Stolberg - CDU und SPD: Wenig Gemeinsames in puncto Gesamtschule

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

CDU und SPD: Wenig Gemeinsames in puncto Gesamtschule

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Anfang März sind sie rausgegangen, die Fragebögen, mit denen die Stadt den Bedarf für eine Gesamtschule ermitteln will. Und während Eltern für die Beantwortung noch ein paar Tage Zeit haben, nehmen die beiden großen Parteien schon eine erste Bewertung vor, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnte.

„Massive Kritik von Eltern” will CDU-Chef Tim Grüttemeier gehört haben, während SPD-Bildungspolitikerin Hanne Zakowski von „vielen positiven Reaktionen” spricht. „Es zeigt sich, dass unsere Kritik am Fragebogen berechtigt war, sagt Grüttemeier. „Das wird von den Eltern bekräftigt.” Die Union bemängelt, dass die vom beauftragten Soziologen Dr. Wolfgang Joußen erstellten Fragen nicht gewürdigt worden seien und nun stattdessen ein großer Packen an Unterlagen im Anhang zu finden ist. „Das will sich keiner durchlesen.”

Bildungsexperte droht

Klar und verständlich sei der Bogen, sagt dagegen Zakowski und sieht sich darin ebenfalls durch Eltern bestärkt, die ihr obendrein Anlass zur Vermutung geben, dass die Aktion einen großen Bedarf ermitteln wird. „Uns ist deshalb wichtig, noch einmal unser klares Bekenntnis zur Gesamtschule zu untermauern”, sagt Zakowski.

Und auch hier wird eine klare Abgrenzung zur CDU deutlich. Die Stolberger Christdemokraten hatten in dieser Woche einen ihrer Bildungsexperten zu Gast, den Heinsberger Landtagsabgeordneten Dr. Gerd Hachen. Und der drohte unverhohlen an, was der Schullandschaft - auch in Stolberg - blühen würde, wenn Rot-Grün am 9. Mai die Landtagswahl gewinnt: „Die Einheitsschule”. Die SPD wolle das Gymnasium abschaffen und eine Einheitsschule einrichten, bei der aber die individuelle Förderung weit unter dem Standard des dreigliedrigen Schulsystems liege, so Hachen.

Und Axel Wirtz, der Stolberger MdL, haut in die gleiche Kerbe: „Wir fürchten, dass die Einrichtung einer Gesamtschule in Stolberg der erste Schritt zur Einheitsschule ist.” Eine Ansicht, über die sich Hanne Zakowski wundert. „Wir wollen keine Einheitsschule. Das ist ein Begriff, der gar nicht von uns stammt. Wir reden von einer Gemeinschaftsschule als Ergänzung der bestehenden Schullandschaft in Stolberg.”

Zwar stimmt Zakowski der CDU-Argumentation zu, dass das dreigliedrige Schulsystem mittlerweile eine höhere Durchlässigkeit biete, dennoch sei längeres gemeinsames Lernen die bessere Alternative. An der Gesamtschule hätten Kinder mit Hauptschulempfehlung noch die deutlich bessere Chance, am Ende ihrer - 13-jährigen - Schullaufbahn Abitur zu machen.

„Es ist zwar möglich, aber ich kenne nicht viele Beispiele, wo ein Hauptschüler später noch Abi gemacht hat, nennt der Schulausschussvorsitzende Patrick Haas (SPD) einen Nachteil des dreigliedrigen Systems. Die CDU will, auch wenn Leute wie Hachen oder Wirtz aus ihrer Ablehnung kaum einen Hehl machen, erst einmal das Ergebnis der Befragung abwarten. „Die CDU hat kein Feindbild Gesamtschule”, sagt Gerd Hachen. Ein wichtiger Punkt sei aber die Prüfung der Voraussetzungen, die gegeben sein müssen - und das vor dem Hintergrund der Finanzsituation der Stadt.

Für die SPD in Stolberg ist dagegen ihre Haltung klar: „Wir wollen keine Schulen schließen, sondern das umsetzen, was die Eltern wollen - und das ist die Gesamtschule”, sagt Zakowski.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert