Damen aus Venwegen holen den Stadttitel

Von: Sandra Pavlic
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Spielführerin Sarah-Marie Sch
Spielführerin Sarah-Marie Schnabler nimmt für das siegreiche Venwegener Team Pokal und Prämie von den Vertretern des Stadtsportbundes, der Sparkasse und dem Ausrichter ASA Atsch entgegen

Stolberg. Und schon wieder Anpfiff an der Hammstraße. Diesmal behaupten sich allerdings Stolberger Frauen - bei der Stadtmeisterschaft der Frauen auf dem Feld, auf Atscher Asche am Freitag. Ebenfalls anders als bei der „Herrenmeisterschaft: am gleichen Abend werden die Sieger gekürt.

„Schade, dass die SG Stolberg ihre Truppe zurückziehen musste”, bedauert Bert Kloubert, „und somit drei teilnehmende Mannschaften übrig blieben”. Damit erklärt der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, warum die Titelkämpfe an einem Tag entschieden werden. Auf die Frage, warum bloß 45 Minuten gespielt werden, findet Erwin Nießen, der Geschäftsführer des Stadtsportbundes, die passenden Worte: „Na, sie haben doch dann insgesamt eine Gesamtdauer von 90 Minuten.”

Man darf 120 Minuten Spielzeit nicht überschreiten, „da dies regelwidrig ist. Und so kommt niemand in Bedrängnis” ergänzt Bert Kloubert. An dem späten Nachmittag nehmen in der Atsch die Teams des FC Adler Büsbach, VfL Vichttal und die Titelverteidiger VfR Venwegen den Kampf auf.

Mit dem Anspruch, den Wanderpokal zu verteidigen, stellen sich die Venwegenerinnen auch zu Beginn der ersten Partie dar. Angriffs- und lauffreudig fällt gerade mal nach fünf Minuten das erste Tor durch die Nummer 21 Nina Hülsen gegen die Adler. Büsbach hingegen kommt aufgrund ungenauer Pässe und schlechter Ballannahme, nicht aus seiner eigenen Hälfte heraus. Dadurch werden Venwegen mehr Möglichkeiten geboten, so dass Sarah-Marie Schnabler in der 15. Spielminute den zweiten Treffer für ihr Team sichert.

In der restlichen halben Stunde wird jedoch hinsichtlich der Halbherzigkeit der Stürmerinnen und mittlerweile gefestigter Büsbacher Abwehr nicht viel zum Ausdruck gebracht. Es bleibt beim 2:0 für de VfR. Büsbachs Trainer Anton Reuter ist etwas entsetzt, da er das Ziel hatte, „Stadtmeister zu werden. Aber da wir beim ersten Spiel leider gescheitert sind, haben wir nun den zweiten Platz in Aussicht”, lacht er optimistisch.

Genauso zuversichtlich sind auch seine Ziele für die bevorstehende Saison. Der 53-jährige träumt „vom neunten Rang der Liga A”, wie er schön betonte, „zwar sind vier Neuzugänge, die heute erst ihr erstes Spiel bestreiten dabei, aber vor allem die Abwehr hat zu ihrer Form gefunden, so dass die 22 Punkte aus vergangener Saison mindestens auf 31 steigen sollten”.

Vor dem ersten Spiel des VfL Vichttal sieht der Geschäftsführer die Erfolgschancen bei der Stadtmeisterschaft eher skeptisch: „Einige verletzte Spielerinnen können heute nicht teilnehmen, daher sehen wir uns kaum in der Lage mit Venwegen mitzuhalten”, sagt Joachim Ritzenhofen. „Das ist aber unser mittelfristiges Ziel.” Gegen Büsbach will Vichttal nun „wie im letzten Jahr gegenhalten und den zweiten Platz anstreben. „Falls dies nicht hinhaut, sind wir auch mit dem dritten Platz nicht unzufrieden.” Die VfL-Frauen werden in der neuen Saison erstmalig in der Kreisliga antreten. „Aber auch hier sind die Erwartungen nicht hoch gehalten”, gibt sich Ritzenhofen bescheiden.

