Echter „Stolberger Jong“ Bert Kloubert ist gestorben

Von: -jül-
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Bert Kloubert war ein Stolberger Original mit Ecken und Kanten.

Stolberg. Die traurige Nachricht verbreitete sich am Mittwoch wie ein Lauffeuer: Bert Kloubert verstorben. Er wurde nur 64 Jahre alt. Bert Kloubert verkörperte wohl das, was man unter einem „Stolberger Jong“ versteht. Er war ein Original, das seiner Heimatstadt fest verbunden war.

Er war engagiert, als Musiker, Fußballer, Trainer, Jugendobmann, Sportfunktionär und auch als Politiker. Bert Kloubert vertrat seine Meinung, zeigte Ecken und Kanten, zögerte nicht, damit auch anzuecken.

Seine ersten sechs Lebensjahre verbrachte Kloubert am Halsbrech, dann zogen seine Eltern zur Eschweilerstraße, später in die Atsch, als junger Ehemann lebte er in Münsterbusch bevor er in das urgroßmütterliche Haus am Halsbrech zurückkehrte.

Den Blick für das Machbare hat Bert Kloubert in seiner Ausbildung gelernt. Nach der Volksschule besuchte er zwei Jahre lange eine Handelsschule in Aachen, wurde als einer der letzten Auszubildenden überhaupt von der ASA Aktienspinnerei in der Hamm zum Industriekaufmann ausgebildet.

Es folgten eine Betriebswirtschaftsakademie, drei Semester Fernstudium der Betriebswirtschaftslehre. Bis 1996 war er im Rechnungswesen des Stolberger Energieversorgers EWV beschäftigt, später war der ESW-Fachwirt selbstständig.

Einen ersten Anlauf auf den Job als Bürgermeister im Stolberger Rathaus unternahm Bert Kloubert 1999 und erhielt 318 Stimmen (1,4 Prozent). Da war er noch Mitglied der SPD und kandidierte „sozialer Demokrat“. Zuvor saß er für die Stolberger Genossen als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Als er 1997 versucht hatte, eine Unterschriftenliste zugunsten der Ansiedlung von McDonalds zu vermarkten, war es zum Zerwürfnis mit der Fraktion gekommen; Kloubert legte alle Mandate nieder, bleib seiner Partei aber zunächst treu.2004 kandidierte Kloubert mit der von ihm ins Leben gerufenen Alternativen Bürgerliste Stolberg (ABS) für den Stadtrat.

Obwohl nur ein Bruchteil der Wahlkreise mit Kandidaten besetzt werden konnten, reichten 233 Stimmen (0,9 Prozent) für ein Mandat. Er hospitierte zunächst bei den Grünen, bildete ab Dezember 2008 mit dem aus der FDP ausgetretenen Peter Steffens eine eigene Fraktion. Kloubert engagierte sich im Sport- und als Gast im Hauptausschuss sowie in der sogenannten Gestaltungsmehrheit aus SPD, FDP und Grüne. 2009 reichte esnicht mehr für einen Einzug in den Stadtrat.

Von 2010 bis 2015 stand Kloubert dem Stadtsportverband vor und gab der Fußball-Stadtmeisterschaft neue Impulse. Zu vielfältig, um die Stationen nachzuvollziehen, engagierte er sich sein Leben lang rund um den Fußball – vor allem und am liebsten mit Blick auf den Nachwuchs – zuletzt in vorderer Linie beim Spielverein Breinig.

Nicht vergessen werden darf der Musiker Bert Kloubert. Als Barde und Liedermacher war er Autodidakt, nachdem ihm Anfang der 80er Jahre eine Gitarre geschenkt worden war. Im und mit den „Wäggelcher“, allen voran Dieter Kluge und Gottfried Dahmen, eroberte Kloubert das Instrument und sein Publikum, zählte zu den Aktivposten der Zeiten des Burghausvereins und des Liedermacher-Festivals.

Und mit der Mundartgruppe „De City Jonge“ stimmte Bert Kloubert unter anderem auch das Lied an, das zu seinem Spitznamen werden sollte: „De Ent“. Stolberg hat eine mit Rat und Tat sozial engagierte Stimme verloren, die Neuem gegenüber stets offen war.

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