Demenzkranke danken Familie Sakic

Von: Luisa Houben
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Willkommene Gäste: Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe der Alzheimer Gesellschaft bedanken sich bei der Familie Sakic.

Stolberg. In der Gastronomie fühlt sich nicht jeder Wirt wohl, wenn sich ein an Demenz erkrankter älterer Herr, unbemerkt von seiner Begleitung, vom Tisch aufsteht und einer Dame am Nachbartisch sehr freundlich über die Wange streichelt. Solche „Vorfälle“ überfordern und verunsichern.

Deshalb steht „Herzlichen Dank für ihre Gastfreundschaft“ auf dem Herz, das die Orchidee schmückt, die die Ortsgruppe Stolberg/Eschweiler der Alzheimer Gesellschaft Aachen jetzt Familie Sakic überreicht hat. „Wir fühlen uns hier in der Bohler Heide nicht nur geduldet sondern auch willkommen“, sagt Ursula Kreutz-Kullmann „Und das ist nicht selbstverständlich“, betont sie. Gemeinsam mit vier weiteren ehrenamtlichen Engagierten macht sie es Demenzkranken und ihren Familien einmal im Monat möglich, spazieren zu gehen und danach in der Bohler Heide einzukehren. Bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee kommen die Kranken und ihre Angehörigen ins Gespräch, genießen die Gemeinschaft und können den anstrengenden Alltag gegen ein paar schöne Stunden eintauschen. „Das Leben geht trotz der Erkrankung weiter, und der Spaziergang löst den oft grauen Alltag ab. Unsere Gruppe geht über die Krankheit hinaus. Zwar tauschen sich die Familien auch über Probleme aus, im Vordergrund steht aber die Gemeinschaft. Da zählt eine Umarmung viel für diejenigen, die vielleicht nicht mehr sprechen können,“ erzählt Monika Böttger, deren Eltern auch an Alzheimer erkrankten.

Die Alzheimer Gesellschaft Aachen weitete sich 2010 auf die gesamte Städteregion aus. In Eschweiler wurde noch im selben Jahr eine Selbsthilfegruppe gegründet, die Aktivitäten vor Ort zu planen begann. Die Einladung in die Bohler Heide nehmen viele betroffene Familien gerne an. „Bei uns ist jeder willkommen. Und wer weiß, was morgen ist? Vielleicht trifft es auch meinen Mann oder mich?“, freut sich Veta Sakic darüber, dass sich die Ortsgruppe der Alzheimer Gesellschaft bei ihr wohlfühlt. „Wir begrüßen sie immer gerne“, bedankt sich Familie Sakic für die blühende Orchidee. Anfängliche Bedenken darüber, ob die Gruppe an Alzheimer erkrankten Damen und Herren in der Bohler Heide willkommen sei, zerstreuten die Hausherren von Beginn an.

„Es liegt an uns allen dafür zu sorgen, dass Menschen mit Demenz in der Öffentlichkeit willkommen sind“, betont Ursula Kreutz-Kullmann „Da ist nicht nur die Gastronomie gefragt, die im Allgemeinen gegenüber Menschen mit Demenz offener sein sollte. Auch die Toleranz anderer Gäste ist gefragt.“

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