Stolberg - Die „Station Stolberg” lag in Eschweiler

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Die „Station Stolberg” lag in Eschweiler

Von: Toni Dörflinger
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Eisenbahnromantik pur: Ein Zug aus nostalgisch, historischem Material nutzt um 1900 den Stolberger Hauptbahnhof als Zwischenstopp.

Stolberg. „Station Stolberg” wurde das kleine, unscheinbare Gebäude genannt, das 1841 erbaut wurde und mehr als 45 Jahre lang die Geschichte des Kupferstädter Eisenbahnwesens bestimmt hat.

Errichtet wurde der Bau, der nicht an der Rhenania-, sondern an der Probsteistraße lag, von einem sich „Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft” nennenden Privatbahnunternehmen, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Strecke von Aachen nach Köln erbaut hatte.

Ebenso wie der 1888 errichtete Nachfolgebau lag die Station Stolberg, an der Personenzüge abgefertigt sowie Gepäck, Vieh und Industriegüter empfangen und versandfertig gemacht wurden, lange Zeit nicht auf Stolberger, sondern auf Eschweiler Stadtgebiet.

Kurios war auch die Zuwegung geregelt. Sie erfolgte nämlich über das Terrain des Ortes Atsch, der bis Mitte der 1930er Jahre zu Eilendorf gehörte. Diese Situation änderte sich erst 1935, als im Zuge der kommunalen Neugliederung das Bahngelände und die Atsch der Stadt Stolberg zugeschlagen wurden.

Bereits 47 Jahre zuvor hatte es eine andere weitreichende Veränderung gegeben. Die inzwischen verstaatlichte Bahn - sie nannte sich nun „Preußische Staatsbahn” - errichtete 1888 an der Rhenaniastraße ein neues Bahngebäude. Der neue Bau, den man keilförmig in die bestehenden Bahnanlagen einfügte, bedeutete für den Personenverkehr eine erhebliche Verbesserung, da Umsteigen und lange Wege nun entfielen. Umsteigen deswegen, weil es bis dato auf dem Bahngelände noch zwei weitere Bahnhöfe - Atsch und Velau - gegeben hatte.

Der Bahnhof Velau entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Anfänglich von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft betrieben, wurde er 1883 von der Preußischen Staatsbahn übernommen. Er lag an der Münsterbachstraße und wurde als Verbindung nach Eschweiler-Aue und zur Zinkhütte Birkengang genutzt. 1888 musste der Velauer Bahnhof der Anlegung eines Bahnbetriebswerkes weichen.

Der Atscher Bahnhof entstand ebenfalls in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er lag an der Ecke Steinbach-/Haldenstraße und war das Werk der „Aachen-Jülicher-Eisenbahngesellschaft”, die den kleinen Bahnhof nutzte, um Kohle aus dem Wurmrevier nach Stolberg zu transportieren. Das nach 1888 entbehrlich gewordene Gebäude wurde erst 1968 beseitigt. Es hatte später Bahnmitarbeitern als Wohnhaus gedient.

Neben Atsch und Velau hat es in Münsterbusch und in der Innenstadt noch drei weitere Bahnhöfe gegeben. 1887 wurde die Strecke nach Münsterbusch eröffnet, um die dortige Zinkhütte an den Bahnverkehr anzuschließen. Die Strecke nach Stolberg-Altstadt, die seit 2001 von der Euregiobahn genutzt wird, ging 1881 ans Netz. In der Folgezeit entstanden die Bahnhöfe Mühle und Hammer, die 1974 beziehungsweise 1979 abgebrochen werden. Sogar ein Postamt, das als Nebenstelle des am Kaiserplatz gelegenen Hauptpostamtes geführt wurde, nannte der Bahnhof einst sein Eigen.

Deutliche Veränderungen brachte der Bahnhofsneubau auch für die Straßenbahn. Sie musste ihr Gleis, das zuvor bis zur Probsteistraße geführt hatte, um rund 250 Meter verlängern. Schwer beschädigt wurde der Bahnhof im Jahre 1920, als eine Explosion die in der Nachbarschaft gelegene „Stolberger Düngerfabrik” vollständig zerstörte.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Kupferstädter Bahnhofes, der derzeit aufwendig restauriert wird und demnächst als Zentrale der EVS genutzt werden soll, im Rahmen einer Ausstellung, die unter dem Motto „Meine Heimat -170 Jahre Bahnhof Stolberg” vom 19. November bis 18. Dezember in der Galerie der Burg gezeigt wird.
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