Die unterhaltsame und lehrreiche Geschichte des Adolphe Sax

Von: Marie-Luise Otten
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Monsieur Sax präsentiert seine Saxophonfamilie - und das Publikum ist begeistert. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Das Saxophon sieht aus wie ein gebogener Elefantenrüssel und hat einen besonders weichen und warmen Klang. Auf die Idee gekommen, solch ein Instrument zu entwickeln, ist der Belgier Adolphe Sax.

Mit diesem wunderlichen, liebenswerten Erfinder beschäftigten sich jetzt Martin Heim, Schauspieler und Sänger, und das in Stolberg schon bekannte Pindakaas-Quartett.

Im Rahmen des Stolberger Musiksommers brachten Martin Langer (Sopran-, Altsax, Flöte), Guido Grospietsch (Alt-, Tenorsax), Anja Heix (Tenorsax, Oboe, Flöte) und Matthias Schröder (Baritonsax, Klarinette) und Martin Heim das Kindertheaterstück „Die Abenteuer des Monsieur Sax” auf die Bühne des Kulturzentrums.

Groß und Klein erlebten mit, wie in der Erfinderstube des armen und erfolglosen Tüftlers Adolphe Sax das Saxophon geboren wird und begleiteten den schrulligen Erfinder auf seiner Reise nach Paris, wo er auf dem Marsfeld das Instrument in einem großen Wettkampf präsentieren will.

Die Kinderrevue entwickelte sich zu einer unterhaltsamen und spannenden Entdeckungsreise - vor allem ein Verdienst von Martin Heim, der als Antoine Josephe, Enkel des Monsieur Sax, das Leben seines Großvaters für das junge Publikum kindgerecht erzählte und die komplizierten Zusammenhänge leicht verständlich und durchschaubar machte. Historische Daten vermischte er geschickt mit Musikbeispielen und witzigen Einlagen. Alle hatten Spaß und lernten eine Menge über diese Instrumentenfamilie und seinen Erfinder.

1814 in Dinant geboren

1814 wurde Adolphe Sax als ältester Sohn von elf Kindern in Dinant an der Maas geboren - und das zu einer Zeit, als es noch kein elektrisches Licht und keine Wasserhähne gab. Die Eisenbahn war gerade erfunden worden. Neben dem Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen half er seinem Vater immer wieder gerne in der Musikinstrumentenwerkstatt.

Sax studierte Gesang, Harmonielehre und Klarinette und galt bald als virtuoser Meister dieses Instrumentes. Dennoch hatte er Visionen von einem neuen Klang. 1842 war es so weit und er stellte sein „Baby”, das erste Saxophon vor. Mit 35 Francs in der Tasche zog er nach Paris und wagte einen Neuanfang in der Großstadt. Der angesehene Musiker Hector Berlioz fand sofort lobende Worte für die abwechslungsreiche Schönheit des Saxophons, das warm und weich klang. Auch der König war begeistert, suchte er doch schon lange für seine Militärkapellen Instrumente aus Blech.

Nachdem das Publikum in die Rolle der Pariser Gesellschaft von 1842 geschlüpft war und über den besseren Sound von Militärkapellen abgestimmt hatte, wollten alle Saxophon lernen. Da war die Stunde auch schon vorbei. Am Ende gab es aber noch Dixieland- und Jazzmusik vom Feinsten. Obwohl Sax einsam und verarmt in Paris gestorben ist und es jahrzehntelang Intrigen und Prozesse um dieses Instrument gab, stand seinem Siegeszug aber nichts im Wege.

Das Pindakaas-Ensemble demonstrierte eindrucksvoll, dass die Saxophonmusik heute beliebter denn je ist. Mit jedem Takt, jedem Satz und jedem Stück wuchs das Staunen über die klangliche Vielfalt des Ensembles und die Virtuosität seiner Mitglieder.
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