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Das Oratorium ist eine Herausforderung

Von: Marie Luise Otten
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Am Sonntag ist der Auftakt zum Jubiläum des Bethlehem: sie erste gemeinsame Chorprobe zum „Weihnachtsoratorium“ von Camille Saint-Saens in St. Lucia. Foto: Marie-Luise Otten

Stolberg. Seit Anfang des Jahres proben die Chorgemeinschaft St. Cäcilia, St. Franziskus und die Evangelische Kantorei für den gemeinsamen Auftritt das „Weihnachtsoratorium“ von Camille Saint-Saens. Bisher hat jeder Chor alleine für sich geprobt, jetzt ist die erste gemeinsame Chorprobe, für die die Sänger sich in St. Lucia getroffen haben. Fröhliche Gesichter überall in den Bänken, alle warten noch auf Hermann-Josef Schulte, der die Gesamtleitung hat.

Endlich hat das Warten ein Ende. Jo Schulte klatscht in die Hände, und alle stellen sich hinter dem Altar auf: vorne links 1. Sopran, dann 2.Sopran, dahinter der Tenor, rechts neben dem 2. Sopran der 2. und 1.Alt, dahinter die Bassgruppe. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, denn es ist wichtig, Blickkontakt mit dem Dirigenten zu halten.

Jo Schulte ist sichtbar stolz auf seinen großen Klangkörper und begrüßt alle herzlich. Nach Atemtechnik und einem Stimmtraining für die Höhe im Sopran geht es mit dem „Gloria in altissimis Deo“ los. Ein paar Takte, dann muss er abbrechen. Manche schauen noch zu sehr in die Noten, und man ist „träger“ geworden, sprich zu langsam. Beim zweiten Versuch liegen die Sängerinnen und Sänger gut im Ton.

Mittlerweile hat Schulte die warme Jacke ausgezogen, und das „Gloria“ beginnt noch einmal von vorne. Jetzt hat jemand zu früh eingesetzt und man ist gesunken, aber mit dem Tempo ist es besser. Es geht weiter mit dem Frauenchor. Schulte singt einige Takte des Tenor-Solos vor, damit der Übergang klappt.

Mittlerweile ist Kantor Gunther Antensteiner eingetroffen, der auf der Orgel begleitet. Aber Schulte ist noch nicht zufrieden. Immer und immer wieder wird die Stelle „Christus Filius Dei vivi“ wiederholt.

Beim nächsten Stück (Nr. 6) ist der Sopran zu tief, auch die Tenorgruppe singt nicht sauber. Das „Gloria Patri“ klingt zu hart, der Einsatz ist zu kläglich. „Mehr stützen“, sagt Schulte, der bei aller Kritik immer freundlich bleibt.

Auch im Finale muss noch einiges korrigiert werden, aber dazu sind die Proben schließlich da. Das Weihnachtsoratorium ist eine Herausforderung für alle. Für das Singen brauchen die Sängerinnen und Sänger nicht nur eine gute Stimme, wichtig ist auch das aufeinander Hören, der richtige Einsatz, die Dynamik, Phrasierung und das sich Einlassen auf den Dirigenten. In einem zweiten Durchlauf werden nur noch die schwierigen Stellen geprobt, und dann dürfen alle nach Hause gehen.

Schließlich stehen noch weitere gemeinsame Proben an, und wenn das Orchester dazu kommt, ist sicher vieles einfacher. Bei der Aufführung am 1. Adventssonntag, 17 Uhr, ist der Junge Chor mit dabei. Der probt parallel das „Magnificat“ von John Rutter. Der Kartenvorverkauf läuft gut. Die Menschen in Stolberg freuen sich auf dieses Großereignis, und eine Weihnachtszeit ohne Weihnachtsoratorium ist nicht denkbar.

Und was gibt es Schöneres für die Feierlichkeiten des Bethlehem Krankenhauses als die Weihnachtsgeschichte aufzugreifen?

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