Da hätte Pepe Nietnagel aber ganz schön gestaunt

Von: Dirk Müller
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Lehrer Achim Frantzen an einer Tafel der neuen Generation: Die „Smartboards” vereinen herkömmliche Schultafeln mit einem interaktiven Multimedia-PC. Foto: D. Müller

Stolberg-Liester. Pepe Nietnagel, einer der „Lümmel von der ersten Bank”, schrieb im gleichnamigen Film die vermeintlich englische Vokabel „Brathering” noch mit Kreide an eine schwarze Tafel, um seiner Lehrerin im Mommsen-Gymnasium einen seiner berüchtigten Streiche zu spielen.

Bald darauf verschwanden jedoch die einfachen schwarzen Schultafeln aus deutschen Klassenzimmern und wurden durch modernere, mit klappbaren Flügeln versehene und in der Höhe verstellbaren dunkelgrünen Tafeln ersetzt. Doch auch die Tage dieser klassischen Lehrmittel sind bald gezählt, denn in immer mehr Klassenräumen zieht heute die Zukunft in Form so genannter Smartboards ein.

Wahre Alleskönner

Acht Exemplare der interaktiven Tafeln hat die Realschule I (Liester) angeschafft. Dort habe man bereits sehr gute Erfahrungen damit machen können, denn die weißen, der Leinwand ähnlichen Tafeln der neusten Generation seien wahre Alleskönner, berichtet Rektor Ferdinand Küpper-Jacobs. Tatsächlich lassen die „Smartboards” sich wie eine herkömmliche Schultafel verwenden, also mit speziellen farbigen Stiften statt Kreide beschriften. Man kann sie sogar noch mit einer Art Schwamm wischen, dies kann aber auch mit einem Mausklick geschehen. Gleichzeitig sind sie ein großer Computerbildschirm, der dank Touchscreen, also einer berührungsempfindlichen Oberfläche, interaktives Handeln zulässt.

„Lehrer und Schüler können Funktionen mit dem Finger aktivieren oder in Arbeitsblätter und Diagramme direkt hineinschreiben. Das Arbeiten mit der eigenen Software der Geräte oder Word, Excel und Power Point passiert quasi nicht an einem PC, sondern an der Tafel”, erläutert Achim Frantzen, Lehrer für Mathematik, Informatik und Sport an der Realschule I. In Fächern wie Chemie und Physik ließen sich zudem Versuche zeigen, die im normalen Schulbetrieb gar nicht möglich seien, da ein „Smartboard” einen kompletten Medienraum ersetze. Es vereint Videoprojektor, Computer und Audioanlage, so dass Filme, dreidimensionale Modelle und Versuchsanordnungen an einer Tafel in die Klassenzimmer transportiert werden können.

Mittels Internetzugang stehen außerdem jederzeit aktuellste Informationen zur Verfügung. Das Smartboard bringe neben dem praktischen Nutzen noch weitere positive Aspekte mit sich, erklärt Küpper-Jacobs: „Wir beobachten, dass dadurch die Motivation und das Interesse der Schüler an den vermittelten Inhalten steigen. Zusätzlich können die Kollegen effektiver unterrichten, und wir haben höhere Lernzeiten.” Die Lehrer könnten die Stunden vorbereiten und auf einem USB-Stick mit in den Unterrichtsraum bringen sowie Tafelbilder speichern und ausdrucken, als E-Mail verschicken oder direkt in die Online-Lernplattform der Schule stellen. „Auf einer normalen Tafel dauert es halt, bis man Texte, Diagramme oder Kurven gezeichnet hat. Mit dem Smartboard erledigt man so etwas in Sekundenschnelle und hat mehr Zeit für den Unterricht”, ergänzt Frantzen.

Die geballte Technik hat natürlich ihren Preis: Eine herkömmliche Tafel kostet nur etwa ein Drittel eines Smartboards. Hinzu kommen die Kosten für PC, Video-Beamer mit Leinwand, Audioanlage, die Installation und Verkabelung sowie ein Schrank für die Geräte. „Da übersteigt die Gesamtsumme schnell den Preis eines Smartboards”, rechnet Küpper-Jacobs.
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