Stolberg-Breinig - Die Hahnen sorgen sich um ihre Zukunft

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Die Hahnen sorgen sich um ihre Zukunft

Von: Heike Eisenmenger
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Stolberg-Breinig. Die mögliche Schadensersatzforderung in Höhe von 20.000 Euro eines Bandmitgliedes der Musikgruppe „Die Zillertaler” ist der Grund dafür, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Breiniger Hahnen die Herbstkirmes ausfällt.

Zu groß ist die Gefahr, dass bei einem Schuldspruch in Österreich ein Gerichtsvollzieher den Kasseninhalt während der laufenden Kirmes wegpfändet, „und die Kirmes wie ein Kartenhaus zusammenfällt, weil wir die Lieferanten, die Livemusik und alles andere nicht mehr bezahlen können”, erklärt Ralf Sauer, der als Vorsitzender wahrlich schwierige Zeiten durchlebt.

Sturz kurz vor dem Auftritt

Vor zwei Jahren war die bekannte Tiroler Band für die Hahnenkirmes engagiert worden. Kurz vor dem Auftritt jedoch stürzte der Schlagzeuger, trat anschließend jedoch wie geplant auf. Ein halbes Jahr später flatterte den Hahnen das erste Gerichtsschreiben ins Haus. Das Kernproblem für die Breiniger Hahnen ist, dass sie kein eingetragener Verein sind und somit bei einem Schuldspruch jedes einzelne der 16 Mitglieder haftbar gemacht werden kann.

Aufregung bei den Mitgliedern

Die drohende Zahlung bei einem Schuldspruch - der Prozess in Österreich wird sich vermutlich noch ganze eine Weile hinziehen - versetzt die Mitglieder in helle Aufregung. „Man kann sich vorstellen, wie es bei uns im Verein zur Zeit zugeht: Da gibt es die eine Gruppe, die für die sofortige Auflösung ist, weil sie hofft, so möglichen Regressansprüchen zu entkommen, was aber ein Trugschluss ist. Dann gibt es die, die durchhalten wollen - auch wenn es zum Schlimmsten kommt und wir verurteilt werden. Was wir jetzt auf alle Fälle brauchen, ist die moralische Unterstützung der Bevölkerung”, sagt der 42-Jährige mit Blick auf das nun anstehende Sommerfest.

Sommerfest quasi als Ersatz

Das Sommerfest am Samstag, 4. Juli, ersetzt das traditionelle Hahnenköppen. „Da wir aus nachvollziehbaren Gründen keine Hahnenkirmes veranstalten können, wird es in diesem Jahr auch keinen neuen Hahnenkönig geben”, bedauert Sauer. „Aber dennoch ist es für uns ganz wichtig, dass die Breiniger zu unserem Sommerfest kommen und uns auch in schwierigen Zeiten zeigen, dass sie hinter uns stehen”, erklärt der Vorsitzende, der auch amtierender Hahnenkönig ist.

Was das laufende Verfahren anbetrifft, ist Geduld gefragt. „Wir haben vor drei Wochen unsere Aussage vor einem deutschen Gericht getätigt. Die Aussagen werden nun dem Richter in Österreich überstellt. Ich persönlich glaube, dass aber noch ein weiterer Beteiligter gehört werden wird, bevor der Richter sein Urteil fällt.” Weil der Prozess vertragsbedingt in der Heimat der Zillertaler stattfindet, müssen die Hahnen einen deutschen und einen österreichischen Anwalt bemühen, was die Kosten in die Höhe treibt.

Ein Schuldspruch durch das österreichische Gericht wäre ein finanzielle Fiasko: „Inklusive Anwalts- und Gerichtskosten sind wir locker bei 30000 Euro, und die Vereinskasse ist so gut wie leer. Aber egal was kommt, wir Hahnen werden auch das überstehen”, verspricht Sauer.

Das Sommerfest am Samstag, 4. Juli, findet in Breinig auf dem Parkplatz bei Kohlens Pitt, Auf der Heide, statt. Beginn ist um 15 Uhr.
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