Stolberg-Venwegen - Ein bisschen Wehmut schwingt mit beim letzten Mal

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Ein bisschen Wehmut schwingt mit beim letzten Mal

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Kennen sich seit vielen Jahren: Roger Rosseau (links) aus Belgien und Hans Erich Hardt von den „Lustigen Brüdern”. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Venwegen. Auf den ersten Blick scheint es ein ganz normaler „Internationaler Nordeifel-Wandertag” zu sein: Das „Epizentrum” der Großveranstaltung ist wie immer das Bürgerhaus von Venwegen. Dort herrscht ein Kommen und Gehen, immerhin sind Hunderte Wanderer an diesem Sonntag unterwegs.

Die Stimmung ist fröhlich, doch kratzt man an der Oberfläche, wird klar, dass diese Veranstaltung für viele Helfer und Teilnehmer auch eine traurige Note hat, denn es ist der letzte Internationale Wandertag der „Lustigen Brüder”.

Wie viele Vereine leidet der Wanderclub an Überalterung. „Innerlich tut es einem sehr weh, aber wir haben kein Personal mehr und so wurde entschieden, dass dies das Ende des Nordeifel-Wandertages ist. Das muss ich akzeptieren”, so Josef Plum (87), der 36 Jahre lang Vorsitzender des Wanderclubs in Venwegen war.

Aus seinem Frust keinen Hehl macht auch der jetzige Vorsitzende Hans Erich Hardt: „Es ist schon verdammt traurig, zumal wir die Hoffnung hatten, dass Venwegener Ortsvereine die Veranstaltung fortführen würden. Aber die haben ja selbst kaum noch Mitglieder.” Auch die Anfrage bei einem befreundeten Wanderclub sei ohne Ergebnis verlaufen, „die Entfernung war zu groß”, nennt der 69-Jährige den Grund.

Rund 40 Ehrenamtler sind beim Nordeifel-Wandertag im Einsatz. Die Organisation ist sehr (zeit)aufwändig. Peter Neven etwa lotst Wanderer, die im Auto anreisen, zu den Parkplätzen. „Vorab bin ich die Wanderstrecken - insgesamt sind das rund 50 km - viermal abgelaufen, um die Streckenmarkierungen anzubringen und zu kontrollieren, ob noch alle Wegweiser da sind”, beschreibt der 54-Jährige sein Aufgabenfeld.

Fürs leibliche Wohl hingegen ist Karin Mans zuständig. Wie viele Speckstreifen und Eier sie an diesem Sonntagmorgen bereits in die Pfanne gehauen hat, weiß die 56-Jährige nicht, wohl aber eines weiß sie sicher: Der Appetit der rund 900 Wanderer ist gewaltig. Die ehrenamtliche Arbeit betrachtet sie als eine Selbstverständlichkeit. „Ich bin doch auch froh, wenn ich bei den Wandertagen der anderen Vereine gut beköstigt werde”, sagt die 56-Jährige, während sich der Speck-Vorrat des 30. und letzten Nordeifel-Wandertags dem Ende zuneigt.
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