Eigeninitiative: Schweinchenjagd im Grado-Park

Von: Dirk Müller
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Der Pensionär Günter Poick w
Der Pensionär Günter Poick wirft die erste Kugel zur Reaktivierung der Boule-Bahn im Grado-Park. Die Grünanlage auf der Liester, die in Eigeninitiative gepflegt wird, ist um eine Attraktion reicher, die auch als generationenübergreifendes Angebot gedacht ist. Foto: D. Müller

Stolberg-Liester. Die Damen und Herren unterhalten sich gesellig im Schatten der Bäume, die Boule-Kugeln werden ausgepackt, der Rotwein hingegen bleibt bis zur Spielpause in der Kühltasche, damit er bei den hohen Temperaturen nicht zum Glühwein wird.

Die beschauliche Szenerie hat echtes französisches Flair - mitten auf der Liester. Schauplatz ist der Grado-Park, der nun wieder über eine großzügige, gut bespielbare Boule-Bahn verfügt.

Regeneriert hat die Bahn, die mit vier Bänken am Rand zum Spielen und Zuschauen einlädt, Günter Poick. Bevor es an ihm ist, die erste Kugel in Richtung des „Schweinchens” zu werfen, ergreift der Bürgermeister das Wort: „Der Grado-Park ist ein Paradebeispiel für starkes bürgerschaftliches Engagement”, sagt Ferdi Gatzweiler und dankt Poick und den anderen Anwohnern, die sich um die Grünfläche kümmern.

Seit geraumer Zeit wird der Park von Nachbarn in privater Eigeninitiative gepflegt, sie mähen den Rasen, schneiden Hecken und Sträucher zurück. „Dieser Einsatz hat wirklich Früchte getragen. Das Gelände ist in einem sehr guten Zustand, und seitdem die Anwohner sich verantwortlich fühlen, gehen auch andere Menschen besser mit dem Grado-Park um, hinterlassen weniger Müll und Unrat”, beschreibt Poick.

Er habe sich den Einsatz der „Park-Pfleger” zum Beispiel genommen und die Boule-Bahn wiederbelebt. Anlässlich seines 80. Geburtstags verzichtete Poick auf Geschenke und sammelte stattdessen für das Projekt. So konnte er zwei Gärtner engagieren und mit ihnen zusammen die Bahn zunächst freilegen.

40 Schubkarren voller Wildwuchs transportierte Poick, der früher selbst begeisterter „Bouler” war, eigenhändig ab, bis die Bahn wieder zugänglich war. „Jetzt hat der Park einen zusätzlichen Treffpunkt, insbesondere auch für Senioren. Wenn die Anlage noch mehr genutzt wird, wird der Grado-Park bestimmt weiterhin so schön bleiben, wie er ist”, meint Poick.

Die Belebung des Parks durch Boule-Spieler und Zuschauer würde dazu beitragen, dass Müllprobleme weitestgehend der Vergangenheit angehören, hofft der 80-Jährige, der sich auch in Zukunft um Erhalt und Pflege der Bahn kümmern will.

Zur Eröffnung der „neuen alten” Boule-Bahn sind einige Nachbarn, die „City Bouleboys” und ein „Rathaus-Team”, bestehend aus dem Bürgermeister, dem Leiter des Hochbauamts, Ulrich Coopmann, und dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden, Hans Kleinlein, zusammengekommen. Statt Urkunde oder Blumen haben sie ihre Boule-Kugeln mitgebracht, und anstelle einer feierlichen Zeremonie wird die Bahn standesgemäß mit einer Partie des französischen Nationalsports eingeweiht.
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