Die Schlacht von Baesweiler: Als der Herzog von Jülich den Sieg errang

Von: Toni Dörflinger
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Armin Meißner (l.) und Helmut Schreiber unterhalten sich über das Manuskript, das der Schlacht von Baesweiler gewidmet ist. Foto: Dörflinger

Stolberg. Armin Meißner versteht es, die Menschen zu fesseln – selbst dann, wenn er über ein historischen Ereignis berichtet, das sich vor mehr als 600 Jahren in unser Region abgespielt hat. Schließlich besitzt der Eschweiler Historiker eine hohe Erzählkunst, die es vermag, sogar die 1371 erfolgte Schlacht von Baesweiler als lebendiges und anschauliches Bild darzustellen.

Von der Meißnerischen Gabe konnten sich jetzt im Kupferhof Rosental rund 40 Besucher überzeugen, die einer Einladung des Kupferstädter Heimat- und Geschichtsvereins gefolgt waren. Als Einstieg in die Thematik hatte Meißner, zu dessen Schwerpunkten die Spätantike und das Mittelalter gehören, die Machtstrukturen und die Ausdehnung der einstigen Herrschaftsgebiete gewählt.

Darüber hinaus machte der Experte die Besucher mit den damaligen Konfliktparteien vertraut und beleuchtete neben Waffentechnik und Ausrüstung auch das Leben der bäuerlichen Landbevölkerung. Außerdem gehörte zu Meißners Vortrag auch die Darstellung der Vorgeschichte, die der verlustreichen Schlacht vorausging.

Demnach hatte den Waffengang ein erbitterter Streit um Gebiets- und Machtansprüche zwischen dem Herzog von Jülich, Wilhelm II., und dem Herzog von Brabant, Wenzel I., ausgelöst. Als im August 1371 der Brabanter mit einem großen Heer in das Gebiet des Herzogs von Jülich eindrang, kam es bei Baesweiler zu einer Entscheidungsschlacht. „Das war keine Bolzerei schlecht ausgerüsteter Ritterhorden, sondern ein strategisch gut geplanter und bestückter Waffengang“, versicherte Meißner, dessen Ausführung auf großes Interesse stieß.

Digitalisierte Bilder

Um den Schlachtverlauf – der mit dem Herzog von Geldern verbündete Wilhelm errang den Sieg – deutlich zu machen, präsentierte der Historiker digitalisierte Bilder und informierte so über die Bewegungsabläufe der Truppen. Eingehend widmete sich Meißner auch der Ausrüstung, Bewaffnung, Kleidung und Heraldik. Dabei bediente er sich alter Buchmalereien und zeitgenössischer Illustrationen.

Zum Abschluss seines Vortrag befasste sich der 53-Jährige mit den Auswirkungen der Schlacht: Infolge des Sieges konnte der Herzog von Jülich sein Territorium bis an den Niederrhein ausdehnen und seine Macht in der hiesigen Gegend festigen. „Dazu gehören auch unsere heutigen Sprachgrenzen“, erkläre Meißner, der seine These mit dem Schlachtausgang begründete. „Denn ein Sieg der gegnerischen Seite hätte das Brabantische bis in unser Gebiet ausgedehnt.“

Dem Beifall der Zuhörer schloss sich auch Helmut Schreiber als Vorsitzender des Geschichtsvereines an, der sich bei dem Referenten bedankte: „Ein beeindruckender Vortrag hat uns die politischen Machtverhältnisse des Mittelalters veranschaulicht.“ Danach kamen auch die Besucher zu Wort, deren Fragen sich um den Frontverlauf, die Geschichte von Baesweiler, das Lage der alten Via Belgica und die Hintergründe drehten, die vier Jahre später zur Zerstörung der Burg Stolberg geführt hatten.

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