Der Wilde Westen lebt in der Finsterau

Von: Dirk Müller
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Authentische Trapper in ihren Zelten gehören zu dem internationalen Country-Festival auf der Ranch in der Finsterau genauso dazu wie Cowboys und Farmer.
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Auch die 28. Auflage des internationalen Country Festivals der Copper City Pioneers lockt mit traumhaften Ambiente und Livemusik viele Besucher an. Foto: D. Müller

Stolberg. Es mag Bürger der Kupferstadt geben, die nicht wissen, wo die Finsterau liegt. Andererseits kennen Menschen in Mainz, den Landkreisen Neuwied und Mayen, Köln, Düsseldorf, dem Rhein-Sieg-Kreis oder Mönchengladbach das Areal zwischen Zweifall und Mulartshütte sehr gut. Ihre Kfz-Kennzeichen finden sich auf dem Parkplatz der Ranch der Copper City Pioneers in der Gesellschaft von vielen Fahrzeugen aus Belgien und den Niederlanden.

„Auch Freunde aus Polen und Österreich sind bei unserem internationalen Country-Festival vertreten“, sagt Sigi Kress, Vorsitzender der Copper City Pioneers nicht ohne Stolz.

Es ist bereits die 28. Auflage des Festivals, das mehr als „nur“ ein Wochenende mit Livemusik sei, erklärt Kress: „Unser Verein und die Veranstaltung sind weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus sehr bekannt. Natürlich wollen die Leute tanzbare Countrymusik hören, aber sie genießen auch das Drumherum, denn wir leben hier amerikanische Kultur und Geschichte.“

Schon am Samstagnachmittag beginnt das Festival für die ganze Familie. Während das niederländische Duo „Win and Syl“ Genreklassiker wie „Rhinestone Cowboy“, „Country Roads“ und „Down on the Corner“ mit aktuellen Hits wie Brooke Frasers „Something in the Water“ anreichert, bevölkern nicht nur Cowboys die Ranch.

Zu einigen in „modernem Zivil“ gekleideten Gästen gesellen sich zahlreiche Trapper und ganze Farmer-Familien haben ihre Zelte in der Finsterau aufgeschlagen, übernachten auch in ihnen. Wild-West-Pioniere stöbern an Ständen mit Country-Accessoires, verköstigen sich am Grill oder am Kuchenbuffet, lauschen der Musik oder tanzen amerikanischen Line-Dance in den beiden großen Zelten. Authentische Cowboys reiten auf die Ranch, „parken“ ihre Pferde auf einer eigens dafür angelegten Koppel am Rande des weitläufigen Areals. Allgegenwärtig sind die herzlichen Begrüßungen der Festival-Gäste, man kennt sich, und die Wiedersehensfreude ist groß.

„Die Country- und Westernfreunde bilden eine riesengroße Familie. Deshalb konnte unser Festival auch von Beginn an funktionieren“, meint Kress. In den heutigen Zeiten des Internets und sogenannter sozialer Netzwerke sei es kein Problem, möglichst viele Menschen auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. „Als wir 1985 anfingen, war diese Vernetzung allerdings noch nicht gegeben. Wir haben Vereine und Hobbyisten per Post angeschrieben, selbst viele Veranstaltungen besucht und dort Flyer hinterlassen, was wir auch heute noch machen.“ Ebenfalls noch lange nicht aus der Mode gekommen sei die gute alte Mundpropaganda.

Immer etwas zu tun

„Außerdem ist das zweite Juliwochenende in Stolberg bei vielen Country-Freunden inzwischen ein fester Bestandteil ihres Jahreskalenders“, beschreibt Kress. Diesmal spielen neben „Win and Syl“ am Samstag „Mr. P. and Nicky“ bevor der lange Abend erst nach Mitternacht stilecht am Lagerfeuer endet, am Sonntag „White Falcon“ und Jack Sunman, wobei alle vier Interpreten die Liebhaber von Line- und Couple-Dance taktvoll bedienen.

Ein Bogenschieß-Workshop steht mit auf der Agenda, für Country-Feeling pur sorgt das traumhafte Ambiente des Geländes mitten in der Natur. „Unsere Ranch als solche zieht schon viele Gäste an, sie ist mit ihrer Lage sicher einzigartig“, sagt Kress.

Das Gelände und die Bauten seien ein großes Glück für die Copper City Pioneers, aber auch mit reichlich Arbeit für die Vereinsmitglieder verbunden: „Fertig sind wir nie, es gibt immer etwas zu tun, und meistens viel.“ Kaum habe der Verein ein neues Lagergebäude errichtet, würden sich die „Kupferstadt Pioniere“ einer neuen Baustelle widmen. „Den zweiten Saloon nutzen wir als Tanzsaal. Dort haben wir bereits den Holzfußboden und die Heizungen erneuert.“ Ob im Wilden Westen oder in der nicht mehr ganz so wilden Stolberger Finsterau, eine so große Ranch brauche Pflege.

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