Die Schneiders gibt‘s nur im „Doppelpack“

Von: Heike Eisenmenger
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Zwei Uniformen, eine Leidenschaft: Die Zwillinge Peter (l.) und Hans-Josef Schneider sind in diesen Tagen auf so mancher Karnevalsveranstaltung anzutreffen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Es muss nicht zwangsläufig an feierbedingten Wahrnehmungsstörungen liegen, wenn man im Karneval doppelt sieht. Es kann durchaus sein, dass Peter und Hans-Josef Schneider die Ursache sind. Denn die eineiigen Zwillinge haben sich mit Leib und Seele dem feinen Fastelovvend verschrieben.

Und deshalb taucht das Duo in diesen Tagen auch bei so mancher jecken Veranstaltung in Stolberg gemeinsam auf.

Am einfachsten lassen sich die 61-Jährigen an ihren Uniformen unterscheiden. Der eine trägt eine blaue, der andere eine gelbe. Denn die Brüder gehören trotz ihrer gemeinsamen Leidenschaft unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften an. Was kurios ist, denn die Zwillinge treten, was die wichtigen Dinge des Lebens betrifft, fast immer im „Doppelpack“ auf. So traten beide beispielsweise zeitgleich der Freiwilligen Feuerwehr in Stolberg bei, heuerten sogar beim selben Unternehmen an – und nahmen auch am selben Tag dort in der Metallverarbeitungsabteilung ihre Arbeit auf.

Nur in Sachen Vereinszugehörigkeit geht jeder seinen eigenen Weg. „Das hat einen einfachen Grund“, sagt Hans-Josef, der eine halbe Stunde älter als sein Bruder Peter ist. „Ein Bekannter hatte mich vor Jahrzehnten, so um 1975, zu den ‚Mönsterböscher Jongen‘ mitgenommen. Seitdem bin ich dort Mitglied. Als ich einige Jahre später auf dem Donnerberg baute, wollte ich nicht die Gesellschaft wechseln, denn schließlich hatte ich mich bei den Münsterbuschern eingelebt.“

Dass es seinen Bruder Peter zur KG „De Wenkbülle“ zog, daran ist seine Frau Elisabeth „schuld“. Sie stammt vom Donnerberg und ist überzeugte „Wenkbüllerin“. „Ein anderer Verein als die ‚Wenkbülle‘ kam und kommt für mich doch gar nicht in Frage“, sagt Elisabeth Schneider mit tiefer Überzeugung. Und so wuchs selbstverständlich auch Tochter Angelina über die Jahre stets im Schatten der gelben Vereinsfahne auf.

Immer die letzten Besucher

Somit ist es quasi historisch begründet, dass Hans-Josef seit vielen Jahren ein „Mönsterböscher Jong“ ist und sein Bruder Peter Oberleutnant der „Wenkbülle“. Rivalitäten gibt es deswegen jedoch unter den Brüdern nicht. „Unsere Vereine mögen sich sehr, wir freuen uns alle immer, wenn wir uns wiedersehen“, sagt Hans-Josef Schneider.

Was die Art und Weise des Feierns betrifft, ähneln sich beide Männer wiederum sehr. „Die zwei sind immer die letzten Besucher der Feste. ‚Ach Schatz, nur noch ein Bierchen, dann gehen wir ganz bestimmt‘“, zitiert Marlies ihren Herzbuben, und Schwägerin Elisabeth kichert zustimmend.

Haben eineiige Zwilling eigentlich den gleichen Frauengeschmack? „Das ist uns nur einmal passiert, wir hatten uns in dasselbe Mädchen verliebt“, erzählt Peter Schneider. Doch sein Bruder machte schließlich das Rennen.

Gab es deswegen wirklich keinen Ärger? „Nö, ich hatte doch Glück, dass es nicht geklappt hat“, sagt Peter Schneider mit einem Augenzwinkern. Worauf Hans-Josef ergänzt: „Und ich Pech, weil ich das Mädchen wirklich gekriegt habe.“

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