Der Kunsthof bleibt, wie er ist

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
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Neue Ausstellungsräume im hinteren Teil des Kunsthofs: Mit dem Durchbruch hat Kühnen die alte Scheune und das bisherige Lager, das einmal ein Wohnhaus war, zu einer neuen Fläche zusammengeführt.

Stolberg-Vicht. Es tut sich was im Kunsthof Vicht: Die frühere Scheune und ein ehemaliges Wohnhaus im hinteren Teil der Anlage sind bereits renoviert und ausgebaut, die Ausstellungsfläche im mittleren, rechten Teil des Komplexes wird noch Verschönerungsmaßnahmen unterzogen.

Was sich dagegen nicht tut, ist ein Besitzerwechsel. Diesen hatte Angelika Kühnen vor einiger Zeit noch angestrebt, heute ist er kein Thema mehr: „Der Kunstbetrieb bleibt, Angelika Kühnen bleibt”, sagt die Galeristin knapp, aber bestimmt.

Vor ziemlich genau einem Jahr sah das noch anders aus, da wollte sie es lieber eine Nummer kleiner haben. „Ich kann mir nicht vorstellen, hier meinen Lebensabend zu verbringen”, hatte Kühnen im August 2009 mit Blick auf das 2426 m2 große Grundstück inklusive 1212 m2 Wohnfäche gesagt. Langfristig sei dies mit der ganzen Bodenfläche und dem Aufwand einfach zu viel für eine Person.

Doch der nun vermeintliche Sinneswandel ist eigentlich gar keiner. Schon damals hatte Kühnen betont, wie wohl sie sich in Vicht fühle. Zum Jahreswechsel 2010 dann wurde das Anwesen nicht mehr zum Preis von 890000 Euro im Internet zum Verkauf angeboten, auch von der Maklerin hatte sich Kühnen im Winter getrennt. Gegenüber unserer Zeitung hatte sie damals dennoch betont, dass sie an der Verkaufsabsicht festhalte.

Heute nun sitzt sie in ihrem Skulpturengarten in der Sonne, strahlt und sagt: „Es ist einfach zu schön hier, es ist mein persönliches Paradies.” Finanzielle Gründe habe die Kehrtwende nicht, betont sie auf Nachfrage, die Entscheidung sei nicht auf einen Mangel an Kaufinteressenten oder zu niedrige Angebote zurückzuführen.

Es mache ihr einfach zu viel Spaß hier, sie erfahre zudem viel Zuspruch. Und an Selbstvertrauen mangelt es der Galeristin nicht: Ihr Verbleib sei sicher auch im Interesse der Stadt Stolberg.

Im Zuge der Umbauarbeiten hat Kühnen den Kunsthof auch noch einmal vergrößert, auch wenn die Fläche für Wechselausstellungen zukünftig kleiner wird.

Diese wandern nämlich in den hinteren Teil, während der mittlere Teil zu einem kleinen, privaten Museum werde: „Da kommen Arbeiten aus dem privaten Besitz eines Sammlers hinein, die bleiben dann dauerhaft.” Welche Werke das sein werden und aus wessen Besitz sie stammen, will die Galeristin noch nicht verraten.

Nur, dass der Ausstellungsraum verschönert werde und neue, breitere Türen bekomme. Der Kunstbetrieb werde durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt.

Neuer Ausstellungsraum

Diese sind im hinteren Teil schon fast abgeschlossen. Von der früheren Scheune, die bereits renoviert war und zuletzt auch als Konzertsaal diente, wurde nach rechts ein Durchbruch gemacht in das ehemalige Wohnhaus, das Kühnen zuvor als Lager genutzt hatte.

Beides zusammen ergibt den neuen Ausstellungsraum inklusive eines offenen Ateliers für den Künstler Hacki Ritzerfeld, dessen Werke zurzeit dort gezeigt werden.

Doch die nächste Ausstellung steht schon vor der Tür: „Visionart” von Martin-Georg Oscity zeigt Kühnen dort ab dem 4. September gemeinsam mit dem Unesco-Club Aachen.

Man merkt, sie fühlt sich wohl, sie ist stolz, wenn sie Gäste durch ihren Kunsthof führt. Vieles hier entstammt ihren eigenen Ideen und Vorstellungen. Auch das ein Grund zu bleiben: „Hier sind einfach so viele Spuren von mir”, sagt Kühnen. „Spuren meines Lebens.”
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