Der Stolberger Hauptbahnhof wird 2012 barrierefrei umgebaut

Von: -jül-
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Bahnhof Stolberg
Das Tor zu Stolberg: Durch diese Unterführung kommen Reisende auf dem hiesigen Hauptbahnhof an. Foto: Christina Leufgens

Stolberg. Helmut Etschenberg ist entsetzt. Das Ambiente, das der Stolberger Hauptbahnhof und sein Umfeld bietet, passt so gar nicht zum touristischen Aufwärtstrend der Kupferstadt im Aachener Land.

„Hier wird Stolberg seinem touristischen Anspruch nicht gerecht”, wertet der Städteregionsrats-Kandidat der CDU, der als stellvertretender und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eifel-Touristik seit einigen Jahr viel in Sachen Imageverbesserung und Besucher-Steigerung für die Region erreicht hat.

Morbide und zerfallende Fabriklandschaften bietet die Aussicht, und der Blick ins direkte Umfeld fällt unweigerlich auf ungepflegte wirkende Anlagen, wuchernden Bewuchs, nicht einsehbare Parkplätze und auf einen Platz, der eines Mahnmals für verfolgte Sinti und Roma nicht würdig erscheint.

„Mit geringem Aufwand ließe sich hier eine große Wirkung erzielen”, rät Etschenberg dringend, ein wenig mehr Freundlichkeit zu schaffen an diesem Eingangstor in die Kupferstadt. Besonders vor dem Hintergrund, dass diese Visitenkarte Stolbergs sich selbst in den nächsten zwei Jahren kaum verändern wird.

Denn „der Umbau des Stolberger Bahnhofs beginnt 2012”, sagt Helmut Brandt. Der Hauptbahnhof ist in das Programm der 108 Haltepunkte umfassenden ModernisierungsoffensiveII des Landes aufgenommen und ein Umbau ab 2012 zugesichert, berichtet der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Aachen nach Gesprächen mit dem Generalbevollmächtigten der Deutschen Bahn für NRW, Rainer Latsch.

„In den kommenden Monaten beginnt für Stolberg die Detailplanung”, berichtet Brandt. Darin enthalten sollen ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen mittels Aufzug, die Erneuerung von Unterfühung, Beschallung und Beleuchtung sowie die Verlängerung der Gleisanlagen für eine zukünftige Nutzung als Haltepunkt des Rhein-Ruhr-Expresses - eine neuen Schnellzugverbindung zwischen Aachen und dem Ruhrgebiet nach dem Ausbau der Hochgeschwindigkeitstrasse.

Forderung nach S-Bahn

Denn Stolberg spielt nicht nur eine entscheidende Rolle als Drehscheibe zwischen Euregiobahn und Fernverkehrsnetz, sondern soll auch einmal Station einer S-Bahn-Verbindung zwischen der Kaiserstadt und dem Flughafen Köln werden, fordert Brandt „diese sinnvolle Ergänzung, um die Region direkt an diesen wichtigen Verkehrsknotenpunkt anzubinden”.

Mit der Vollendung des Ringschlusses nach Alsdorf laufen im nächsten Jahr dann alle Euregiobahn-Trassen in Stolberg zusammen, und nachdem am Mittwoch der Uhlhaustunnel nach Langerwehe eingeweiht wurde, ist der Anschluss im Dezember ans bestehende S-Bahnnetz in Düren, wo ab Montag der ICE regelmäßig hält, bereits greifbar nah.

Greifbar „abzuzeichnen scheint sich derweil eine neue Nutzung”, so Brandt, für das aus dem Jahr 1888 Gebäude des Hauptbahnhofes, das seit vielen Jahren schon nicht mehr von der Deutschen Bahn genutzt wird.

„Wir sind froh, dass ein Investor das leider vernachlässigte Bauwerk wieder in Schuss bringen und damit auch Akzente an dem zentralen Verkehrsknotenpunkt in der Kupstadt setzen will”, signalisiert der Abgeordnete der EVS Rückendeckung für die noch laufenden Verhandlungen mit der Bahn über einen Ankauf des historischen Komplexes. „Wir sind guter Hoffnung, fass dann auch das Umfeld des Bahnhofs etwas von dem neuen Glanz abbekommt”, so Brandt.

Enttäuscht über den heute mangelnden Glanz zeigen sich dagegen seine lokalen Parteifreunde Andrea Ohlig und Reiner Bonnie. „Die Atscher CDU hat immer wieder den Bürgermeister aufgefordert, das Umfeld des Hauptbahnhofs in Schuss zu bringen”, konstatieren die beiden Ratskandidaten: „Wie man sehen muss, waren unsere Bitten bisher leider vergeblich”.
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