Der „letzte Streich” von Win Braun

Von: Dirk Müller
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Begehrte Kunst, gefragter Künstler: Viele Besucher ließen sich am Sonntag zur Vernissage in der Stolberger Burg-Galerie Plakate und Kataloge von Win Braun signieren. Foto: D. Müller

Stolberg. „Dieses sei der letzte Streich”, hatte Win Braun angekündigt: Eine große Retrospektive soll die finale Ausstellung des Stolberge Künstlers in der seiner Heimatstadt sein. Am Sonntag wurde sie eröffnet, und die Kunstinteressierten kamen in Scharen in die Galerie der Burg.

Pünktlich um elf Uhr war die Vernissage nicht nur gut besucht, sondern überfüllt. „Ich gehe davon aus, dass dies die erfolgreichste Ausstellung des Jahres wird”, frohlockte Kulturmanager Max Krieger angesichts des beeindruckenden Andrangs.

War die Organisation der Veranstaltung noch von Missverständnissen und Unstimmigkeiten - vor allem zwischen Braun und Krieger - überschattet gewesen, herrschte bei der Eröffnung eitel Sonnenschein.

In seiner kurzen Ansprache galt des Künstlers erster Dank dem Kulturmanager sowie seinem langjährigen Freund Ricky Schiffer für tatkräftige Hilfe und Unterstützung. Krieger seinerseits gab bereitwillig zu, sich unbegründet gesorgt zu haben: „Win Braun kann auf so viele Leihgaben für diese Ausstellung zurückgreifen, dass wir noch eine ganze Halle zusätzlich hätten füllen können.”

Zuvor hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen in ihrem Grußwort daran erinnert, dass selbst der ehemalige Landesvater und spätere Bundespräsident Johannes Rau im Besitze eines „Win Braun” ist.

Schriftsteller Dietmar Sous nutzte die Laudatio, um heiter von seiner ersten Begegnung mit dem Maler zu berichten. Braun hatte seinerzeit eine Kunstaktion gestartet, indem er in einer Metzgerei „Dreiviertel Pfund Turnschuhe Größe 43-44” bestellt hatte, worauf er und Sous mit einer Scheibe Schinkenwurst „abgespeist” worden waren.

Die Ausstellung „Win Braun und Freunde” indes hält, was der Künstler zuvor versprochen hatte: Mehr als 35 Arbeiten Brauns bilden einen Querschnitt seines 35-jährigen Schaffens ab. Die Werke zeigen unter anderem das Motiv „Alt Breinig”, einmal 1979 gemalt und einmal 1985 entstanden, und den „Fensterblick”, bei dem Braun in den Jahren 2002 und 2010 jeweils aus seinem Fenster auf die Breiniger Kirche schaut.

Auch mehrere Selbstportraits aus verschiedenen Schaffensperioden und Persönlichkeitsphasen bezeugen den Werdegang des schillernden Originals. Natürlich hält er in einem davon das Tier im Arm, das ebenfalls in dem Bild „Die Gans und der Blödsinn” künstlerisch gehuldigt wird.

Großformatig sind „Die eiligen drei Könige” als Printenmännchen dargestellt, und mitten im Raum teilt Brauns Berliner Mauer die Burg-Galerie, deren Westseite im Graffiti-Stil bemalt ist, während die Ostseite eine stilisierte DDR-Fahne schmückt. Von der Seite wacht das bunte Huhn „Chantall” mit dem Stolberger Stadtwappen auf der stolzen Brust über die Szenerie. Die Serie „Radsport I - III” darf selbstverständlich genauso wenig fehlen wie „Notre Dame” als Ausdruck von Brauns Liebe zu der Stadt Paris.

Die im Burgfried gezeigte Ausstellung der „Freunde” musste allerdings aufgrund der Platzverhältnisse kleiner ausfallen als gewünscht, manches Bild wurde von den Helfern wieder in den Transporter gepackt. Dennoch sind 14 Werke von befreundeten Künstlern zu sehen, unter anderem von Hartmut „Hacky” Ritzerfeld, Fritz Martin, dem „Eifelprinz” und Heike Ludwig. Jo Schiffer, Gabi Prill und Ricky Schiffer sind ebenso vertreten wie ein gemeinschaftlich gemaltes Werk von Jim Batman und Win Braun.
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