Stolberg-Donnerberg - Computerarbeit unter der Kirchenempore

Computerarbeit unter der Kirchenempore

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Freut sich über ihren Platz;
Freut sich über ihren Platz; Helga Banik-Ladewig hatte jetzt ihren ersten Tag im neuen Pfarrbüro, das jetzt in der Kirche ist. Foto: Kinkel-Schlachter

Stolberg-Donnerberg. Helga Banik-Ladewig fühlt sich sichtlich wohl. Sie lässt ihren Blick über die Kirchenbänke bis zum Altar schweifen, schaut sich um und rückt den Bildschirm ihres Computers zurecht.

Ja, richtig gelesen, im Heiligen Haus von St. Josef steht ein Computer, und zwar gleich rechts neben dem Haupteingang der Kirche. Am Donnerstag hatte Helga Banik-Ladewig ihren ersten Arbeitstag im neuen Raum, denn das Pfarrbüro befindet sich jetzt nicht mehr im Pfarrhaus nebenan, sondern im Gotteshaus.

„In allen Kirchengemeinden des Bistums Aachen wird überlegt, wo Einsparungen und Verbesserungen im Bereich der kircheneigenen Immobilien vorgenommen werden können”, erklärt Hans-Rolf Funken. Im Rahmen dieser Umstrukturierungen hätten sich der Kirchenvorstand der Pfarre St. Lucia und der Ortsausschuss von St. Josef frühzeitig Gedanken darüber gemacht, wie die Änderungen „zum Wohl unserer Gemeinde umgesetzt werden können”, so der Pfarrer weiter. So stand das Haus, in dem Pastor Ferdi Bruckes viele Jahre gelebt hatte, nun schon eine ganze Zeit lang zur Vermietung.

Ein Mieter ist mittlerweile gefunden: In Kürze finden hier acht Kinder mit ihren Betreuern vom Haus St. Josef in Eschweiler ein neues zu Hause. Das im Pfarrhaus bislang integrierte Pfarrbüro hat ab sofort auch ein neues zu Hause - unter der Empore der Kirche. Funken: „Der neu gestaltete Raum wurde in Abstimmung mit dem Ingenieurbüro Baumanns und dem Architekten Hirsch aus Aachen so unter der Empore integriert, dass nur ein geringer Eingriff in die bestehende Bausubstanz erforderlich war und der sakrale Charakter der Kirche erhalten bleibt.”

Genau das ist dem Pfarrer besonders wichtig. Und das ist Christoph Baumanns und Eberhard Hirsch auch sehr gut gelungen. In nur sechs Wochen wurden alle für den Umbau und Umzug nötigen Vorkehrungen getroffen und in die Praxis umgesetzt. Dass es einige Dinge zu beachten gibt, ist laut Ingenieur Baumanns im Bauordnungsrecht verankert. Dort gebe es einen eigenen Passus „Kirche”.

Zwei Herausforderungen gab es dann doch: der direkte Draht zur Kirche beziehungsweise zum Pfarrbüro und die Entlüftung. „Um die Telefonleitung nach hier zu bekommen, mussten wir über die KOT und das Kirchendach gehen”, erklärt Christoph Baumanns. Für die nötige Entlüftung musste eine Kernbohrung durch die 90 Zentimeter dicke Turmmauer aus Bruchstein vorgenommen werden, „auch das war gar nicht so einfach”, denn es gab einen Zeitpunkt, „an dem die Bohrkrone heißgelaufen war”.

Die Gemüter sind längst wieder abgekühlt, zumal sich das neue Pfarrbüro trotz oder eben aufgrund seiner Schlichtheit harmonisch in das Gotteshaus einfügt. Innerhalb der Trockenbauwand wurde ein magnetisches Feld integriert, damit von außen Flyer und andere Mitteilungen an die Wand gehängt werden können, ohne dass unschöne Spuren entstehen.

Und dann ist da noch die Glasscheibe, die dafür sorgt, dass Helga Banik-Ladewig den nötigen Durchblick hat und die Gemeindemitglieder einen Einblick ins Pfarrbüro haben. Das aber auch nur zu den Öffnungszeiten des Büros, dienstags von 14 bis 17.30 Uhr und donnerstags in der Zeit von 15 bis 16.30 Uhr.

Während den Gottesdiensten werden die Schotten dichtgemacht, dann verhindern weiße Faltstores jeglichen Ein- und Ausblick. „Während der Messe soll nichts an ein Büro erinnern, sondern das Sakrale im Vordergrund stehen”, betont Pfarrer Hans-Rolf Funken.
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