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Das Büffeln hat sich wirklich gelohnt

Von: Anja Klingbeil
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Zeugnisübergabe: 34 Teilnehme
Zeugnisübergabe: 34 Teilnehmer aus 19 Nationen haben die Prüfung bestanden. Die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen überrreicht mit Elfriede Lechthaler die Foto: A. Klingbeil

Stolberg. Rebar Mikho Meho wählt seine Worte mit Bedacht aus. Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte der 24-Jährige nicht einmal einfache Sätze lesen, geschweige denn sprechen. „Wenn Briefe bei mir ankamen, dann verstand ich absolut gar nichts”, sagt Rebar. Seine ursprüngliche Heimat ist der Irak. Seit dreieinhalb Jahren lebt Rebar Mikho Meho in Deutschland.

Weil Integration in einem fremden Land zu einem großen Teil über die Sprache geht, hat Rebar Mikho Meho begonnen, Deutsch zu lernen. Und zwar ganz von vorne: im Alphabetisierungskurs der Volkshochschule. Den müssen viele Zuwanderer absolvieren. Schließlich sind etwa die arabischen Zeichen gänzlich anders als das deutsche Alphabet.

Wie jeder Erstklässler auch, lernte der 24-Jährige also zuerst einmal das ABC. Lernte den Klang von Buchstaben und sie zu schreiben. „Das war ganz schön schwierig”, sagt Rebar. Doch er hat es geschafft. Auch die nächste Prüfung „Deutschtest für Zuwanderer” hat er mit Bravour bestanden.

Und so ist Rebar Mikho Meho sichtlich stolz, als er aus den Händen der stellvertretenden Bürgermeisterin Hildegard Nießen sein Zeugnis bekommt. Nießen nimmt sich Zeit für jeden einzelnen Teilnehmer, spricht kurz mit ihnen und lässt sich ein bisschen aus ihrem Leben erzählen.

Insgesamt erhalten an diesem Tag 34 Teilnehmer aus insgesamt 19 Nationen ihr Zertifikat, darunter 20 Frauen und 14 Männer. Die Kurse, die von den Lehrkräften Claudine Perigault, Elfina Ait El Haj, Martine Wolters und Nader Rayany geleitet wurden, waren also wahrlich bunt gemischt.

Mitten drin ist auch Rukiye Ertürk. Die 35-jährige Türkin lebt bereits seit 17 Jahren in Deutschland. Warum sie bisher nicht die Sprache des Landes gelernt hat, indem sie lebt, darüber möchte Rukiye Ertürk nicht sprechen.

Noch große Pläne

„Das ist privat”, sagt sie. Doch ist sie froh, endlich selbst für sich sprechen können. Das Lernen fiel ihr dabei nicht schwer, sagt die 35-Jährige. Noch spricht auch sie langsam und mit Bedacht, fragt manchmal nach, wenn sie komplizierte deutsche Sätze nicht versteht. „Ich möchte noch besser Deutsch lernen”, sagt sie und lächelt, das B1-Zertifikat in ihren Händen.

Dieses bescheinigt solide Grundkenntnisse der deutschen Sprache und dass sich die Menschen in allen wichtigen Alltagssituationen sprachlich zurechtfinden - sei es beim Arzt, im Supermarkt oder beim Behördengang. Zudem dient es als sprachliche Voraussetzung für den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft.

Weitere Kurse stehen an

Rukiye Ertürk jedenfalls hat noch große Pläne. Eine Ausbildung möchte die 35-Jährige machen. Eine Arbeit finden, die ihr Spaß macht.

„In welche Richtung genau die Ausbildung gehen soll, da habe ich mich noch nicht entschieden”, sagt Rukiye Ertürk.

Für viele der Teilnehmer, die in drei Prüfungsgruppen unterteilt waren, geht es bald mit den nächsten Kursen weiter. Dann werden sie wieder im Klassenraum der Volkshochschule sitzen und fleißig pauken. Auch Rebar Mikhop Meho und Rukiye Ertürk sind dann wieder mit dabei.
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