Dreimal volles Haus an einem Konzertabend

Von: Dirk Müller
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Schon nach wenigen Takten tanzen die Rolling-Stones-Fans bei der Clubveranstaltung zu den Klängen der Tributband „Red Rooster“, und für die Stones-Fans war es nicht „The last Time“, in der sie „Red Rooster“ hören wollen, denn „Satisfaction“ war bei diesem Konzert garantiert. Foto: D. Müller
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Die Ausnahmemusiker von „Reno Schnell featuring High Voltage Overhead“ heizen dem begeisterten Publikum mit virtuosen künstlerischen Interpretationen ein.
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Mit warmem Sound und starkem Repertoire begeistert „Melro’s Plays“ akustisch und gefühlvoll die singenden, tanzenden und feiernden Gäste.

Stolberg. Sie haben ausgelassen getanzt, mitgesungen und rhythmisch im Takt in die Hände geklatscht. Die Musikfreunde kamen in der Kupferstadt voll auf ihre Kosten, denn gleich drei Livekonzerte fanden in Stolberger Gaststätten statt.

Ebenso bemerkenswert wie die musikalische Qualität der Bands war dabei die Akzeptanz der Veranstaltungen: Bei allen drei Konzerten war die Stimmung großartig und die Gaststätten gut bis sehr gut besucht. Von einem Überangebot konnte keine Rede sein – der Abend bewies stattdessen: Stolberg ist eine musikalische Stadt mit genügend Publikumspotenzial auch für drei nahezu zeitgleiche Konzerte.

„Satisfaction“ garantiert

Schon um 19.30 Uhr sagte Manni Engelhardt, Manager des Rolling-Stones-Clubs Aachen/Stolberg, die erste Band an. Im Bistro „Kiek in“ in Büsbach spielte die Rolling-Stones-Tributband „Red Rooster“ auf, und bereits nach nur wenigen Takten von „Jumpin‘ Jack Flash“ begannen die ersten Gäste zu tanzen. In der gut gefüllten Gaststätte absolvierten Werner Gorressen (Gitarre), Ludwig Jansen (Gitarre), Peter Okon (Gesang), Heinz Willi Weidenhaupt (Bass) und Joe Naegler (Schlagzeug) als „Red Rooster“ ihr Stolberg-Debüt vor erlesenem Publikum aus Stones-Fans und -Kennern, und die Band hat diese „Feuertaufe“ zweifelsohne bestanden.

Hits wie „Brown Sugar“, „Mother’s little Helper“, „Not fade away“ und „Play with Fire“ begeisterten die Gäste bei der Veranstaltung des Rolling-Stones-Clubs im „Kiek in“. Ob „Wild Horses“, „Honky Tonk Woman“ oder „As Tears go by“ – die Band präsentierte die Songs der „Rolling Stones“ schnörkellos und unverfälscht. „Red Rooster“ erwies sich nicht als sterile Coverband, sondern als leidenschaftliche Tributband mit Herz und Seele, was bei dem Publikum in Büsbach sehr gut ankam. Für die Stones-Fans war es nicht „The last Time“, in der sie „Red Rooster“ hören wollen, denn „Satisfaction“ war bei diesem Konzert garantiert.

Fantastische Klangwelten

In der Stolberger Altstadt begann das zweite Konzert des Abends etwa eine Stunde später in der Musikkneipe „Piano“, die bis zum Bersten gefüllt war und sich bald in eine „Saunalandschaft“ verwandelte. Grund war der Auftritt von „Reno Schnell featuring High Voltage Overhead“. Die vier Stolberger Ausnahmemusiker Reno Schnell (Gitarre), Peter Sonntag (Bass), Markus Plum (Posaune, Keyboard, Trompete) und Max Sonntag (Schlagzeug) hatten sich mit Martin Mersmann verstärkt, der am analogen Keyboard den Sound der Band bereicherte. Schon bei dem Intro in das Konzert entführte das Quintett in fantastische Klangwelten und wurde vom Publikum frenetisch gefeiert.

Mit ihren genreübergreifenden, experimentellen und innovativen Interpretationen bekannter Musikwerke berauschten die Musiker das Publikum regelrecht und verwandelten das „Piano“ in einen ekstatischen Hexenkessel. Virtuose und hoch künstlerische Bearbeitungen von „Led Zeppelins“ Kultsong „Kashmir“, der traumhaften „Beatles“-Ballade „A Day in a Life“ oder „Toss the Feather“ (The Corrs) sorgten für beste Stimmung in der Musikkneipe.

Die fünf Musiker zeigten im Verbund ihre außerordentlichen Fähigkeiten und setzten sich auch immer wieder brillant solistisch in Szene. Bei Stücken wie „Cocaine“ blieb noch maximal 10 Prozent J. J. Cale übrig, 90 Prozent waren „High Voltage Overhead“ – und grandios. Analog zu einer sehr eindrucksvollen Version von Lou Reeds „Perfect Day“ war das Konzert für die Besucher das perfekte Musikerlebnis.

Vielstimmiger Gesang

Nicht weniger begeistert war das Publikum im „The Savoy“, wo die Formation „Melro’s Plays“ am späteren Abend aufspielte. Die Band aus erfahrenen Musikern paarte instrumentales Können mit vielstimmigem Gesang und begeisterte mit Spielfreude und abwechslungsreichem Repertoire. Dieses intonierte „Melro’s Plays“ stimmig unplugged.

Mit den akustischen Versionen von Stücken wie Slades „Far far away“, „Wish you were here“ von „Pink Floyd“, Neil Youngs „Heart of Gold“ und Adeles „Rolling in the Deep“ unterhielt die Band ihr Publikum glänzend und erhielt dementsprechend zu Recht viel lautstarken Applaus.

Mel Schmidt (Gesang, Percussion, Gitarre), Roland Mroncz (Gesang, Gitarre), Bert Wilden (Bass, Gesang) und Roger Sanchez (Gesang, Gitarre) ließen die zahlreichen Gäste in dem ebenfalls proppenvollen „The Savoy“ fröhlich singen, tanzen und ausgelassen feiern.

Temperamentvolle Stücke wie Willy DeVilles „Demasiado Corazon“, Melissa Etheridges „Like the Way I do“ und „Valerie“ von Amy Winehouse korrespondierten mit gefühlvollen Balladen wie „Losing my Religion“ von „R.E.M.“ und Marc Cohns „Walking in Memphis“, und „Melro’s Plays“ beeindruckte durchgängig mit warmem und harmonischem Sound in ansprechenden Arrangements, die dem Publikum offensichtlich sehr gut gefielen.

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