Stolberg - „Dabei sein ist alles” in der Schönheit Süssendells

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„Dabei sein ist alles” in der Schönheit Süssendells

Von: Saskia Zimmer
Letzte Aktualisierung:
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Los geht´s: Die Nordic Walker starten auf ihre 10 km lange Runde um Süssendell.

Stolberg. Josef Krammer ist siegessicher. Er hat sich fest vor genommen, heute als erster durch das Ziel zu laufen. Zumindest in seiner Altersgruppe. Josef Krammer ist 80 Jahre alt und damit ältester Teilnehmer bei „Rund um Süssendell”.

Bereits zum vierten Mal veranstaltet der Leichtathletikclub (LAC) Mausbach am Freitagabend den Volkslauf.

Noch hat Josef Krammer eine gute halbe Stunde Zeit, bis es losgeht. Er sitzt auf einer Bank am Rande der Laufbahn des Sportplatzes Dörenberg. Neben ihm sitzt - natürlich, wie er sagen würde - sein Freund Wilhelm Schmitz (76). Seit 50 Jahren machen die beiden gemeinsam Sport, seit 40 Jahren gehen sie zusammen laufen. Kaum ein Lauf, bei dem sie nicht dabei sind. In zwei Wochen beispielsweise beim Monschau-Marathon. Immer zu zweit, nie alleine.

Um die beiden herum herrscht großer Trubel. Immerhin haben sich um die 300 Läufer zu dem Volkslauf angemeldet. Aus ganz Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden gingen die Anmeldungen bei Veranstaltungsmanager Matthias Mülbusch ein. Der Volkslauf ist äußerst beliebt und mit 35 weiteren Läufen Bestandteil des „Rur-Eifel-Cups”. Auf dem Programm stehen eine fünf- und zehn-Kilometer-Strecke für Läufer, sowie zum zweiten Mal auch eine 10-Kilometer-Strecke für Walker.

Zuerst einmal aber fällt der Startschuss für die ganz kleinen Teilnehmer. Zwei Bambini-Gruppen dürfen auf wenigen 100 Metern ihr Können zeigen. Auch der jüngste Teilnehmer, Gero Bongart, gerade einmal zwei Jahre alt, schafft es über die Ziellinie.

Und Ingo Rosbruch, Vorsitzender des LAC Mausbach, weiß zu berichten: „Die, die als letztes ins Ziel kommen, erhalten eigentlich immer den meisten Applaus, weil sie durchgehalten und nicht aufgegegeben haben.” Das mache die besondere, fast familiäre Atmosphäre bei solchen Volksläufen aus.

Auch Josef Krammer und seinen Freund Wilhelm Schmitz sagen: „Dabei sein ist alles.” Während Ingo Rosbruch die Strecke durch den Gressenicher Wald vor allem wegen ihres hohen Anspruchs und der landschaftlichen Schönheit lobt, erkennt Schmitz einen ganz anderen Vorteil: „Im Wald kann man sich immer so schön verstecken und auch mal eine Pause machen, ohne dass man sein Gesicht verliert”, sagt er und lacht verschmitzt. Auf der abschließenden Steigung hoch zum Dörenberg müsse er dann natürlich wieder alles geben, da stehen ja Zuschauer.

Auch die Läuferlegende Valentin Bündgens ist zum „Süssendell-Lauf” gekommen. Der 63-Jährige läuft seit Jahren jeden Lauf des Rur-Eifel-Cups mit, weiß Rosbach. Und unter Läufern kennt man sich natürlich. „Deswegen komme ich ja hierhin. Nicht nur wegen des Laufens, sondern wegen der Menschen”, sagt Bündgens. Neben ihm startet auch wieder Peter Borsdorff mit seinem Projekt „Running for Kids” und sammelt Geld für Kinder.

In wenigen Minuten fällt der Startschuss für die zehn-Kilometer-Runde. Krammer und Schmitz machen sich langsam bereit. Ganz so siegessicher ist Krammer allerdings nicht mehr: „Ich habe eben erfahren, dass es doch noch einen Teilnehmer in meiner Altersgruppe M80 gibt” - sagt er und lacht. Bisher war er der einzige. Aber er nimmt´s mit Humor: „Dann werde ich eben Zweiter.” Und genau so soll es schließlich auch sein.
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