Das „ewige Eis“ in warmen Bildern zum Ausdruck gebracht

Von: Dirk Müller
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Als Gastkünstler wird ab Samstag Otto Guba seine Werke in der jungen Galerie zeigen. Foto: D. Müller

Stolberg. Das Besondere an der Galerie der autonomen Künstlergruppe ist, dass alle sechs darstellenden Künstler aktiv sind, neue Bilder und Skulpturen schaffen und im Steinweg zur Schau stellen. Die Dynamik der gemeinschaftlichen Dauerausstellung in der jungen Galerie soll durch Gastkünstler noch verstärkt werden, und den Anfang macht am Samstag, 10. Mai, Otto Guba, so dass bis Juni Exponate von sieben Künstlern zu sehen sind.

Guba zeigt Natur-Bilder, seine Landschaftsmalerei beginnt bei einer Postkarten-Idylle, in deren Schönheit man physisch eintauchen möchte. Der Maler spannt aber auch den Bogen bis hin zu düsteren, beinahe bedrohlich wirkenden Szenarien.

In mystisch anmutenden Sonnenuntergängen und atemberaubenden Landschaften bannt Guba den Zauber der Natur auf Leinwand, indem er sich einer außerordentlichen Farbgebung bedient. Seine Verbundenheit zum „hohen Norden“ lässt ab Samstag das Polarlicht atmosphärisch in der Kupferstadt leuchten und bringt auch das ewige Eis nach Stolberg. Guba malt Schneeeule, Eisbären, Polarwolf oder Seehund in ihrer natürlichen kalten und klaren Umgebung, wobei ihm Erstaunliches gelingt: Er thematisiert die Kälte in warmen Bildern. Dass es nicht ein Weiß des Schnees und Eises und nicht ein Blau des klaren Himmels gibt sondern unendliche Nuancen, verdeutlichen Gubas Werke eindrucksvoll.

Der Künstler komponiert harmonisch mit Farbtönen, und auch die Schau im Steinweg ist fließend: Rentier- oder Hundeschlitten auf schneebedeckter Landschaft und unter magischen Himmeln bilden Bindeglieder zwischen Eis- und Landschaftsbildern, mit Pferden in Bewegung, einem Moschus-Ochsen oder einem Luchs trifft der Betrachter auf weitere Tiere, Stillleben sind vollständig aus der Natur entnommen. Ob Motive aus Schweden oder das Hohe Venn, Küste, Wald oder Hügel, faszinierende Eis- und Schneelandschaften oder der grüne Himmel im Sonnenuntergang – augenscheinlich spielt der Mensch die kleinste Rolle in Gubas Motivwahl.

Konsequent finden sich in seinen Werken Menschen nur vereinzelt und klein. Im Verhältnis zu Größe und Ästhetik der Natur scheint Guba den Menschen lediglich als Statisten zu sehen, relativiert damit den Stellenwert unserer Spezies im Gesamtgefüge des Lebens. Guba transportiert seine offensichtliche Liebe zur Natur über die Leinwand hin zum Betrachter und setzt dabei unwiderstehlich auch eine philosophische Frage frei: Was ist der Mensch in Anbetracht der Vielfalt und Schönheit von Flora und Fauna, der Elemente und des Universums? Für den Maler Otto Guba nicht viel mehr als eine Randfigur.

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