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EHEC: Händler leiden unter der Unsicherheit

Von: Sarah Sillius
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Züleyha und Esraf Uzun beklag
Züleyha und Esraf Uzun beklagen - wie viele andere Obst- und Gemüsehändler aus der Stadt - einen Rückgang beim Verkauf. Gurken gehen zurzeit gar nicht mehr über ihre Theke. Für Familie Uzun gehören solche schlechten Phasen dazu: „Was morgen kommt, weiß man nie.” Foto: S. Sillius

Stolberg. „Kommt das Gemüse aus Spanien?” Eine Frage, die Fatma Karapina seit letzter Woche oft gehört hat. Fatma Karapina ist Inhaberin eines Obst- und Gemüsegeschäfts in Stolberg-Mühle. Die Quelle der EHEC-Erreger ist immer noch nicht gewiss, die Unsicherheit wächst.

Seitdem der Verdacht aufgekommen ist, Gurken aus Südspanien könnten die Darminfektionen in Deutschland und anderen Ländern ausgelöst haben, leiden auch die Stolberger Händler. „Wir haben mehrere Kisten Gurken und Tomaten aus Spanien wegwerfen müssen”, beklagt sich Fatma Karapina, während sie in ihrem Laden an der Kasse sitzt. Es muss schließlich weitergehen. Aber der Verlust für ihr Geschäft sei groß, sagt sie.

Keine Waren aus Spanien

Karapina kauft jeden Tag auf dem Großmarkt in Aachen-Brand ein, und hat gestern bewusst auf Ware aus Spanien verzichtet. Jetzt befinden sich in ihrem Sortiment ausschließlich Obst und Gemüse aus der Region und den Niederlanden.

Esraf Uzun und seiner Frau Züleyha geht es ähnlich. Sie führen ein Obst- und Gemüsegeschäft auf der anderen Straßenseite. „Ich habe heute noch keine einzige Gurke verkauft”, sagt Uzun. Es ist nicht der erste Tag, an dem das grüne Gemüse in der Kiste liegenbliebt. Und das, obwohl Uzuns Gurken ausschließlich aus den Niederlanden stammen. Doch der türkische Händler schmunzelt, er bleibt optimistisch. Zu seinem Geschäft gehört ein gewisses Risiko eben dazu. „Was morgen kommt, weiß man nie”, sagt er und zuckt mit den Schultern. Die Bestellung der Gurken hat er zunächst eingestellt. Über mangelnde Kundschaft muss er sich derzeit noch nicht beklagen. Auf Vitamine und türkische Spezialitäten wollen die Stolberger zu seinem Glück nicht ganz verzichten. Allerdings sind es eher Wassermelonen und Teigwaren, die über Uzuns Theke wandern.

Das weiße Schild an der Gurkenkiste, auf dem „Angebot” geschrieben steht, habe nichts mit den EHEC-Keimen zu tun, versichert Uzun. „Das Angebot gibt es schon länger”, sagt er. Trotzdem verlockt das Schild keinen Verbraucher aus Stolberg dazu, in die Gurken-Kiste zu greifen und dabei ein Schnäppchen zu schlagen. „Unsere Kundschaft ist international”, sagt Uzun. Doch beim jetzigen Kaufverhalten würden Nationalität und Kultur keine Rolle spielen. Unterschiede gebe es nicht, die Angst vor einer Erkrankung vereint alle.

Das spüren auch die Mitarbeiter in Michael Kriegers Gärtnerhof in Langerwehe. Der Biobauer beliefert auch Händler aus Stolberg. „Wir merken zwar keine großen Unterschied, aber Gurken wurden erstmal nicht mehr bestellt”, sagt Mitarbeiterin Nicole Dobelmann, die von vielen auf die Keime angesprochen wird. Zum Kundenstamm des Biobauern gehören auch Schulen, die sich am EU-Schulobstprogramm beteiligen. „Jetzt, wo die Gefahr akuter wird, haben viele Schulen auf schälbares Obst und Gemüse umgesattelt, manche bekommen im Moment nur Apfelsaft.”
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