Eifel- und Heimatverein Breinig weiht neue Rundwege ein

Von: Dirk Müller
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Nach wenigen Metern führt der
Nach wenigen Metern führt der Rundweg „BR1” in die Trappegasse - dahinter wartet die Natur. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Dunkle Wolken brauen sich über der Breiniger Pfarrkirche St. Barbara zusammen, doch die Mitglieder des Eifel- und Heimatvereins schauen einfach in die andere Himmelsrichtung, über der zaghaft die Sonne lacht.

Sie sind entschlossen, die neuen Rundwanderwege endlich gebührend, also mit einer gemeinsamen Wanderung, einzuweihen. Ausgangspunkt der fünf beschilderten Routen ist die neue Informationstafel im Schatten der Kirche Alt Breinigs. „Enthüllt wurde die Tafel schon offiziell von Pfarrer Ulrich Lühring und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler am 26. August. Dieser Sonntag war aber dermaßen verregnet, dass die Einweihungswanderung buchstäblich ins Wasser fiel”, erklärt Ingrid Rüttgers.

Die Wanderwartin des Eifel- und Heimatvereins Breinig begrüßt immer mehr Mitglieder am Treffpunkt, bis die Gruppe auf knapp 20 Personen angewachsen ist. Die düsteren Wolken ziehen weiter, die Wanderfreunde machen sich auf den Weg, und schon bei der ersten Abbiegung zeigt sich der Sinn der ausgewiesenen Rundwanderwege, denn die Route führt die Trappegasse hinauf. Der schmale in den historischen Straßenzug Alt Breinig integrierte Pfad führt zwischen malerischen Bruchsteinhäusern hindurch direkt in die Natur - nicht ortskundigen Wanderern würde dieser Weg verborgen bleiben, wenn da nicht die große Schautafel, die Broschüren im praktischen Format, die an der Tafel und in vielen Breiniger Geschäften kostenlos erhältlich sind, und die deutlichen Markierungen der Rundwege wären.

Pittoreske Fachwerkhäuser

Am Ende der Trappegasse weist das rote Schild mit der Aufschrift „BR1” nach links, und die Wanderer folgen einem Feldweg bis zur Straße Schomet. Erst wenige Minuten unterwegs wird die Gruppe mit einer wunderschönen Aussicht belohnt: Sattes Grün erstreckt sich über die sanften Hügel, vereinzelt fallen weidende Rinder, pittoreske Fachwerkhäuser und Gehöfte in den Blick. Ein Bild, das unter den „Wandervögeln” besonders Robert Leclaire und Josef Wolff vertraut ist, denn die beiden zeichnen für das neue Rundwegenetz verantwortlich. Allerdings nicht alleine, wie Wolff, Wanderwart des Eifel- und Heimatvereins Breinig, betont: „Ein Projekt dieser Größenordnung kann man nur gemeinschaftlich umsetzen.”

Hilfe von Stadt und Städteregion

So wichtig die Arbeit des „externen Wanderers” Leclaire mit seinem GPS-Gerät auch gewesen sei: „Ohne die Finanzierung durch die Werbegemeinschaft Breinig, könnte es die Informationstafel und die kostenlosen Broschüren nicht geben”, sagt Wolff. Die Unterstützung seitens der Stadt Stolberg und der Städteregion habe dem Breiniger Eifel- und Heimatverein ebenfalls geholfen.

An der nächsten Gabelung hat die Gruppe die Wahl, weiter der Route „BR1” zu folgen, oder den 7,5 Kilometer langen Rundweg in Richtung Stolberger Wald und Breiniger Berg in Angriff zu nehmen. Die Wanderer bleiben bei ihrem ursprünglichen Plan, dem kürzesten der fünf Rundwanderwege, „Breinig 1”, über 2,3 Kilometer zu folgen.

„Das ist ja eine Qualität der Routen. Kurze Wanderungen sind als Naherholung möglich, und ob geübte Wanderer, Kinder oder Senioren - es ist für jeden etwas dabei”, lobt Josef Naumann, stellvertretender Vorsitzender des Eifel- und Heimatvereins Breinig. Leclaire ergänzt, dass Touren von einer bis dreieinhalb Stunden möglich seien, die auf Wunsch miteinander kombiniert werden können: „Dank der Ausschilderung und der Broschüren kann man sich spontan entscheiden und verläuft sich unterwegs nicht.”

Auf die zahlreichen Bänke am Wegesrand verweist Ria Borchart von der Bezirksgruppe Aachen im Eifelverein: „Toll ist auch, dass genügend Ruhepunkte vorhanden sind. Hier kann man die Natur genießen, sich mit Essen und Trinken stärken und die Verpackungen gleich in den Mülleimern entsorgen.” Auch die anderen Vereinsmitglieder sind derweil im Gespräch, Zeit für einen Schwatz mit einem Anwohner, der in seinem Garten in Wegesnähe arbeitet, ist immer. Bei angenehmen Temperaturen führt der weitere Weg am Waldrand entlang und darauf direkt in das schattenspendende Wäldchen, so dass der Rundweg „BR1” auch bei heißer Witterung zu einer entspannten Wanderung einlädt. Vorbei an den „Pingen” genannten Vertiefungen im Waldboden - Relikte des Erzabbaus - passiert die Gruppe den „Hennecken-Steinbruch”.

Einer der Wanderer bringt den linker Hand gelegenen „Weiher” ins Spiel, der sich im ehemaligen Kalksteinabbaugebiet gebildet hat. Ein kurzer Tumult kommt auf, und Resultat ist, dass es bei der kurzen einstündigen Tour nicht bleibt. Der Abstecher zum Weiher soll lohnenswert sein, und so wird nicht lange gefackelt: Abenteuerlustig schlagen sich die Wanderer auf unbefestigtem Weg durch.

Atemberaubender Anblick

Tatsächlich eröffnet sich nach wenigen Metern eine andere Welt: Der Anblick der hohen Felswand, die sukzessive vom Grün der Natur erobert wird, ist atemberaubend. Nur der Weiher fehlt, doch dass heute kein Wasser in der Senke steht, vermag das Naturerlebnis nicht zu trüben.

Zurück an der befestigten Straße, erlaubt Josef Wolff sich den Hinweis auf das nahe gelegene, über 700 Jahre alte Gut Stockem. Zu einem neuerlichen Tumult kommt es diesmal aber nicht. Es herrscht fast stillschweigendes Einverständnis: Die Wandergrup­pe hat noch nicht genug, der Umweg zu dem Gutshof steht außer Diskussion, schließlich sollen nicht nur der Rundweg eingeweiht, sondern auch Tipps und Sehenswürdigkeiten erlebt werden.

So wie den „Profis” vom Breiniger Eifel- und Heimatverein wird es wohl bald auch manchem Hobbywanderer ergehen, denn die Rundwege machen Lust auf mehr, und kleine Abstecher gehören zu den „Risiken und Nebenwirkungen” der „Wanderbeilage”, die an der Kirche St. Barbara in Alt Breinig bereitliegt.
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