Stolberg - Ein Blick auf die vielen Vorteile von Europa

Ein Blick auf die vielen Vorteile von Europa

Von: Jule Klieser
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Zwei Europa-Experten zu Gast im Goethe-Gymnasium: Rana Deep Islam von der Stiftung Mercator (l.) und Johannes Arens vom Zweckverband Region Aachen informierten Oberstufenschüler am Freitag über den „Arbeitsplatz Europa“. Foto: Klieser

Stolberg. „Europa, das merkt man nicht im Schulalltag, oder?“ Mit diesen Worten eröffnete Politik-Lehrer Philipp Pletsch die Veranstaltung des Goethe-Gymnasiums mit dem Titel „Arbeiten in und für Europa“.

Zustimmendes Nicken von den rund 40 Oberstufenschülern, die in die Aula gekommen waren, um die beiden Referenten, zwei Europa-Spezialisten, zu erleben: Johannes Arens vom Zweckverband Region Aachen und Rana Deep Islam von der Stiftung Mercator plauderten mitunter aus dem Nähkästchen, webten eigene Erfahrungen mit dem „Arbeitsplatz Europa“ in ihre Informationen über Kulturhauptstadt, das Förderprogramm Erasmus und Studieren im Ausland.

„Mein Vater stammt aus Indien. Dort hat er die Massenvertreibungen von Hindus und Muslimen miterlebt“, erzählte Islam. Seine Eltern, die ein Europa-Gipfeltreffen im Fernsehen verfolgten, waren begeistert von Europa als Vorbild.

In Europa gab es Völkerverständigung, Toleranz, keine Vertreibungen und auch keinen Rassismus. „Europa klingt in den Nachrichten abstrakt, doch die eigene Geschichte hilft, das herunterzubrechen.“ Rana Islam betreut bei der beheimateten Mercator-Stiftung, die sich in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und internationale Verständigung engagiert, die Europa-Projekte.

„Mir hat es oft geholfen, dass ich Niederländisch spreche. Es lohnt sich wirklich, diese Sprache zu lernen“, riet derweil Johannes Arens den Zuhörern. Arens hatte seinen Werdegang mit einem Kunststudium in Maastricht begonnen und unter anderem berufliche Erfahrungen bei einer Mode- und Textilfirma in Amsterdam gesammelt. „Ihr habt den Vorteil, dass ihr nicht weit fahren müsst, um die Sprache zu üben.“

Die verschiedenen Mentalitäten selbst innerhalb Europas haben Rana Islam während seiner Studienzeit beeindruckt. „Viele Stereotype haben einen wahren Kern. Zum Beispiel haben am Europa-Kolleg in Brügge die Deutschen und die Niederländer immer auf Disziplin gedrängt, Spanier und Italiener überhaupt nicht. Doch die Südeuropäer waren sehr kreativ, hatten viele gute Ideen“, hat er beobachtet. „Es ist ein Vorteil, wenn verschiedene Mentalitäten zusammenkommen.“

„Wer nimmt meine Ideen überhaupt ernst?“, hatte Arens sich als Student gefragt, jedoch bald gemerkt, dass es viele Abnehmer für seine Projekte gibt. „Man kann einfach anklopfen und seine Projekte vorstellen. Es gibt so viele Fördermöglichkeiten.“ Für ihn sei es immer wichtig gewesen, eine eigene Meinung zu haben. „Lasst euch eure Meinung nicht nehmen. Auch wenn der Wind entgegenweht.“

„Was verbindet Ihr mit Europa?“, wurden die Schüler gefragt. „Gemeinschaft“, „Europäische Union“, „Euro“, „Politik“, „Frieden“, „Reisefreiheit“, kam aus dem Auditorium. So rannten die beiden Referenten offene Türen ein mit ihrer Europa-Begeisterung. Arens erklärte den Schülern die Bewerbung Maastrichts als Europäische Kulturhauptstadt, empfahl den jungen Zuhörern, unbedingt zur Europawahl zu gehen und nach Möglichkeit eine Zeit lang im Ausland zu studieren.

Was wäre, wenn Maastricht und die Euregio Rhein-Maas 2018 Kulturhauptstadt würde? Vier große Ideen enthalte das Bewerbungsbuch, erläuterte Aren. Es gehe unter anderem um „viele Sprachen sprechen“, wobei „Sprachen“ auch kulturelle Aspekte wie Kunst, Musik, Tanz, Essen und Trinken umfasse. „Erinnerung, was sein wird“ betone verbindende, besondere Eigenschaften der Region. Das könne der Reisfladen genauso sein wie der Bergbau. Und die Vorteile der Kulturhauptstadt? „Der Tourismus wird stimuliert, ähnlich wie bei den Olympischen Spielen“, erklärte Johannes Arens.

Im Rahmen der Europaschule, die das Goethe-Gymnasium ist, sei das Schüler-Experten-Gespräch der Start einer Reihe mit Europa-Praktikern, erläuterte Philipp Pletsch. Die Schüler sollten erfahren, „dass Europa nicht nur Brüssel ist, sondern auch vor Ort passiert.“

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