Radarfallen Blitzen Freisteller

Das Erdbeben lässt die Stolberger kalt

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
Erdbeben bensberg
Ein Mitarbeiter der Erdbebenwarte Bensberg in Bergisch-Gladbach vor dem Bildschirm. Archivbild: dpa
Erdbebenkarte
Das Epizentrum des Bebens lag bei Gressenich zwischen Stolberg und Düren. Screenshot: zva

Stolberg/Düren. Zwischen Stolberg und Düren hat am Donnerstagvormittag die Erde gebebt. Der Erdstoß mit einer Stärke 2,3 auf der Richterskala hat offenbar keine Schäden angerichtet. Nach Angaben der Erdbebenstation Bensberg lag das Beben relativ nah unter der Erdoberfläche. Die Region um Stolberg zählt zu denen in Deutschland, die am stärksten durch Erdbeben gefährdet sind.

Das Hauptbeben gegen 11.20 Uhr sei durchaus zu spüren gewesen, erklärte der Leiter der Erdbebenstation in Bergisch-Gladbach, Professsor Klaus-Günter Hinzen. Zuvor habe es gegen 7.40 Uhr ein schwächeres Vorbeben der Stärke 1,2 und am 4. August eines der Stärke 1,0 gegeben. Das Epizentrum lag östlich der Stadt in der Nähe von Gressenich.

Schäden an Bauwerken seien bei Beben dieser Stärke nicht zu erwarten. „Innerhalb von Gebäuden kann man aber schon ein Zittern spüren“, sagte Hinzen. Mit dem typischen Geschirrklirren im Schrank sei also zu rechnen - sehr viel mehr aber auch nicht.

Mit einer Tiefe von rund sechs Kilometern lag das Stolberger Beben relativ nah an der Erdoberfläche, normalerweise spielten sich die Beben in der niederrheinischen Bucht in zehn bis 15 Kilometer Tiefe ab. Die erdbebengefährdete Zone der Region zieht sich über Kerpen, Nörvenich, Stolberg und Würselen bis nach Geilenkirchen.

Bei der Polizei in der Städteregion blieben die Telefone ruhig. „Bei uns ist kein einziger Anruf aus der Bevölkerung eingegangen“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen.

Auf dem Facebook-Seiten von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten berichteten Leser von erschrockenen Kindern und ängstlichen Hunden. Es habe sich „hier im Haus angefühlt, als wäre irgendwas Schweres umgefallen“, schrieb Nutzer Christian W. Die Leserin Daniela S. nahm die Sache mit Humor: „Im selben Moment stand der Postbote vor der Tür und ich hab ihn gefragt, ob er die Autotür immer so feste zumacht.“

In der niederrheinischen Bucht kommt es häufiger zu Erdstößen. Hintergrund ist, dass die sogenannte eurasische Erdplatte im Mittelmeerraum gegen die afrikanische Platte drückt. In bestimmten Regionen entladen sich diese Spannungen in der Erdkruste als Beben, so auch im Raum westlich von Köln.

Mehrmals pro Monat kann es so zu leichten Erschütterungen kommen, die aber in der Regel nicht zu spüren sind. Der Bereich rund um Düren, Stolberg und Jülich fällt in die Zone 3, die höchste Gefahrenstufe. Theoretisch sind dort Beben bis zur Stärke 7 möglich.

Der Bereich rund um Düren und Jülich fällt in die Zone 3, die höchste Gefahrenstufe. Theoretisch sind hier Beben bis zur Stärke 7 möglich.

Erdbeben besorgt die Menschen in der Region - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/erdbeben-besorgt-die-menschen-in-der-region-1.388790#1611763685
Der Bereich rund um Düren und Jülich fällt in die Zone 3, die höchste Gefahrenstufe. Theoretisch sind hier Beben bis zur Stärke 7 möglich.

Erdbeben besorgt die Menschen in der Region - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/erdbeben-besorgt-die-menschen-in-der-region-1.388790#1611763685

Zu schweren Schäden kam es in der Region zuletzt beim sogenannten Roermond-Beben 1992, dem stärksten Beben seit dem Dürener Beben von 1756. Dabei wurden allein in Nordrhein-Westfalen 30 Menschen verletzt. Viele Gebäude wurden beschädigt, darunter auch der Kölner Dom. Entlang von Rur und Maas entstanden mehrere größere Erdspalten und Erdrutsche, an einigen Stellen traten Sandfontänen aus.

Die Erdstöße richteten in Deutschland Schäden von über 150 Millionen D-Mark an, in den Niederlanden waren es rund 170 Millionen Gulden. Das Roermond-Beben war noch in Berlin, Mailand und London zu spüren.

Das Erdbeben bei Düren am 18. Februar 1756 war eines der stärksten Erdbeben in Mitteleuropa mit einer Stärke von VIII auf der Mercalliskala. Es war bis heute das stärkste bekannte Erdbeben in Deutschland. Es forderte zwei Tote in der Stadt, in der viele Gebäude beschädigt oder zerstört wurden. Auch in Aachen starben zwei Menschen, einer wurde schwer verletzt.

Hinweis: Der Absatz über die Spannungen zwischen eurasischer und afrikanischer Erdplatte enthielt einen Fehler. Wir haben ihn korrigiert und bitten um Entschuldigung. 

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert