Stolberg - Den SSV drückt der Schuh gleich mehrfach

Den SSV drückt der Schuh gleich mehrfach

Von: Michael Grobusch
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Er will den Handball in Stolberg hochhalten, hat aber derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen: Ralf Radmacher. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Es sind schwere Zeiten, die Ralf Radmacher als Vorsitzender des Stolberger SV Handball derzeit erlebt. Zwar konnte nach dem Abstieg der ersten Herrenmannschaft aus der Oberliga mit Jork Schellings ein kompetenter und in der Kupferstadt als ehemaliger SSV-Spieler bekannter Trainer verpflichtet werden, der den sportlichen Abwärtstrend stoppen soll.

Ansonsten aber plagen den Traditionsverein einen Monat vor dem Start in die neue Saison vielfältige Sorgen.

Hallenprobleme kennt der Verein schon länger. Die Nachwuchsarbeit trägt reiche Früchte, bringt den SSV zugleich aber in die Verlegenheit, zuweilen zwei oder sogar drei Mannschaften einer Halle gleichzeitig trainieren lassen zu müssen, weil die zur Verfügung stehenden Kapazitäten in Stolberg nicht ausreichen.

Dramatisch verschärfen könnte sich die Lage ab Ende September, wenn die Sporthalle Glashütter Weiher, in der die Handballer die meisten ihrer Trainingseinheiten und viele ihre Jugendspiele absolvieren, gesperrt und energetisch saniert wird.

Sieben Wochen sollen die Arbeiten, die mit Geldern aus dem Konjunkturpaket des Bundes finanziert werden, nach Aussage der Stadt dauern - sieben Wochen, die mittendrin liegen in der neuen Spielzeit des Stolberger SV. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Sanierung nicht auf die Sommerferien gelegt worden ist”, zeigt Ralf Radmacher wenig Verständnis für die Terminierung.

Und noch aus einem anderen Grund ist der Klubchef kräftig verstimmt: „Die Gelegenheit wird nicht genutzt, um den schadhaften Boden zu reparieren oder zumindest auszubessern.” Mehrfach hatten die Handballer in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass der Untergrund schwere Mängel aufweist und aus Sicherheitsgründen bald ein Spiel- und Trainingsverbot drohen könnte.

Was in den sieben Wochen der Sperrung passieren wird, sprich welche Alternativen sich dem SSV für diesen Zeitraum bieten, will Radmacher mit Bürgermeister Ferdi Gatzweiler erläutern, wenn dieser aus seinem Urlaub zurückgekehrt ist.

In der Zwischenzeit hat der Vorsitzende auch noch auf sportlichem Sektor einige Baustellen zu betreuen. Die Damenmannschaft, die als Absteiger in die Landesliga zurückkehrt, sucht Hände ringend einen neuen Trainer. Nach nur fünf Monaten und trotz anders lautender Zusage hat Thomas Luettgens dem SSV den Rücken zugekehrt und ist zu Fortuna Köln gewechselt, wo er die Oberliga-Damen betreut.

„Das ist ein schwerer Schlag”, bedauert Radmacher, der die Arbeit von Luettgens in höchsten Tönen lobt und zugleich beklagt, dass sich die Suche nach einem Nachfolger als überaus schwierig erweist. „Im Raum Köln gibt es zwar einige Kandidaten. Doch die können wir uns aufgrund der anfallenden Fahrtkosten nicht leisten.” Als Interimscoach fungiert Norbert Blaszczyk, eine dauerhafte Lösung ist derzeit nicht in Sicht.

Nicht viel besser ergeht es dem Stolberger SV bei seinen Bemühungen um einen neuen Torwart. Nachdem auf der Internetseite bereits die Verpflichtung von Dominik Britz vermeldet worden war, muss nun das Dementi folgen: Der Keeper hat sich entschieden, doch für eine weitere Spielzeit beim HC Eynatten zu bleiben. Ralf Radmacher schwebt nun eine „interne Lösung” vor, zu der er allerdings noch keine konkreten Angaben machen möchte.

Konkret und sicher ist hingegen, dass Ruud Scheepers für den Stolberger SV auflaufen wird. Der Niederländer gilt als „vielseitiges und internationales Talent” und stieß auf Vermittlung von Trainer Jork Schellings zu den „Devils”.

Für die hat nach Aussage des Vorsitzenden der Klassenerhalt in der Verbandsliga oberste Priorität, auch wenn der Kader noch nicht abschließend feststeht. Die sofortige Rückkehr in die Oberliga, die in einer Art Trotzreaktion unmittelbar nach dem Abstieg als Ziel ausgerufen worden war, ist somit vorerst kein Thema mehr.

Sein Saisonauftaktspiel bestreitet das erste Herrenteam des Stolberger SV Handball am Samstag, 11. September, (19.30 Uhr) in der Halle des Goethe-Gymnasiums gegen den TuS Königsdorf, eine Woche später steht das Gastspiel bei der HSG Niederpleis/St. Augustin auf dem Spielplan.

Zuvor will sich der Verbandsligist intensiv auf die neue Spielzeit vorbereiten - unter anderem mit einem Testspiel gegen den SSV Manak-Hurry-Up aus den Niederlanden und einem Trainingslager in Volendam.
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