Denkmalpflege wird mehr und mehr Privatvergnügen

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Stolberg. Das Land Nordrhein-Westfalen betritt Neuland und kürzt die Zuschüsse für die Denkmalförderung. Auswirkungen auf die Stadt Stolberg hat das jedoch nicht, denn in die Denkmalförderung der Kupferstadt fließt schon seit rund vier Jahren kein Geld mehr.

Ab 2014 werden die Fördermittel um weitere sechs Millionen auf 4,1 Millionen Euro gekürzt. Damit ist eine Förderung nur noch in Form eines Darlehens der NRW-Bank möglich.

Keine freiwilligen Ausgaben

Doch auch darauf wird Stolberg nicht zurückgreifen, denn: „Die Stadt befindet sich im Konsolidierungsverfahren und darf daher keine freiwilligen Ausgaben mehr leisten“, sagt Ulla Rosenbaum von der Denkmalbehörde der Stadt Stolberg auf Anfrage unserer Zeitung. Aber das Land stellt eben nur einen bestimmten Betrag zur Verfügung, wenn die Stadt den gleichen Betrag hinzuzahlt. Und das kann Stolberg zurzeit eben nicht leisten.

Auch wenn die Eigentümer der Baudenkmäler nun selbst zur Kasse gebeten werden, sind sie nicht ganz aufgeschmissen: „Es gibt zwar keine Zuschüsse mehr, aber es besteht die Möglichkeit, alle Rechnungen, die einen Umbau oder die Pflege denkmalgeschützter Gebäude betreffen, steuerlich geltend zu machen“, sagt Ulla Rosenbaum.

700 Denkmäler betroffen

Das gelte jedoch nur, wenn die Umbauten oder Renovierungen auch den Auflagen des Denkmalschutzes entsprechen. Wer Geld zurück haben will, muss die Rechnungen bei der Stadt abstempeln lassen und der Steuererklärung zufügen.

Davon betroffen sind in der Kupferstadt rund 700 Baudenkmäler. Darunter auch Gebäude, die der Stadt oder der Kirche gehören – und auch die müssen ihre Kosten hier vor Ort schon seit 2009 selbst tragen.

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