Dauerausstellung „Schule zu Kaisers Zeiten, Schule in Stolberg“ beginnt

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Lehrer Lämpel , dem Max und Moritz Streiche spielten.

Stolberg. Im Museum in der Torburg wird am Samstag, 29. Juni, 17 Uhr, die neu geschaffene Dauerausstellung „Schule zu Kaisers Zeiten, Schule in Stolberg“ eröffnet. Die Ausstellung hat sieben Schwerpunkte.

Schulpflicht, der sozial-politische Aspekt; Körperstrafe, der Rohrstock als unverzichtbares pädagogisches Prinzip bis vor wenigen Jahrzehnten; Schule in Stolberg mit besonderer Berücksichtigung der beiden Gymnasien; Hauptlehrer Grüber, Verfasser der Stolberger Hymne „Der Vogelsänger“; Zahlreiche Schulutensilien, Hefte, Schulbücher, viele älter als 100 Jahre; Abakus und ein funktionsfähiges Harmonium aus der Volksschule Zweifall; Karte mit Geburtsraten und einer Säuglingssterblichkeit bis zu 30 Prozent vor dem Ersten Weltkrieg.

1840 gab es die erste öffentliche Schule in Stolberg: fünf Säle, drei für katholische, einer für lutherisch-evangelische, ein Saal für reformierte Kinder, der zunächst frei blieb, und eine Lehrerwohnung gehörten dazu. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder betrug damals 578, die Zahl der Einwohner Stolbergs etwa 3600. Die Dauer der Schulzeit: drei Jahre. Es bestand eine Unwilligkeit der Eltern, die Kinder in die Schule zu schicken. Gründe: Schulgeld, mangelhafte Eignung und schlech­te Ausbildung der Lehrer. Außerdem mussten Kinder durch Fabrikarbeit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

1854 gründete Pfarrer Ritzefeld eine Katholischen Rektoratsschule. 17 Jungen und Mädchen melden sich an. Vier Jahre später wurde die Evangelische Rektoratsschule auf Betreiben von Pfarrer Rogge zur Höheren Schule. 1859 und 1860 folgten zwei Schulneubauten. Kosten für die Stadt: 10.000 Taler. Die Klassenstärke wurde von über 100 auf 70 bis 80 Kinder reduziert. 1860 hatte Stolberg 7500 Einwohner.

In den 1860er Jahren wurde der Turnunterricht eingeführt, 1877/ 78 kam es zum Zusammenschluss der beiden Rektoratsschulen zu einer konfessionell paritätischen Höheren Schule. 1902 entstand daraus ein humanistisches Progymnasium.

1908 begann der Neubau der Schule am Kaiserplatz. 1911 gab es dann ein Vollgymnasium mit 238 Schülern und die erste Abiturentia in Stolberg. 1933 erhielt die Schule den Namen Langemarck-Gymnasium.1945 wurde sie in Goethe-Gymnasium umgetauft. 1979 zog man in das neue Schulgebäude auf der Liester um.

1880 folgte die Eröffnung der Höheren Töchterschule mit 24 Schülerinnen in einem Raum der im Rathaus untergebrachten Volksschule.

Töchterschule wird Lyzeum

Die Töchterschule wurde 1922 als Lyzeum (Mädchenschule) staatlich anerkannt. Mit dieser Schule ging es folgendermapen weiter: 1949 Eröffnung der Oberprima, 1950 erste Reifeprüfung mit 15 Schülerinnen, 1961 Umzug in das neue Schulgebäude an der Ritzefeldstraße. 1977 Namensänderung in Gymnasium Ritzefeldstraße.

1901 wurde eine Volksschule in der Bürgermeisterei Büsbach eingerichtet. In vier Schulorten wurden 1190 Schüler in 17 Klassen von zehn Lehrern und sieben Lehrerinnen unterrichtet. Die seinerzeit durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse: 70, die Schul­dauer damals: acht Jahre. Die evangelischen Kinder aus Büsbach besuchten die Evangelische Volksschule in Stolberg.

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