Stolberg - Das Stadion ist eigentlich eine große Baustelle

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Das Stadion ist eigentlich eine große Baustelle

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Ein riesiges Areal mit einem riesigen Potenzial: Allerdings fehlte in den vergangenen Jahren das Geld für dringend erforderliche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen im Stadion Glashütter Weiher. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der Name lässt einiges vermuten und so manche falsche Erwartung zu: Wer sich als Ortsunkundiger nichts ahnend auf das „Stadion Glashütter Weiher” freut, sieht sich enttäuscht, wenn er die Sportstätte erreicht.

Dabei macht die Anlage in diesen wieder etwas sonnigeren Tagen auf den ersten Blick durchaus einen angenehmen Eindruck. Weil aber nur der angrenzende und Namen gebende Weiher der Naherholung dient und das übrige Terrain eigentlich für Bewegungssportler vorgesehen ist, macht sich bei genauerem Betrachten der oberflächlichen Idylle eher Unbehagen breit.

„Wir haben schon seit Jahren angemahnt, dass in die Anlage investiert werden muss, weil sie sonst dem Verfall preisgegeben wird”, blickt der Vorsitzende Günther Severens auf bislang vergebliche Versuche des Stadtsportverbandes zurück, die Verwaltung von der Notwendigkeit einer Sanierung zu überzeugen. Dabei ist allgemein bekannt, dass Teile des Komplexes in einem maroden Zustand sind. Das Rasenspielfeld liefert da ein Beispiel.

Nicht nur im Winter ziehen es die Fußballer des SC Münsterbusch mittlerweile häufig vor, auf dem Aschenplatz zu spielen, weil das durchaus regelmäßig gemähte Grün unterhalb der Grasnabe seine Tücken hat. Unebenheiten und Löcher bergen eine erhebliche Verletzungsgefahr, und auch der schaufelwütige Maulwurf trägt seinen Teil dazu bei, dass Fußball hier ganz ohne Zweifel ein Risikosport ist. „Unser Verein stellt noch in fast allen Altersklassen Jugendmannschaften. Es ist schade, dass die Stadt das nicht sieht und honoriert”, bedauert SCM-Trainer Dieter Malischke.

Dass manches Speer- und Diskustraining der LG Stolberg auch Spuren hinterlässt, kommt erschwerend hinzu. Doch die Leichtathleten haben durchaus ihre eigenen Sorgen, dringt doch durch die Risse der Betontribüne Regenwasser in die darunter befindlichen Lagerräume ein. Die Geräte der LG sind deshalb dauerhaft Feuchtigkeit ausgesetzt und verrotten allmählich.

Weil die Zustände von den Betroffenen als unhaltbar angesehen werden, hat jetzt ein Gespräch zwischen Stadtsportverband und Verwaltung stattgefunden. Dabei ging es um eine mögliche Verwendung von Mitteln aus der Sportpauschale des Landes. Rund 150000 Euro bekommt die Stadt jährlich aus Düsseldorf überwiesen. Und ein Teil davon, so der Tenor der Unterredung, könnte in diesem Jahr dem Stadion zugute kommen. Der Konjunktiv an dieser Stelle kommt jedoch nicht von ungefähr, denn die ins Auge gefassten 60000 Euro - je 30000 Euro für Rasen bzw. Laufbahn und die Tribüne - werden nicht überall im Rathaus mit Zustimmung bedacht. „Die Mittel aus der Sportpauschale sind für Neubau- oder komplette Erneuerungsmaßnahmen bestimmt”, gibt Fachbereichsleiter Josef Braun zu bedenken. Weil er aber nur für die Ausführung zuständig ist, kündigt er ein Abstimmungsgespräch zwischen seinem Fachbereichsleiter-Kollegen Willi Seyffarth (Sport) und Kämmerer Wolfgang Zimdars an. Beide werden sich mit dem grundsätzlichen Problem beschäftigen müssen, dass die Sportpauschale in den vergangenen Jahren stets für Maßnahmen verwendet worden ist, die im Haushalt vorgesehen waren. Auf die Sanierung in Münsterbusch trifft das nicht zu, die 60000 Euro müssten demnach zusätzlich aufgebracht werden.

Derweil tut sich gleich neben dem Stadion eine weitere Baustelle auf. „Der Boden in der Halle Glashütter Weiher ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Lange werden wir dort nicht mehr Handball spielen können”, warnt der Vorsitzende des Stolberger SV, Ralf Radmacher. In die Halle wird die Stadt dank Zuschüssen aus dem Konjunkturpaket II in naher Zukunft durchaus kräftig investieren. Allerdings sind die verfügbaren 430.000 Euro für die energetische Sanierung vorgesehen und nicht für eine Erneuerung des Bodens.
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