So begegnen sich auch schon nach viertelstündiger Pause Venwegen und Vichttal. Auch hier dominiert Venwegen von Anfang an und macht das Ding erneut nach fünf Spielminuten perfekt. Diesmal freut sich Elisa Kleinert über einen Treffer. Wie beim Torschusstraining kommen viele Bälle zum gegnerischen Tor, jedoch zeigt sich die Keeperin reaktionsschnell. Somit war es aus Venwegens Sicht eine Geduldsfrage bis das nächste Tor fiel. Nach 15 Minuten vergrößert Anja Schloßmacher mit ihrem ersten Treffer den Abstand zu Vichttal auf 2:0.

Ungeschickt entstand nach weiteren fünf Minuten ein Elfmeter für die Venwegener. Steffi Schnitzler trat zum Ausführen an, aber den unplatzierten Schuss hält Vichttals Torhüterin problemlos. Einen kurzen Moment später macht sie ihren „Fehler” wett, da sie die Flanke zum 3:0 gibt und somit zum zweiten Treffer für Spielführerin Sarah-Marie Schnabler verhilft. Kurz vor Abpfiff sichert durch einen Schuss ins lange Eck Nina Hülsen das 4:0 und damit entscheidet Venwegen die Stadtmeisterschaft für sich.

Bescheiden begründet Trainer Gustav Zysk die Erfolgsgeschichte seiner Mädels so: „Die meisten kennen sich seit ihrer Kindheit, und als Mannschaft wachsen sie immer mehr zusammen”. Das Team gewann bereits bei der Hallenstadtmeisterschaft drei Mal hintereinander und die letzte Feldstadtmeisterschaft ging ebenfalls auf Venwegens Konto. „Weil es auch leider immer die gleichen Mannschaften sind, die sich messen, haben wir uns im Vorhinein schon hohe Chancen ausgerechnet”, so Zysk weiter.

„Da wir mittlerweile auch die beste Torhüterin aus dem Kreis Aachen zu uns holen konnten, bauen wir darauf, wie in vergangener Saison in der Bezirksliga oben mitspielen zu können. Ich bin auch froh, die vielen helfenden Eltern um uns herum zu haben, da der Verein ziemlich am Existenzminium lebt und wir durch fehlende finanzielle Unterstützung ein bisschen am Abgrund stehen”, sieht der Trainer dennoch sind die spielerischen Voraussetzungen gegeben.

Auch Bert Kloubert bestätigt diese Ansicht: „Die Venwegenerinnen waren klar die Favoritinnen. Bei denen wird geackert und gearbeitet, was am Gesamtauftreten ersichtlich ist.”

Um 20:30 Uhr bestritten das letzte Turnierspiel Büsbach und Vichttal. Um Platz 2 kämpfen beide Mannschaften gleichermaßen. Dennoch kann sich die Nummer 9 von Büsbach einmal mehr erfolgreich durchsetzen. Aus 16 Metern, sichert nach 20 Minuten Jutta Reuter mit dem spielentscheidenden Treffer den zweiten Rang für ihre Schar.

Auch das DRK findet seinen Einsatz in der 35. Minute, als sich die Schwester der Torschützin, Angela Reuter, verletzte und die restliche Spielzeit ohne sie stattfinden muss. Bei einem ausgeglichen Spiel auf beiden Seiten endet die Partie dann 1:0 für die Adler.

„Ich bin zwar kein Frauenfußballfeind, aber die Frauen spielen nun mal anders”, schmunzelt Andreas Mengede. „Dafür war ich mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden. Auch der Zuschaueranspruch war in Ordnung. Für das bevorstehende Halbfinale und Finale der Männer erwarte ich hingegen einen regelrechten Zuschauerandrang”, sagt der Geschäftsführer des Ausrichters ASA Atsch.

Bei der anschließenden Siegerehrung betont der 58-jährige Bert Kloubert, dass die Erwartungen von fairen Spielen bestätigt wurden und „die Mädels Männern ein großes Vorbild sind was Fairness anbelangt.” Ebenfalls bedankt er sich beim Hauptsponsor der Sparkasse: „Sie ersetzt die Gemeinde, die blank wie ein Babypopo ist.”
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