fahrzeugen haben, bleiben auch dran”, erklärt Sturz, auch wenn das einen höheren Verschleiß bedeute. Von den beiden Rettungswagen fährt derzeit einer mit, der andere ohne Ketten. „Irgendwo stecken zu bleiben können wir uns nicht erlauben.”

Auf knapp über 1000 Einsätze kommt die Feuerwehr in diesem Jahr. Bleibt zu hoffen, dass diese Zahl an Weihnachten nicht deutlich erhöht wird. Damit die neun Wehrleute im Dienst an Heiligabend ihr aufwändiges Festmahl auch genießen können. Es gibt Zwiebelbraten, den der Vater eines Diensthabenden macht.

Es wird sicher ein friedliches Essen. Nur über die Beilagen sind sich die Kollegen noch nicht ganz einig, hört man.
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