Stolberg - Donnerberg: AWO schließt Lücke im Betreuungsnetz

AN App

Donnerberg: AWO schließt Lücke im Betreuungsnetz

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
Die Vorbereitungen für den Ki
Die Vorbereitungen für den Kita-Neubau an der Josefstraße laufen auf Hochtouren. Federführend sind Geschäftsführer Michael Mommer (l.) und der kaufmännische Leiter Guido Dohmen verantwortlich.

Stolberg. Im Sommer 2013 soll das Bild komplettiert werden - und das gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen wird sich dann mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Land ein weiterer privater Anbieter in der bunten Runde der in Stolberg vertretenen Träger einfinden.

Und zum anderen wird mit der geplanten Kindertagesstätte an der Josefstraße die letzte große Lücke im Betreuungsnetz der Kupferstadt geschlossen. Zehn Plätze für unter Zweijährige werden in der dreigruppigen Einrichtung geschaffen, hinzukommen 20 Plätze für Zwei- bis Sechsjährige.

In der Summe bewegt sich die AWO mit den von der Stadt Stolberg definierten Rahmenbedingungen eine Gruppe unter ihren ursprünglichen Planungen. Das aber liegt nicht an reduzierten Umfängen, sondern ausschließlich an dem Umstand, dass sie eigentlich eine größere Kita am Obersteinfeld bauen wollte, die Politik dort aber letztlich den Caritas Lebenswelten den Vorzug gegeben hat.

„Größere Einrichtungen lassen sich natürlich wirtschaftlicher betreiben”, räumt Michael Mommer ein, dass die zweite Wahl nicht die beste ist. Gleichwohl zeigt sich der Geschäftsführer des Kreisverbandes von dem Vorhaben auf dem Donnerberg überzeugt und ist dafür bereit, auch ein finanzielles Risiko einzugehen.

„Seitdem es Kibiz gibt, liegt die wirtschaftliche Verantwortung allein beim Träger”, erklärt Mommer, der zudem auf steigende Personalkosten verweist, die er bis dato noch nicht durch höhere Pauschalen des Landes kompensiert sieht.

Dennoch investiert die AWO Aachen-Land nach eigenen Angaben rund 1,5 Millionen Euro in Stolberg in einen „eher konventionellen Bau”, der dank der Nutzung von Sonnenenergie und Regenwasser jedoch „über das hinausgeht, was die Energieeinsparverordnung vorsieht”, wie Guido Dohmen betont.

Der kaufmännische Leiter treibt das Projekt zusammen mit Michael Mommer voran und ist sehr zuversichtlich, dass die Fertigstellung bis zum beginn des Kindergartenjahres 2013/14 gelingen wird. „Natürlich ist der Zeitplan ambitioniert”, räumt Dohmen ein.

Um ihn einhalten zu können, soll im Herbst mit den Bodenarbeiten begonnen werden. „Und wenn wir es schaffen würden, bis zur Frostperiode den Rohbau zu errichten, hätten wir schon ein wichtiges Etappenziel erreicht.”

Rund 450 Quadratmesser Grundfläche wird der Kita-Bau umfassen, hinzugesellt sich ein Außengelände von 1400 Quadratmetern. Vom heutigen Spielplatz werden somit 600 Quadratmeter erhalten bleiben - eine Verkleinerung, die das Jugendamt ausdrücklich als vertretbar eingestuft hat.

Inwieweit der für den Einstieg vorgesehene Belegungsplan mit seinen Gruppenstrukturen auf Dauer vertretbar bzw. angemessen sein wird, bleibt indes abzuwarten. „Kindertagesstätten sind generell einem fortlaufenden Wandel unterworfen”, gibt Michael Mommer zu bedenken. Neun Einrichtungen betreibt der AWO-Kreisverband Aachen-Land bereits, und dort hat der Geschäftsführer einen „Trend zur U 3-Betreuung” erkannt.

„Wir haben deutlich mehr Anfragen als Plätze”, geht Mommer davon aus, dass der Bedarf auch für die Stolberger Einrichtung über der vom Land angesetzten Quote von 32 Prozent hinausgehen wird, wenn 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr in Kraft tritt.

Und nicht nur das: „Es gibt auch einen zunehmenden Betreuungsbedarf in den Randzeiten. Hier werden Lösungen im Sinne der Eltern eine absolute Notwendigkeit sein.” Eine Option wäre, mit Hilfe von Tagespflegepersonal außerhalb der Regelzeiten eine Betreuung sicherzustellen. Das dürfte aber nicht nur auf dem Donnerberg eine Option sein und soll deshalb im Rahmen der Trägerkonferenz thematisiert werden.

Dem zunehmenden Fachkräftemangel, von dem auch Guido Dohmen berichten kann, zum Trotz, hat die AWO Aachen-Land bislang noch alle Stellen besetzen können. „Ich hoffe, dass das auch für Stolberg gelten wird”, geht der kaufmännische Leiter davon aus, dass er ein Team aus erfahrenen eigenen Mitarbeitern und neuen Kolleginnen zusammenstellen kann.

Zwischen zehn und 14 Mitarbeiterinnen bewegt sich die grobe Planung, der genaue Stellenplan ist noch offen und wird laut Dohmen von der Belegung abhängen, die sich im Zuge der Anmeldungen erst Anfang nächsten Jahres herauskristallisieren wird.

Bevor es soweit ist, muss die Stadt erst einen Bebauungsplan für die Ecke von Josefstraße und Erikaweg aufstellen. Darüber berät der Ausschuss für Stadtentwicklung auf seiner Sitzung am 21. Juni und der Stadtrat am 26. Juni. Mit der Eröffnung des AWO-Kindergartens wird die Einrichtung an der Höhenstraße von drei auf zwei Gruppen reduziert.

Dort würde anderenfalls die Fläche fehlen, um das erforderliche Raumkonzept für drei Gruppen zu realisieren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert