Stolberg-Vicht - Dank Werbung fährt es sich zum Nulltarif

Dank Werbung fährt es sich zum Nulltarif

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
Dann kann es ja losgehen: Chri
Dann kann es ja losgehen: Christel Rasche vom Mobilen Sozialen Dienst der Pfarrgemeinde St.-Johannes-Batist und Helmut Schreiber vom Kirchenvorstand. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Vicht. „Da ist er ja”, sagt Christel Rasche und fischt lächelnd den Autoschlüssel des neuen Smarts, der vor dem Pfarrheim in Vicht steht und zur Feier des Tages blumenbekränzt ist, aus ihrer Tasche.

Das Fahrzeug gehört der örtlichen Pfarre St.-Johannes-Baptist. Und die hat es zum Nulltarif bekommen. Die Idee, ein neues Auto anzuschaffen, ohne dabei das eng umrissene Budget der Kirchengemeinde anzutasten, hatte Helmut Schreiber.

Vielen Stolberger ist er als „Nachtwächter” bzw. Stadtführer bekannt. Aber Schreiber ist nicht nur in Sachen Stadtgeschichte ehrenamtlich aktiv: Er ist Mitglied des Kirchenvorstandes in Vicht. Von der Möglichkeit, ein Auto ausschließlich über Werbung zu finanzieren, erfuhr er zufällig durch einen Flyer, der ihm die Hände fiel.

Der Flyer beschreibt eine Marktlücke, die sich im Bereich von gemeinnützig tätigen Organisationen und Einrichtungen auftut. Das Konzept ist flott erklärt: Die Firma akquiriert Sponsoren im Einzugsbereich ihres Kunden, die ihre Werbung auf dem Auto platzieren. Je größer die Fläche, desto höher fällt „Miete” aus.

Win-win-Situation

Im Gegenzug verpflichten sich die Sponsoren, über einen gewissen Zeitraum einen bestimmten Obolus zu entrichten. „Das ist für alle Seiten eine Win-win-Situation. Wir bekommen ein neues Fahrzeug und die Sponsoren eine Werbung, die tagtäglich in ganz Stolberg unterwegs ist”, erläutert Schreiber.

Aber er stellt auch klar, dass der Werbegedanke allein nicht die Motivation der insgesamt 15 Firmen ist, sich an der Autofinanzierung beteiligen. „Die Unternehmen wollen einfach helfen, und es hat uns ganz besonders gefreut, dass wir auf eine solch positive Grundhaltung getroffen sind”, bedankt er sich bei den zahlreichen Sponsoren.

Über fünf Jahre „stottern” die Sponsoren den Smart der Vichter Pfarrgemeinde ab. Ein schöneres Geschenk konnte sich der „Mobile Soziale Dienst” zum Geburtstag wohl kaum wünschen: Er feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. „Der ?Mobile Soziale Dienst ist wirklich eine Erfolgsgeschichte. Angefangen hat das Ganze als Arbeitslosenprojekt im Rahmen einer Initiative des Bistums”, erzählt Schreiber. Das Ziel war, arbeitslosen Frauen beim (Wieder)Einstieg in die Berufswelt zu unterstützen.

„Unser Mobiler Sozialer Dienst ist längst aus den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile beschäftigen wir zehn feste Mitarbeiterinnen, die in verschiedensten Bereichen tätig sind”, resümiert Schreiber bei der kleinen Feier anlässlich der Fahrzeugeinsegnung im Pfarrheim an der Rumpenstraße. „Das Besondere ist, dass unser ?Mobiler Sozialer Dienst nicht nur pflegerische Tägigkeiten übernimmt, sondern auch im Haushalt mit anpackt, wenn einmal Not am Mann ist.”

Genau das sei der Punkt, der ihn von anderen Pflegediensten unterscheide, merkt das Mitglied des Kirchenvorstandes an.

Drei Fahrzeuge gehörten bereits zum Fuhrpark des Dienstes, aber ein weiteres kleines Auto war angesichts des Bedarfs unbedingt notwendig.

Wenn also demnächst ein über und über mit Werbung bedruckter kleiner Zweisitzer vorbeisaust, kann man sicher sein, dass gerade der „Mobile Soziale Dienst” der Pfarrgemeinde St.-Johannes-Bapist im Einsatz ist.
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