Stolberg - Die Zahl der Einbrüche steigt dramatisch

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Die Zahl der Einbrüche steigt dramatisch

Von: nvw
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Die üblichen Fenster bieten für Einbrecher kaum ein Hindernis. Wie man sein Haus besser schützen kann, darüber informiert die Polizei. Foto: N. Wolfsperger

Stolberg. Die Wohnungseinbrüche häufen sich in der Kupferstadt dramatisch. Im vorigen Jahr wurden 242 Einbrüche verzeichnet, 119 mehr als 2012 (123). Das bedeutet eine Steigerung von 97 Prozent.

Auch in diesem Jahr scheint sich die Situation nicht zu entspannen: Im ersten Halbjahr 2014 bewegt sich die Zahl der Wohnungseinbrüche auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. 2013 wurde zwischen Januar und Juli in 109 Stolberger Wohnungen eingebrochen. Erstaunlich ist dabei, dass die Wohnungseinbrüche im ersten Halbjahr mit jenem im zweiten fast auf gleichem Niveau liegen.

Sandra Schmitz, Pressesprecherin der Polizei Aachen, betont, dass die Einbrüche in der dunklen Jahreszeit, Oktober bis Januar, eigentlich weitaus höher liegen sollten, denn das sei die aktive Einbruchsaison. Die Zunahme der Einbrüche ist ein landesweites Phänomen, vor allem überörtlich organisierte Gruppen und Banden bereiten den Gesetzeshütern Schwierigkeiten. Unterschiedliche Gruppen agieren dabei in ganz Nordrhein-Westfalen, auch die Brennpunkte verschieben sich jeweils im Bundesland.

Um dieser neuen Herausforderung gerecht zu werden, hat die Polizei eine neue Ermittlungsgruppe, „Mobile Täter im Visier“ (motiv), etabliert. Die Bezeichnung gibt bereits den Arbeitsschwerpunkt vor: Dabei wird die Konzentration vom Tatort und -hergang weg auf einzelne Täter der Gruppe gesetzt.

Wenn ein mutmaßlicher Einbrecher öfter im Raum Aachen gesichtet wird, dann konzentriert sich die örtliche Polizei mit einem flexiblen Team besonders auf die Ermittlungen auf die Einzelperson und die mit dieser in Verbindung gebrachten Einbrüche. Zusätzlich sollen verbesserte Kooperation zwischen den Polizeidienststellen der einzelnen Städte und dem LKA sowie intensiver Informationsaustausch die Erfolgsquote erhöhen. So konnte beispielsweise die Bereitschaftspolizei (BP) Bonn im Mai diesen Jahres einer Einbrecherbande das Handwerk legen, die NRW-weit im Zeitraum vom 15. Oktober bis 30. Dezember 2013 in bis zu 140 Wohnungen eingestiegen sein soll.

Stolberg leidet außerdem vermehrt unter Wohnungseinbrüchen durch hier ansässige Jugendliche. Während die Jugendkriminalität bundesweit auf dem Rückmarsch ist, so macht eine Gruppe von sogenannten „Intensivtätern“ den ahnungslosen Kupferstädtern schwer zu schaffen. Die Halbstarken sind in den letzten Jahren wiederholt auffällig geworden, fallen aber noch unter das Jugendstrafrecht.

Wer sich gegenüber diesen Bedrohungen auf verlorenem Posten fühlt, kann sich in Aachen bei der Kriminalprävention der Polizei beraten lassen. Dort werden Tipps und Hilfestellungen gegeben, wie man das eigene Zuhause effektiv vor den unerwünschten Gästen schützen kann. „Bereits über 40 Prozent der Einbruchsversuche bleiben inzwischen bereits bei dem Versuch stecken, mit steigender Tendenz“, erklärt Kriminalhauptkommissar Manfred Beier. „Idealer Schutz wäre eine Kombination technischer Vorkehrungen, des eigenen Verhaltens und nachbarschaftlicher Aufmerksamkeit“, so Beier. Dieses Konzept beginnt bereits bei den Scharnieren für Fenster und Wohnungstüren.

Wichtig ist dabei, auf Schließmechanismen mit Rollzapfen zu achten, damit die Zugänge nicht so leicht aufgehebelt werden können. Stattdessen, oder zusätzlich, können verschließbare Verstärkungen angebracht werden. Aber auch das eigene Verhalten kann der Einbruchsprävention dienen: „Wichtig ist, sich nicht öffentlich in sozialen Netzwerken oder per Anrufbeantworter in den Urlaub zu verabschieden“, mahnt Beier, „außerdem sollten Nachbarn oder Freunde gebeten werden, Anwesenheit zu simulieren.“ Genauer: Abends Licht machen, die Rollläden herunterlassen und, noch wichtiger, sie bei Tagesanbruch wieder zu öffnen. Auch sollten Fenster und Balkontüren beim Verlassen der Wohnung nicht gekippt bleiben, die Außentür sollte nicht nur zugezogen, sondern richtig abgeschlossen werden.

Schmuckstücke und Wertsachen wiederum geraten durch besondere Sicherungen innerhalb der Wohnung eher in Gefahr, verschlossene Türen, Schubladen oder Kästchen signalisieren dem Dieb, dass sich dort Wertsachen befinden. Neben eigenverantwortlichen Sicherheitsvorkehrungen plädiert die Polizei zusätzlich für Nachbarschaftshilfe. Auffällige Personen sollten immer der Polizei gemeldet werden, auch wenn noch keine Anzeichen für eine Straftat bestehen.

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