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Der Citroën C3 HP 5 ist der Star des Oldtimertreffens

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
Citroën C3 HP 5
Das Highlight des 15. Oldtimertreffens: Der Citroën C3 HP 5, Baujahr 1925. Vielfach erzählt der Neu-Besitzer Edgar Mönninghoff (l.) den zahlreichen Besuchern die bewegte Geschichte des historischen Automobils. Foto: Johannes Mohren

Stolberg. Frankreich, 1925: Ein Citroën C3 HP 5 geht vom Fließband. Eines der ersten Autos für jedermann auf dem europäischen Markt. Ein Modell, das zur Mobilisierung der Massen beitragen soll und damit zu einer Entwicklung, die zu dieser Zeit auf der anderen Seite des Atlantiks in den USA mit dem Modell T von Ford bereits in vollem Gange ist.

Fast 86 Jahre ist das inzwischen her. Und nun parkt eines dieser Modelle in der Kupferstadt, im Innenraum des Zinkhütter Hofs. Ganz produktionsfrisch sieht es zugegebenermaßen nicht mehr aus, die Jahrzehnte haben doch unübersehbare Spuren hinterlassen.

Zu verständlich, denn das historische Automobil hatte vor der Einfahrt in das Industriemuseum im Rahmen des 15. Oldtimertreffens schon eine lange Reise hinter sich - auf der viele Stationen eine bewegte Geschichte formen.

Ein großes Geheimnis war im Vorfeld der Veranstaltung um das automobilistische Highlight gemacht worden, Museumsdirektor Sebastian Wenzler hatte dafür gesorgt, dass bis zuletzt kaum Details an die Öffentlichkeit drangen. Umso mehr Besucher scharen sich an diesem Sonntag um den Neu-Besitzer Edgar Mönninghoff - und dieser erzählt äußerst spannend und ausführlich die gut recherchierte, einzigartige Geschichte eines ganz besonderen Automobils.

Es ist vor allem die Geschichte von Leo Trouet, der als erster am Lenkrad dieses Wagens saß, auf den heute verschlissenen und gar zerrissenen Sitzen und durch die inzwischen zersprungene Frontscheibe blickte.

„Er hat das Auto wahrscheinlich 1925 gekauft. Er war deutscher Rechtsanwalt in Eupen - zeitweise sogar Bürgermeister der Stadt”, berichtet Edgar Mönninghoff den Besuchern, die mit ihm in die vergangene Zeit eintauchen. Doch Trouet war mehr ein entschiedener, offenkundiger Gegner des NS-Regimes. „Kurz vor dem Einmarsch der Alliierten 1944 wurde er in Eupen verhaftet und von den Nationalsozialisten im Kölner Gefängnis Klingelpütz zu Tode gefoltert”, erzählt Mönninghoff.

Zurück blieb ein französischer Citroën C3 HP 5, der jahrzehntelang in Vergessenheit geriet. Erst vor einem halben Jahr tauchte der 11 PS starke und maximal 60 km/h schnelle Wagen in Eynatten wieder auf - und mit ihm seine Geschichte.

Nun ist er das Fotomotiv schlechthin, kaum eine Minute vergeht ohne das Klicken einer Kamera. Es wird fotografiert, was das Zeug hält. Stets steht er im Blitzlichtgewitter - gerade durch die offensichtlichen Spuren der Zeit gewinnt er an ungemeiner Authentizität. Auch die vielen anderen Oldtimer und ihre stolzen Besitzer ziehen an diesem Tag die Blicke auf sich, überall tauscht man sich aus, es wird erzählt, gelacht, gefachsimpelt und geschraubt.

Diese Atmosphäre genießen auch die Eheleute Daniel aus Würselen. „Wir schauen uns gerne alte Sachen an”, berichten sie - heute sind alte Fahrzeuge an der Reihe. „Inzwischen sehen die Autos doch alle gleich aus, alles fällt dem Windkanal zum Opfer”, klagen die beiden und schwelgen inmitten der zahlreichen Oldtimer ein wenig in Erinnerungen und Nostalgie.

Sebastian Wenzler erfreuen solche Gäste. Vor allem ihre große Zahl macht ihn zufrieden. „Trotz des eher bescheidenen Wetters herrscht hier schon den ganzen Tag ein reges Kommen und Gehen”, betont er.

„Das Oldtimertreffen mit seinem automobilen Kulturgut passt auch wirklich gut in das Ambiente des Museums”, unterstreicht er, der parallel stattfindende „Internationale Tag des Denkmals” ergänze das Konzept hervorragend, zeigt sich Wenzler rundum zufrieden. Genauso wie die erzählfreudigen Besitzer und die interessierten Besucher. Bei so spannenden Geschichten fällt das Zuhören aber auch wahrlich nicht schwer.
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