Chancengleichheit in den Schulen

Von: Nadine Preller
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Stolberg. Es gibt diese Geschichte, von Klaus, der im Rollstuhl sitzt. Klaus geht auf eine Schule, die Kinder mit und ohne Behinderung besuchen.

Und fragt man hier nach Klaus, dann hört man die Schüler sagen: „Ja, das ist der Junge mit dem blauen Pullover.” Und kein Schüler verliert ein Wort über den Rollstuhl - weil er in ihren Augen unwichtig ist, und eben nichts mit der wahren Persönlichkeit von Klaus gemein hat.

Günter Jansen erzählt diese Geschichte gerne, wenn er zeigen will, wo es hingehen soll. Und der Leiter der Grundschule Prämienstraße ist mehr als zuversichtlich, was diesen Weg angeht, ist doch jetzt ein bedeutender Grundstein für Inklusion und Integration in Stolberger Schulen gelegt worden.

Jansen als Sprecher der Stolberger Grundschulen hat gemeinsam mit Doris Rößeler für die Förderschule Talstraße und dem städtischen Fachbereichsleiter Willi Seyffarth eine regionale Bildungsinitiative vertraglich besiegelt. Künftig solle noch stärker das umgesetzt werden, was jetzt schon ganz wunderbar funktioniere. „Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass Kinder mit schwerer Behinderung ganz selbstverständlich am Unterricht der Grundschulen teilnehmen können”, sagt Jansen.

Bereits jetzt gebe es integrative Modelle, wie die Aufnahme von Kindern der Förderschule in den regulären Nachmittagsunterricht. Für Doris Rößeler ein Umstand, der in erster Linie aus der jahrelangen guten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Schulen resultiert. „Bereits jetzt hat die Schulleiterkonferenz einen wichtigen Platz . In guter Tradition wollen wir auch künftig zusammenarbeiten”, sagt die Rektorin. „Wir müssen die Haltung in unseren Köpfen verändern, in den Köpfen der Kinder und Eltern. Und Haltung ändert man nur in gemeinsamer, produktiver Arbeit.”

Zwei Schulprozessbegleiter

Partner und Förderer des Projekts ist die Montag Stiftung mit dem Schwerpunkt Jugend und Gesellschaft. Als weiterer Vertragspartner steht die Stiftung nicht nur finanziell hinter dem Vorhaben. „Zwei Schulprozessbegleiter werden die Arbeit hier vor Ort unterstützen”, versicherte Raymund Elfring. Er war als Vertreter der Stiftung zur Vertragsunterzeichnung gekommen, ohne allerdings eine Unterschrift zu leisten. So gut wie besiegelt sei der Vertrag mit der Stiftung aber dennoch, betonte er.

Christoph Esser, Schulrat für die Städteregion Aachen, hob die „Dynamik der Stolberger Gruppe als Vorzeigebeispiel für andere Städte hervor”. Und Schulamtsdirektor Norbert Greuel zog sogar einen Vergleich zur Landespolitik, „die sich derzeit wirklich schwer tut”. Schaffe man nun die Förderschulen ganz ab, oder führe man ein Elternwahlrecht ein und sichere somit ihre Bestandsgarantie - man wisse es nicht. „Stolberg macht da den Vorgriff auf etwas, was vom Land sehnsüchtig erwartet wird”, stellte Greuel erfreut fest. Positiv äußerte sich auch Willi Seyffarth: „Ich bin sehr froh, dass die Schulträger uns so einbinden.”

Optimistisch blicken die Beteiligten nun auf das erste Treffen im Mai. Dann wollen sie sich alle mit einer Stimme für noch mehr Chancengerechtigkeit in den Stolberger Schulen einsetzen.
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