Die ersten Trommelkids sind bereit für „Afrika“

Von: Dirk Müller
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Stolberg. Mit großen Augen voller freudiger Erwartung sitzen 20 Kinder im Kreis und schauen gebannt auf die Trommeln in der Raummitte. Noch größer werden ihre Augen, als Karim Camara zur Türe hereinkommt. Der aus Guinea stammende Musiker in seinem farbenfrohen Sommeranzug wird von den Kleinen in der Büsbacher Kindertagesstätte St. Hubertus mit freundlicher Neugier bestaunt.

 „Ab jetzt hören wir zu, was Karim sagt, denn er ist der Trommelmeister“, mahnt Katharina Beyer, die noch kommissarisch und ab dem 1. Mai offiziell Leiterin der katholischen integrativen Einrichtung ist. Sie freut sich über Camaras Besuch ebenso wie die Kinder und erklärt, warum so viele Trommeln im Raum stehen:

„Es gab schon öfter Kurse an unserer Kita, und 15 Trommeln haben wir selbst angeschafft. Das rhythmische Musizieren macht wirklich Spaß, und wir sind zu einer regelrechten ,Trommelkita‘ geworden.“ Dabei dass nun im Rahmen von „Stolberg goes Afrika“ einer der von Kulturmanager Max Krieger angebotenen kostenfreien Trommel-Workshops für Kinder in der Kita stattfindet, werde es nicht bleiben, betont Beyer: „Selbstverständlich nehmen wir auch an der Abschlussparade von ,Stolberg goes Afrika‘ teil. Mindestens 15 unserer Kinder werden am Sonntag, 9. Juni, ab 15 Uhr von der Rathausstraße trommelnd in die Altstadt ziehen.“

Den Kulturmanager wird es freuen, denn Krieger plant das Projekt „100 Trommelkids für Afrika“: „Familien, Vereine, Schulen und Kitas können sich beteiligen und die Parade trommelnd bereichern. Eigene Instrumente sind dabei nicht nötig; die Trommeln können mit echter afrikanischer Kreativität selbst gebastelt werden.“ Gerne auch aus wiederverwendeten Materialien.

Das „Rhythmus Recycling“ könne die Umweltthematik der Müllvermeidung aufgreifen, Hemmschwellen gegenüber anderen Kulturen abbauen und in puncto Musik und Kreativität pädagogisch wertvoll sein.

In der Kita St. Hubertus jedenfalls sind Hemmschwellen schnell abgebaut, als Camara jedem Kind einzeln die Hand schüttelt und sich mit „Hallo, ich bin Karim“, vorstellt. Seine erste Lektion ist eine Grundvoraussetzung, welche die Kleinen mühelos umsetzen können: „Beim Trommeln muss man immer lächeln“, sagt Camara.

Humorvoll bringt er den Kindern die drei Töne der Trommel bei, hilft ihnen, zunächst auszumachen, welche die rechte Hand ist, um später mit den Jungtrommlern dem Geheimnis um die linke Hand auf die Spur zu kommen. Mancher Nachwuchstrommler erliegt der Versuchung, ständig „auf die Pauke“ zu hauen, doch Camara, mit seiner witzigen Art längst zum Liebling der Kleinen geworden, sorgt sanft und geduldig für „Trommeldisziplin“ und übt mit der Gruppe den ersten Rhythmus „Dumm-bah-dumm“.

„Aber denkt daran: Ich heiße Karim. Nicht dass wir uns auf der Straße treffen, und Ihr ruft mir zu: ,Hallo Dumm-bah-dumm‘“, scherzt Camara, und das Lachen der Kinder übertönt das Trommeln. Dem einfachen folgt ein komplexerer Rhythmus, und auch diesen beherrschen die Kleinen bald. Mit Feuereifer, unverfälschter Begeisterung und zugleich konzentriert erlernen die Kinder nun noch ein afrikanisches Lied. Der „Trommelmeister“ Camara erweist sich auch als wahrer „Gesangsmeister“ und bringt den kleinen Musikern Text und Melodie schrittweise bei.

Als Kinder, Betreuer und natürlich Karim Camara zusammen das Lied singen und dazu gekonnt trommeln, steht fest: Die Kinder der Kita St. Hubertus in Büsbach sind bereit für „Stolberg goes Afrika“.

Schulen, Kitas, Vereine und Familien können Trommelkids für die Parade von „Stolberg goes Afrika“ (am Sonntag, 9. Juni, 15 Uhr ab Rathausstraße) beim Kulturmanager Max Krieger anmelden: Telefon 02403/ 4944 oder per E-Mail an max.krieger@maxkrieger.de.

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