Stolberg-Dorff - Dorff feiert „Regenschirm-König”

Dorff feiert „Regenschirm-König”

Von: Heike Eisenmenger
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Fiel mehr oder weniger ins Wasser: der Festzug der St. Hubertus-Schützen aus Dorff am Sonntag. Spaß hatten Gäste und Gastgeber aber dennoch, denn es wurde Festzelt weitergefeiert. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Dorff. Bei aller Liebe zum Lokalpatriotismus - im vollen Ornat samt Musikanten durch den Ort zu ziehen, während es in Strömen gießt, macht wenig Sinn.

Das dachten sich am Sonntag auch die St. Hubertus-Schützen aus Dorff und verkürzten ganz pragmatisch den geplanten Zugweg drastisch, um im Trockenen, sprich im Festzelt auf dem Sportplatzgelände, weiter zu feiern.

Es wären nicht die Dorffer Schützen, würden sie im verregneten Festtag nichts Positives sähen: „Laut Statistik waren wir irgendwann mal an der Reihe. Nun hat es geregnet, und wir haben dafür die nächsten 50 Jahre wieder nur Sonnenschein an unseren Festtagen”, scherzte Vorsitzender Heinz Willms bei seiner Begrüßung.

Auch Fritz Thiermann, der tags zuvor zum Schützenkönig proklamiert worden war, ließ sich wie die vielen Besucher vom schlechten Wetter nicht die Laune verderben, ulkte: „Ich werde wohl als ,Regenschirm-Schützenkönig in die Geschichte von Dorff eingehen.”

Dass selbst einer „von auswärts” - Thiermann ist waschechter Bayer - Schützenkönig des Örtchens werden kann, zeigt, dass „Zugehörigkeit” in Dorff nicht danach definiert wird, wo jemand geboren und aufgewachsen ist, sondern ob er diesen Begriff mit Leben zu füllen vermag. Genau das hat die Familie Thiermann, sie ist fest in der dörfliche Gemeinschaft integriert.

Generell ist das Gemeinschaftsgefühl in Dorff stark ausgeprägt: Während der vier Festtage sind rund 80 Helfer im Einsatz. Es sei kein Problem, Leute zu finden, beteuerte Willms. „Es helfen nicht nur Schützen, sondern auch Mitglieder anderer Vereine. Der Fußballverein hat einen ganzen Tag übernommen, dafür helfen wir im Gegenzug bei deren Sportwoche”, erzählte der Vorsitzende.

Es sind Menschen wie Elke Zeevaert und Elke Mennicken, die während des viertägigen Schützenfestes unzählige Bierchen zapften. „Man muss sich auf irgendeine Weise in die Dorfgemeinschaft einbringen, sonst ist man verloren”, formulierte es Zeevaert, „und es macht einfach Spaß”, ergänzte Mennicken.

Während die Helfer an vielen Stellen gute Dienste leisteten, übernahmen „Grün-Weiß Eschweiler” und die „Bovenberger Musikanten” den musikalischen Willkommensgruß von Schützenkönig Fritz Thiermann und Gattin Simone.

Heute drehen die Schützen noch mal richtig auf - um 10.30 Uhr mit der Ulkparade auf dem Dorfplatz. Bei schlechtem Wetter wird das Spektakel ins Festzelt verlegt.
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