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Die Stolberger Gymnasien machen den nächsten Schritt

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Mit ihrer Kooperation haben Goethe- und Ritzefeld-Gymnasium im vergangenen Sommer einen historischen Schritt gewagt.

Und kurz vor Beginn der Ferien lassen die beiden Schulleiter Bernd Decker und Armin Ochse keinen Zweifel aufkommen, dass sie den gemeinsamen Weg weiterbeschreiten werden.

Die Bilanz am Ende des Premierenjahres fällt positiv aus. Deshalb soll die Zusammenarbeit ab 22. August ausgeweitet werden. Nachdem die beiden Schulen diesseits und jenseits der Vicht zunächst gemeinsame Kurse in Spanisch und Niederländisch angeboten haben, sollen mit dem neuen Schuljahr nun die ersten Leistungskurse folgen: Biologie im „Ritze” und Physik im „Goethe”.

Vor allem im letztgenannten Fach kommt der Wert des Modells entscheidend zum Tragen, denn: „Physik hätte es als LK in Stolberg nicht gegeben”, betont Armin Ochse, der seinerseits dank des „Zuwachses” vom Kooperationspartner sogar zwei Biologie-Leistungskurse im Ritzefeld-Gymnasium bilden kann.

„Wir sind in einem modernen Schulsystem und müssen den Schülern die bestmögliche Ausbildung bieten”, nennt Decker die pragmatische Begründung für den Aufwand, den er nach eigenen Angaben angesichts der positiven Erfahrungen gerne betreibt.

Ein „Aber” schwingt jedoch in seinen Ausführungen mit, wenn er von dem nun auslaufenden Schuljahr spricht. Und dann bringt er es auf den Punkt: „Der einzige Haken ist der Transfer von Schule zu Schule.” Es gilt den Stolberger Talkessel zu durchschreiten, und das in dem kleinen Zeitkorridor der vermeintlich großen Pausen, die sich auf 20 bzw. 25 Minuten beschränken.

Gestresste Schüler

„Eigentlich lässt sich die Strecke in 20 Minuten gut zu Fuß bewältigen. Aber wenn man in die dritte oder vierte Etage muss oder dort herkommt, kann es nicht nur auf unseren Fluren ziemlich eng werden”, weiß der Goethe-Leiter.

Die Einschätzung beruht auf zahlreichen Rückmeldungen aus der Schülerschaft. „Einige Betroffene haben gesagt, dass sie das nicht noch einmal machen würden. Und viele berichten davon, dass sie sich gestresst und abgehetzt fühlen”, weiß Armin Ochse.

So etwas spricht sich in der Regel herum, und so ließ die Resonanz bei der Anmeldung für den Physik-LK zunächst auch zu wünschen übrig. „Ein, zwei Jahre wäre das noch gutgegangen, aber dann hätten wir das gesamte Modell in Frage stellen müssen.”

4000 Euro pro Jahr

Weil die beiden Schulleiter eben das aber nicht wollen, haben sie sich zusammengesetzt und ein Konzept entwickelt, das sie jetzt den Fraktionen von CDU und SPD vorgestellt haben. Kerngedanke ist, dass zumindest zwei Mal pro Woche ein Bus eingesetzt wird, um den Transport der pendelnden Oberstufenschüler zu gewährleisten.

Rund 100 Euro pro Woche und in der Summe 4000 Euro für ein gesamtes Schuljahr würde ein solcher Shuttle-Service kosten - viel Geld in Zeiten der rigiden kommunalen Haushaltskonsolidierung.

Und dennoch ist das Vorhaben offenbar nicht utopisch: „Wir haben sehr wohlwollende Rückmeldungen aus der Politik erhalten”, freut sich Armin Ochse. Wohl auch deshalb, weil er mit seinem Kollegen viel Vorarbeit geleistet und das gesamte Stundenplanraster auf die mögliche Änderung abgestimmt hat.

Demnach würden die gemeinsamen Leistungskurse dienstags und freitags parallel in den ersten beiden Stunden sowie montags in der 7. und 8. Stunde stattfinden. Eine Kostenübernahme durch die Schüler kommt dabei nicht in Frage. „Dann würde die Wahl des Kurses möglicherweise vom Geldbeutel abhängen. Und das geht natürlich nicht”, betont Bernd Decker.

Dass eine Kooperation zwischen Goethe- und Ritzefeld-Gymnasium ebenfalls „gar nicht” gehen würde, hatten Skeptiker im Vorfeld des ambitionierten Projektes geunkt. Die Realität hat dies widerlegt und gezeigt, dass alte Rivalitäten durchaus überwunden werden können.

Bernd Decker erklärt das so: „In der Vergangenheit sind zu sehr die Unterschiede und zu wenig die Gemeinsamkeiten betont worden.” Das hat sich in der Tat grundlegend geändert.
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