Stolberg - Ein Appell für Mindestlöhne

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Ein Appell für Mindestlöhne

Von: Jan Schlegelmilch
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Forderten Mindestlöhne auf dem Maifest von Gewerkschaften und SPD: Helmut Wirtz (links) und Stefan Kämmerling. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. Eine bunte Mischung aus Unterhaltung und etwas Politik sind die beiden Komponenten, die immer wieder zahlreiche Gäste zum traditionellen Familienfest der Stolberger IG Metall, IG BCE und SPD auf den Kaiserplatz locken. Dass es diesmal wenige Tage vor der Landtagswahl etwas politischer als sonst wurde, versteht sich fast von selbst.

Der Spaß und ein kurzweiliges Programm sollten bei der Veranstaltung aber natürlich auch nicht zu kurz kommen. Während die kleineren Gäste mit Ponys und Eisenbahn die Umgebung des Kaiserplatzes erkunden konnten und am Schminkstand, Bagger und Karussel ihre Freude hatten, sorgten die Präsentation des Racing Teams Krüger sowie acht Musik- und Tanzgruppen auf der Bühne für die Unterhaltung der Großen.

SPD-Landtagskandidat Stefan Kämmerling nutzte die Bühne hingegen, um noch einmal Werbung in eigener Sache zu betreiben. Seine Forderungen nach starken Gewerkschaften - Kämmerling ist selbst 12 Jahre Gewerkschaftsmitglied - und einem flächendeckenden Mindestlohn waren auch Themen, die seine Vorredner schon bei der Kundgebung unter dem Motto „Gute Arbeit, gerechter Lohn, starker Sozialstaat” aufgegriffen hatten. „Wir können allen sagen: Gute Arbeit und gerechten Lohn, einen starken Sozialstaat und eine andere Politik bekommst du nur, wenn wir gemeinsam nach vorne gehen. Je mehr wir sind, desto eher können wir dafür sorgen, dass die Fehlentwicklungen der letzten Jahre korrigiert werden”, setzt Helmut Wirtz, Geschäftsführer der IG Metall Stolberg/Eschweiler auf starke Gewerkschaftsarbeit. Diese habe sich in der Wirtschaftskrise schließlich als überaus wertvoll erwiesen: „Wir Gewerkschaften und Betriebsräte haben durch unser Engagement seit Beginn der Krise hunderttausende Arbeitsplätze gesichert. Wir haben eine Katastrophe verhindert”, machte Wirtz, der auch in den jüngsten Tarifabschlüssen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektro- und Chemieindustrie eine gute Tarifpolitik bestätigt sieht, deutlich.

Trotz des leichten konjunkturellen Aufschwungs sieht er aber noch keinen Grund zur Entwarnung - im Gegenteil: „Nach wie vor wird an den Finanzmärkten gezockt, was das Zeug hält. Dieses Mal wird im Fall Griechenland auf den Bankrott ganzer Länder gewettet. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Politik endlich Konsequenzen zieht!”

Ein Appell, dem sich Peter Alt in seinen Ausführung nur anschließen konnte. Der 2. Vorsitzende der IGBCE Ortsgruppe Stolberg kritisierte nachdrücklich, dass viele Unternehmen die Krise genutzt hätten, um sich von Personal zu trennen und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern: „Hier hat gerade der Glasbereich, in dem auch ich beschäftigt bin sage und schreibe 2500 Arbeitsplätze in der Region Aachen abgebaut. Und das hatte nicht immer etwas damit zu tun, dass keine Aufträge vorhanden waren.” Deshalb forderte Alt auch mehr „Fairness und Anstand” gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern - Werte, die für ihn auch mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns verknüpft sind: „Nach wir vor verlangen wir, dass die Leistungen von Beschäftigten auch dementsprechend honoriert werden müssen.”

Honoriert wurde indes die Anwesenheit der Polizeibeamten, bei denen sich Alt für ihren Einsatz bedankte. Obwohl eine kleinere Gruppe Neonazis außerhalb des Platzes anwesend war, blieb es im Gegensatz zum Vorjahr ruhig.
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