Die Region und neue Menschen kennenlernen

Von: Heike Eisenmenger
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Auch diese Gruppe aus Herk-de-Stad machte beim Nordeifelwandertag mit. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Venwegen. Berner Sennenhund Argo hat die Würstchenausgabe genau im Blick: In der Hoffnung, dass die eine oder andere Knackwurst einem Wanderer vom Teller purzelt, schaut der Vierbeiner dem Treiben zu. Es ist jede Menge los an diesem Sonntag im und rund ums Bürgerhaus in Venwegen: Dort ist Start und Ziel des „29. Internationalen Wandertags”, organisiert vom Touristenverein „Lustige Brüder”.

„Wir haben etwa 900 Teilnehmer”, bilanziert der Vorsitzende Hans Erich Hardt, der bei gutem Wetter mit bis zu 1200 Personen gerechnet hatte. In kleinen und großen Gruppen schwärmen die Wanderfreunde in Richtung Breinig aus. Mancher wandert lieber alleine, andere bevorzugen es, das Naturerlebnis mit der Gruppe zu teilen.

Mit einem munteren Liedchen auf den Lippen ziehen die Teilnehmer entlang landschaftlich reizvoller Pfade - und zwar immer den Markierungen nach. Wer ihnen folgt, kommt automatisch an der großen Pausenstelle am Schomet vorbei - und zwar auf allen vier Strecken.

Herbert Berndt ist mit seinen 78 Jahren immer noch gut zu Fuß unterwegs. „Ich bin gleich zwei Strecken mitgewandert”, erzählt der Kölner, der trotz der körperlichen Belastung frisch und munter wirkt. „Ich wandere jede Woche, meistens ist mein Sohn mit dabei”, sagt Berndt und macht Halt an der Pausenstelle, um sich mit einem Käsebrötchen zu stärken.

Das tun auch Alfred Reuter und seine Frau Olga: Sie füllen gerade ihre Becher mit heißem Tee. Der Tee wird kostenlos an die Wanderer ausgegeben. Das Ehepaar gehört zur Gruppe „Wanderfreunde Wissmannsdorf”, die mit 30 Mann im Bus angereist sind. „Vor zwei Jahren waren die ,Lustigen Brüder bei uns zu Gast. Damals haben wir einen Gegenbesuch versprochen, und dieses Versprechen lösen wir heute ein”, erzählt Alfred Reuter und nippt am Tee.

Nach der Wanderung wird aber nicht sofort die Heimreise angetreten. „Wir werden den Nachmittag im Bürgerhaus verbringen, es geht ja auch darum, neue Kontakte zu knüpfen”, erklärt der 69-Jährige.

Auch Rudolf Pauls, 59 Jahre, gehört zur Gruppe aus Wissmannsdorf. „Die Häuser in Alt Breinig sind wunderschön”, ist er vom alten Ortskern beeindruckt. Die schönen Fleckchen Erde in der Umgebung kennen zu lernen, genau das reizt Nardie Aarts am Wandern. „So lernt man eine Region doch erst richtig kennen”, findet der Niederländer, der den kostenlosen Blutdruckcheck einer Stolberger Apotheke am Bürgerhaus in Anspruch nimmt.

Die 21 Kilometer - das ist die längste der vier angebotenen Strecken - sind für Aarts keine echte Herausforderung. „Bei der „Nacht von Gulpen” sind wir 70 Kilometer unterwegs. In Sittard gibt es eine Veranstaltung, da kommt man sogar auf 80 Kilometer.”

Mit den Blutdruckwerten des 46-Jährigen ist Apothekerin-Mitarbeiterin Seida Karakut zufrieden. Das ist aber nicht immer der Fall an diesem Tag: „Wir haben bei zirka 400 Wanderern den Blutdruck gemessen, und bei einigen waren die Werte deutlich zu hoch.” Dazu ihre Kollegin Sabrina Esser: „Bei einigen war die Aufregung schuld, aber teilweise haben wir die Empfehlung ausgesprochen, den Hausarzt zu konsultieren.”

Über erhöhten Blutdruck macht sich Berner Sennenhund Argo derweil keine Gedanken. Er hat weiter die Würstchen im Visier - in der Hoffnung, dass das eine oder andere doch noch für ihn abfallen wird.
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