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Ein Anwalt vieler Menschen mit Handicap

Von: jk
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Irmgard und Hans-Hubert Schüller bei der Feier zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Foto: J. Klieser

Städteregion/Würselen/Stolberg. Hans-Hubert Schüller ist ein würdevoller alter Herr. „Ein kleines bisschen langsamer“ möchte er jetzt machen, wie er am Rande seines großen Festes zur Bundesverdienstkreuz-Verleihung in der Caritas-Werkstatt Würselen sagte. Schließlich zählt er mittlerweile 77 Jahre, doch immer noch setzt er sich für behinderte Menschen ein. Für dieses lebenslange große Engagement bekam Schüller jetzt die hohe Auszeichnung.

Kindheit und Jugend des gebürtigen Stolbergers waren nicht leicht in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Doch mit seiner Frau Irmgard und bald fünf Kindern folgten gute Jahre. Zwei seiner Kinder, die geistig behindert sind, gaben den Anstoß zum Ehrenamt, das den Familienvater niemals ruhen ließ, für die Verbesserung der Lebensumstände behinderter Men­schen einzutreten. Schüllers zweitältester Sohn, heute 50 Jahre alt, kam seinerzeit auf die Regenbogenschule. Doch damals, bis 1983, sei diese Schule mehr eine „Unterbringung“ gewesen, findet Schüller. Mit anderen Eltern kämpfte er dafür, dass die Förderschule erneuert und verbessert wurde und gründete einen Förderverein.

„Früher hieß es oft, ein Behinderter könne nichts“, erinnert sich Schüller. Verantwortlichen klarzumachen, dass jedes behinderte Kind etwas lernen kann, war eines seiner ständigen Anliegen. „Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Man muss hartnäckig sein. Und im Rathaus habe ich auch schon mal die Stimme erhoben.“

Bis heute im Behindertenbeirat

Schüller war stellvertretender Vorsitzender des Stolberger Behindertenbeirats und ist es bis heute. In der Regenbogenschule wirkte er in der Elternvertretung mit, seit 1987 war er Mitglied im Eltern- und Angehörigenbeirat des Caritas-Behindertenwerks Eschweiler. Dessen Beirat leitete er 17 Jahre lang und ist heute Ehrenvorsitzender. Außerdem agierte er auch überregional. So gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Landesverbandes von Eltern-, Angehörigen- und Betreuungsbeiräten in Werkstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehörten für ihn diverse Fortbildungen. Nicht nur, dass er für Menschen mit Handicap kämpfte. In seiner Firma, wo er als 44 Jahre lang Schlosser arbeitete, war er lange Zeit auch Betriebsratsvorsitzender.

Bei der Verdienstkreuz-Verleihung im Haus der Städteregion in Aachen dankte und gratulierte Städteregionsrat Helmut Et­schenberg dem Ausgezeichneten und überreichte den Orden. Anschließend wurde in Würselen in der Caritas-Werkstatt mit vielen Gästen gefeiert. Mit dabei waren alle Kinder von Irmgard und Hans-Hubert Schüller sowie die drei Enkelinnen im Alter von fünf, zwölf und 24 Jahren.

In Zukunft hat er vor, die Behindertenwerkstätten noch oft zu besuchen. Sein größter Wunsch ist, „dass wir noch lange gesund bleiben.“

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