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Damit Verwechslungen der Vergangenheit angehören

Von: Sarah Sillius
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Horst Schroten hat das Projekt
Horst Schroten hat das Projekt Patienarmbänder geleitet. Foto: S. Sillius

Stolberg. Es erinnert ein wenig an ein Eintrittsbändchen zu einem Rock-Konzert oder an ein Erkennungsmerkmal für das Mittagessen im All-inclusive-Hotel. Ganz so erfreulich ist der Anlass aber nicht, zu dem die schmalen Bänder um den Arm gebunden werden.

Horst Schroten hat das Projekt mit seinem Team geleitet. Beraten wurden die Mitarbeiter des Betlehem vom Aktionsbündnis für Patientensicherheit in Berlin.

Auf Schrotens Bürotisch liegen verschiedene Modelle. Er greift aus einer Mappe das Auserwählte heraus. Name, Vorname und Geburtsdatum werden auf das hautfreundliche, wasserfeste Material gedruckt. Durch die direkte Datenübertragung vom Computer auf das Band sollen potentielle Schreibfehler ausgeschlossen werden. Noch in der Aufnahme erhalten die Patienten ihr Erkennungszeichen. „Es ist zwar nicht an der Tagesordnung, dass Patienten verwechselt werden, aber es kommt schon hin und wieder vor - wenn auch nicht mit gravierenden Folgen”, erklärt Schroten den Hintergrund der Maßnahme. „Warum sollen wir warten, bis etwas passiert?” Hinzu komme, dass manche Patienten verwirrt seien und sich im Haus verlaufen. Anhand ihres Armbandes könnten sie direkt ihrer Station zugeordnet werden. „Es gibt prinzipiell noch die Möglichkeit, über einen Barcode die Diagnose oder die Blutwerte abzuspeichern”, sagt Schroten. Das Betlehem Gesundheitszentrum halte das aber für unnötig.

Datenschutz gewährleistet

Über den Datenschutz müssten sich die Patienten keine Sorgen machen. „Der ist umfänglich gewährleistet. Wenn die Patienten entlassen werden, werden die Bändchen von uns vernichtet oder die Patienten können sie mit nach Hause nehmen.”

Natürlich sei das Anlegen eines Bändchens komplett freiwillig, versichert Schroten. Die Kosten für die Erkennungsmerkmale übernehme das Krankenhaus.

Ein Bogen, von dem sich ein Bändchen abtrennen lässt, koste etwa einen Euro. Bei rund 13 000 stationären Patienten im Jahr lässt sich die Investition errechnen. „Es gibt keine Alternative zu den Bändchen”, sagt Schroten entschlossen. Für ihn und seine Teamkollegen geht es jetzt in die „heiße Phase”. Info-Flyer werden gedruckt, das Personal wird geschult.

Auch im Eschweiler Krankenhaus werden die Bändchen derzeit eingeführt. Das Krankenhaus, an dem sich das Stolberger Projektteam in Sachen Armbänder orientiert, befindet sich in Dortmund. Dort werden Schroten und sein Team heute hinfahren, um sich noch ein paar Tipps geben zu lassen - bevor im Sommer dem ersten Patienten ein Armband im Stolberger Krankenhaus umgelegt wird.
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