Die Worte Jesu Christi harmonisch beantwortet

Von: mlo
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Verließ den sittsamen Pfad der Kirchenmusik und brachte die Orgel zu erstaunlichen musikalischen Luftsprüngen: Kantor Gunter Antensteiner.

Stolberg. Kraft und Heilung aus Gottes Wort schöpfen, das sowohl in biblischen Lesungen als auch in der Literatur von der Klassik bis zur Moderne zum Ausdruck kommt, und dazu im Wechsel entsprechende Orgelimprovisationen von einem technisch imponierenden Interpreten hören. Das bot das zweite Konzert des diesjährigen Konzertzyklus auf dem Finkenberg.

Während Gunter Antensteiner den sittsamen Pfad der Kirchenmusik verließ und die Orgel zu erstaunlichen musikalischen Luftsprüngen brachte, teilten sich Pfarrer Uwe Loeper und Jugendreferent Gerd Tilgner die biblisch-literarischen Texte. Immer wieder war von Aufbruch die Rede, vom Neuanfang, von Fröhlichsein, vom neuen Menschen in Gott.

Antensteiners musikalische Antwort auf Jesu Worte, die einerseits bei den Menschen Bewunderung hervorrufen, aber sie dennoch zweifeln lässt, wie sie der hoffnungslosen Lage ein Ende setzen können, war durchweg harmonisch, mal leise beginnend und mal zu einem großartigen Finale steigernd. In dieser Sehnsucht nach Gott ging der Organist den Farben und Stimmungen der Texte überaus intensiv nach und wusste das Publikum klangfarblich zu verzaubern.

Sowohl in den biblischen Texten aus dem Alten und Neuen Testament wie auch in dem alten und neuen Osterlied preisen die Autoren Gottes Herrlichkeit.

Für Eberhard Jüngel, einer der bedeutendsten und wirkungsmächtigsten evangelischen Theologen unserer Zeit, beginnt die „Zukunftsmusik” am Ostermorgen mit dem auferstandenen Herrn. Johann Wolfgang von Goethe und Furchtgott Gellert finden Gott in der Natur, für Theodor Fontane ist der Wechsel das Los des Lebens und in seinem Textauszug über das Reisen sprach Gerd Tilgner davon, dass man die Geschichte des jeweiligen Landes kennen müsse, um deren Schönheiten zu erkennen.

So verglich er die arme märkische Natur, das Land zwischen Oder und Elbe, mit den Frauen, denn auch die Hässlichste habe noch sieben Schönheiten, die man nur finden müsse, um sie zu verstehen.

Einen großen Raum nahm die sechzehnte der masurischen Geschichten um den wahrscheinlich seltsamsten Baum der Welt von Siegfried Lenz ein. „Der Mann im Apfelbaum” und auch Hermann van Veens „kleine Geschichte von Gott” stimmten sehr nachdenklich. Hans Werner Hüschs Gedanken drehten sich um die Kunst des Zusammenfühlens und Zusammendenkens aller Menschen und die Bitte Gottes, den Mensch zu lehren mit ihm neu anzufangen. Ein gemeinsames Schlusslied und eine letzte Orgelimprovisation berührten noch einmal Herz und Seele.
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