Stolberg-Zweifall - Der „Bendel“ feiert Renaissance in Zweifall

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Der „Bendel“ feiert Renaissance in Zweifall

Von: Toni Dörflinger
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Albert Willems hat einen Nachdruck des 1922 von Johann Bendel verfassten Bandes über Zweifalls Historie herausgegeben. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. „Ein Zweifaller Haushalt ohne einen ‚Bendel‘ ist früher undenkbar gewesen“, bestätigt Albert Willems. Schließlich sei das 1922 von Johann Bendel verfasste Buch mit dem Titel „Das Dorf Zweifall“, das die Historie des kleines Ortes beleuchtet, quasi die Hausbibel der Zweifaller gewesen, versichert der Architekt und Stadtplaner, der jetzt das 208-seitige Werk als Reprint der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen will.

Seine Beweggründe, das Werk, das längst zu einer Rarität geworden ist, in Originalform wieder herauszugeben, begründet der 70-Jährige allein schon mit der Tatsache, dass Johann Bendel kürzlich 150 Jahre alt geworden wäre.

Doch damit nicht genug. „Das Bendelsche Original gehört zum historischen Vermächtnis unseres Dorfes. Sein Nachdruck kann dazu beitragen, dass die Identität nicht verloren geht und neue Verbundenheit entsteht“, versichert Willems, der den Reprint zum Selbstkostenpreis von acht Euro abgibt.

Erstmals öffentlich angeboten wird das Buch, das neben zahlreichen lokalgeschichtlichen Begebenheiten und Daten auch Anekdoten und Sagen enthält, beim „Adventssägen“ des Museumssägewerkes Anfang Dezember. Die Neuauflage des Originals – der Druck umfasst vorerst 150 Stück –hat den Diplom-Ingenieur dazu bewogen, sich näher mit der Biografie des Autors zu befassen.

Schließlich hat Willems herausgefunden, das Johann Bendel, ein aus Zweifall stammender Lehrer und Reformpädagoge, sich als Autor und Schriftsteller neben dem Werk über seinen Heimatort auch mit Vogel- und Insektenkunde sowie mit Biografie und Regionalgeschichte beschäftigt hat.

Außerdem trägt die Pestalozzi-Realschule in Köln-Mülheim heute seinen Namen. Dort hatte er Anfang des 20. Jahrhunderts als Rektor gewirkt. Seine Karriere als Lehrer hatte er 1885 in Bütgenbach-Weywertz (Belgien) begonnen. 1897 hatte er als Hauptlehrer die katholische Volksschule in Zweifall geleitet.

Das Bendelsche Werk besitzt eine ansprechende Form, die sicherlich nicht nur aus antiquarischen Gründen auch bei heutigen Lesern für Interesse sorgen wird. Schließlich hat der frühere Pädagoge und Schriftsteller in den 1920er Jahren ein Werk verfasst, dessen mehr als 200 Seiten umfassend der Topographie, der Natur und der Einwohnerbiografie sowie den Schulen, Kirchen und der Industriegeschichte des kleinen Ortes gewidmet sind.

Ursprünglich eine Fortsetzung

Ein weiteres Buch zur Ortsgeschichte erschien 1968. Damals gab Dr. Heinrich Koch das Buch „Zweifall, Wald- und Grenzdorf im Vichttal“ heraus. „Das ursprünglich als Fortsetzung des 1922 erschienenen Bendel-Bandes gedachte Buch entwickelte sich schnell zu einem eigenständigen Werk, das keine Ähnlichkeit mehr mit der Urform aufwies“, erklärt Willems. „Diese Tatsache war auch ein Motiv dafür, das Bendel-Werk im Originaldruck nochmals aufzulegen.“

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