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Die Stolberger Feuerwehr rüstet auf

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Eine Summe, die sich sehen lassen kann: In den Jahren 2017 und 2018 investiert die Stadt 2,56 Millionen Euro in den Fuhrpark der Feuerwehr.

Stolberg. Genügend gut ausgebildete, motivierte Einsatzkräfte, eine zielgerichtete Nachwuchsarbeit und natürlich eine adäquate technische Ausrüstung: Diese Dinge braucht es, damit eine Feuerwehr wie die der Stadt Stolberg ihren Aufgaben nachkommen kann. Um die Schlagkraft der Wehr auf ihrem hohen Niveau zu halten, muss auch der große Fuhrpark regelmäßig auf den technischen Stand der Dinge gebracht werden.

Ebenso derzeit tut sich bei der Stolberger Wehr wieder einiges in Sachen fahrbare Untersätze. „Wir haben noch alte Fahrzeuge, die seit mehr als 30 Jahren im Einsatz sind“, erklärt Andreas Dovern, Leiter der Feuerwehr, im Gespräch mit unserer Zeitung. Das seien allerdings von den rund 40 motorisierten Fahrzeugen nur sehr wenige. „Solche alten Fahrzeuge entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik und gewährleisten auch nicht die Sicherheit für unser Personal, wie die neueren Wagen es tun“, so Dovern.

450.000 Euro einsparen

Dass es in Stolberg überhaupt so viele Autos gibt, hängt auch damit zusammen, dass die Stadt zu den größeren in der Städteregion gehört – auch flächenmäßig. Elf Autos werden in den kommenden Monaten in Stolberg ihren Dienst aufnehmen: Zu neun Fahrzeugen, die die Wehr über den regulären Weg beschafft, kommen zwei weitere Fahrzeuge, die eher „außerplanmäßig“ in Stolberg gelandet sind. „Wir bekommen ein Löschfahrzeug für Katastrophenschutz vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“, sagt Andreas Dovern.

Dieses Fahrzeug, das nicht als primärer Einsatzwagen für reguläre Brandeinsätze gedacht ist, sondern auch bei überörtlichen Katastrophen wie zum Beispiel Hochwasser oder anderen Großschadenslagen zum Einsatz kommen wird, wird in Gressenich stationiert. Das zweite „zusätzliche“ Fahrzeug ist ein Führungsfahrzeug, das von der Städteregion an die Stolberger Wehr abgegeben wird. „Durch diese beiden Fahrzeuge sparen wir mittelfristig rund 450.000 Euro ein“, schätzt Dovern.

Dennoch kann sich die Summe, die Stolberg in den Fuhrpark der Feuerwehr investiert, durchaus sehen lassen: Für diverse Löschfahrzeuge (unter anderem für Münsterbusch, Zweifall und Gressenich), für Tanklöschfahrzeuge (unter anderem für die hauptamtliche Wache), für zwei Rettungswagen, ein Kleineinsatzfahrzeug und einen Einsatzleitwagen werden in den Jahren 2017 und 2018 alleine 2,56 Millionen Euro in die Hand genommen.

Dass die Autos bei einer Feuerwehr nicht alle gleich sind, sondern ganz unterschiedlichen Zwecken dienen, kommt nicht von ungefähr. „Die Arbeit einer Feuerwehr hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert“, erklärt Michael Konrads, Pressesprecher der Feuerwehr. Die „klassischen“ Hausbrände, die schnell und effektiv gelöscht werden müssen, gibt es zwar weiterhin.

„Doch unsere Aufgaben im Bereich der technischen Hilfeleistung sind immer mehr geworden.“ Das können Hilfeleistungen bei Autounfällen sein oder auch das Auspumpen von Kellern, genauso wie das Entfernen von Bäumen, die bei einem Sturm auf der Straße gelandet sind. Hinzu kommt, dass die Wehr auf aktuelle Entwicklungen reagieren muss, beispielsweise die geringere Verfügbarkeit von Löschwasser. „Durch das breite Aufgabenspektrum haben sich auch die Anforderungen an unsere Fahrzeuge verändert“, erläutert Konrads.

In Stolberg seien die hauptamtliche Wache und die insgesamt vier ehrenamtlichen Löschzüge so aufgestellt, dass überall die „Grundausstattung“ für reguläre Einsätze vorhanden ist. „Zusätzlich hat aber jeder Löschzug noch eine Sonderaufgabe, den er für die gesamte Wehr übernimmt.“ Im 5. Löschzug sei es mit der Löschgruppe Gressenich beispielsweise der Einsatz des Katastrophenschutz-Löschfahrzeugs.

In den vergangenen beiden Jahren habe die Stolberger Wehr sehr starke Unterstützung von Seiten des Rates und der Stadtverwaltung bekommen, um den Fuhrpark und die Technik auf Vordermann zu bringen. „Ich denke schon, dass wir sagen können: Die Investitionen, die wir aktuell tätigen dürfen, sind beispiellos“, erklärt Dovern.

Der Feuerwehrchef betont aber gleichzeitig, dass es sich bei den in der Beschaffung befindlichen Wagen keinesfalls um Luxusgüter handelt, sondern um dringend notwendige und sachgerechte Mittel. „Wir sind uns der finanziellen Verantwortung, die wir tragen, durchaus bewusst. Unter anderem aus diesem Grund beschaffen wir beispielsweise ausschließlich normkonforme Fahrzeuge“, sagt Dovern.

Der erste Schritt ist das Konzept

Die Anschaffung von Fahrzeugen einer Feuerwehr ist nicht nur kostspielig, sondern auch aufwendig. So zeigt sich die Leitung der Feuerwehr dankbar dafür, dass auf der hauptamtlichen Wache zumindest für eine befristete Zeit von drei Jahren eine Stabstelle extra zur Beschaffung eingerichtet werden konnte. „Man kann davon ausgehen, dass rund 16 bis 18 Monate vergehen, bis ein Feuerwehrfahrzeug tatsächlich auf der Wache steht“, erklärt Herbert Wiese, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Denn anders als beim gewöhnlichen privaten Autokauf kommt das Feuerwehrfahrzeug nicht einfach so „von der Stange“. Es müssen Konzepte geschrieben, detaillierte Leistungsbeschreibungen angefertigt und die gewünschten Leistungen ausgeschrieben werden. Es folgen Baugespräche, Fahrzeugabnahmen und weitere Schritte, bevor ein Wagen so aussieht, wie er benötigt wird. „Das bindet viel Arbeitskraft“, sagt Wiese.

Die Feuerwehrwagen sind nicht der einzige Punkt, an dem bei der Feuerwehr aktuell investiert wird. Das Zweifaller Gerätehaus wird aktuell für rund 850.000 Euro neu gebaut, das Haus in Gressenich wird – zum Großteil in Eigenleistung – umgebaut. Für die Wehrleute wurden neue Dienstkleidung und Schutzausstattung und die Gerätschaften im Feuerschutz werden in den kommenden Jahren ebenfalls kontinuierlich auf einem modernen Stand gehalten.

„In der Feuerwehr hat sich in den letzten Jahren finanziell und strukturell vieles getan. Das findet nun seine Wertschätzung und die Ergebnisse werden sichtbar“, erklärt Michael Konrads. Und diese Wertschätzung käme nicht nur bei der Leitung der Wehr, sondern auch bei den Einsatzkräften direkt an.

„Man spürt in der gesamten Truppe einen Aufwind“, sagt Konrads, die Motivation in der Truppe, ob bei den hauptamtlichen oder ehrenamtlichen Einsatzkräften, sei sehr hoch. „Und davon wiederum profitiert die ganze Stadt.“

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